Deutliche Fortschritte beim Offshore-Geschäft sorgen für ansehnliche Zahlen bei RWE, doch die Aktie reagiert dennoch mit Verlusten
Hohe Schulden und ein schwaches Kerngeschäft setzen RWE letztlich zu
RWE investiert weiterhin massiv in erneuerbare Energien, was sich immer mehr auch in den Zahlen bemerkbar macht. Im zurückliegenden Quartal konnte das Unternehmen neue Windkraftanlagen, Batteriespeicher und Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 2,3 Gigawatt in Betrieb nehmen. Zugleich legten auch die Ergebnisse in diesem Bereich merklich zu.
Unter dem Strich meldete RWE (DE0007037129) für das erste Quartal ein Ebitda in Höhe von 1,6 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Getrübt wurde das Ganze zwar ein wenig durch ein schwaches Handelsgeschäft. Die Erwartungen der Analysten konnten dank guter Windverhältnisse aber letztlich getroffen werden. RWE setzt zudem darauf, dass es im Kerngeschäft im weiteren Jahresverlauf wieder besser laufen wird.
An der Jahresprognose wird festgehalten. Jene sieht ein Ebitda im Bereich von 5,2 bis 5,8 Millarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis in Höhe von 1,55 bis 2,05 Milliarden Euro vor. Das klingt nicht schlecht, kann die Aktionäre aber nicht recht abholen. Die Aktie reagierte am Mittwoch mit Verlusten von rund 2,5 Prozent. Seither ging es weiter bis auf 56,50 Euro am Freitagmorgen in Richtung Süden.
Stören dürfte sich mancher Anleger nicht zuletzt an den Nettoschulden, die um 4,6 Milliarden Euro auf nun 15,6 Milliarden Euro angestiegen sind. Das ist ein wenig die Kehrseite der enormen Investitionen in die Erneuerbaren. Eben jene will RWE auch in Zukunft vorantreiben, was manchen Anleger in Sorge um steigende Zinsen schon mal in die Flucht schlagen kann.
RWE: Lohnt sich das?
Ob die RWE-Aktie ein interessantes Investment ist, hängt vermutlich vor allem vom Anlagehorizont ab. Kurzfristig sind einige Belastungen erkennbar und dass die jüngsten Gewinnsprünge auch vom Wetter abhängig waren, ist für die Börsianer dann doch eher unbequem. Auf lange Sicht dürfte sich das Engagement bei Erneuerbaren aber auszahlen. Denn abseits der initialien Investments sind die Kosten überschaubar und der Hunger nach Energie wird in den nächsten Jahren nur zunehmen. Garantieren lässt sich wie immer nichts. Geduldige Anleger könnten aber belohnt werden.
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15.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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