RWE soll sich in Gesprächen zu einem Verkauf von ehemaligen Atomstandorten befinden, womit womöglich auch Rückbauverpflichtungen reduziert werden könnten
RWE betont, seinen Verpflichtungen nachzukommen
Die Atomkraft wird gerne als günstige und klimaneutrale Energie beschrieben, was aber stets einen Teil der Rechnung ausklammert. Dazu gehört unter anderem die ungelöste Frage um die Endlagerung von Atommüll. RWE bekommt derzeit aber auch zu spüren, dass der Rückbau von Anlagen eine zeitintensive und kostspielige Angelegenheit ist. Da wäre es natürlich willkommen, könnte man sich von solchen Verpflichtungen zum Teil lösen.
Entsprechende Gerüchte machten kürzlich die Runde. Demnach soll RWE (DE0007037129) sich wohl in Gesprächen mit der hessischen Landesregierung um einen Teilverkauf von Flächen am Standort Biblis befinden. In einem Bericht des „Handelsblatt“ wird das Szenario ins Spiel gebracht, dass sich dort künftig Entwickler von Fusionskraftwerken niederlassen könnten.
Gänzlich befreien kann sich RWE von Rückbauverpflichtungen nicht. Jene würden selbst im Falle eines Verkaufs beim Unternehmen verbleiben. Denkbar wäre allerdings, dass dies bei nicht strahlenbelasteten Gebäuden nicht der Fall ist. Zudem könnte die Rückbauverpflichtung entfallen, sollten Anlagen von einem anderen Unternehmen weiterbetrieben werden. RWE wollte sich dazu aber nicht weiter äußern und ließ wissen, seinen Rückbauverpflichtungen voll und ganz nachzukommen.
Für die Zukunft spielt Atomkraft bei RWE keine Rolle mehr. Der Bau neuer Anlagen ist aus rein ökonomischen Gesichtspunkten unattraktiv. Stattdessen setzt RWE auf Erneuerbare, und das mit einigem Erfolg. Der Aktienkurs konnte seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent zulegen. Steigende Energiepreise erweisen sich aktuell als Katalysator. Da sich an den Produktionskosten für Wind- und Solarstrom wenig ändert, ergibt sich die Möglichkeit angenehmer Steigerungen bei den Margen. Dafür sorgt das Merit-Order-Prinzip.
RWE blickt nach vorn
Ein möglicher Verkauf von alten Atom-Standorten könnte RWE von manchen, wenn auch nicht allen, Verpflichtungen befreien und gleichzeitig ein wenig frisches Geld in die Kassen spülen. Das muss aber vermutlich nicht im Zentrum der Überlegungen von Aktionären stehen, zumal es sich bisher nur um eher vage Gerüchte handelt. Weitaus wichtiger bleibt das Geschäft mit erneuerbaren Energien, welches sich bis zuletzt ausgesprochen erfreulich entwickelte. In der aktuellen Energiekrise erwächst RWE zu einem potenziellen Profiteur.
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07.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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