Hypoport verdoppelt Gewinn, Sonderabschreiber belastet Tecan und JD.com attackiert Amazon - BÖRSE TO GO
Hypoport verdoppelt den Gewinn, aber der Kurs hat sich gedrittelt
Hypoport macht alles richtig und hat dennoch keinen Erfolg an der Börse. Der Kurs hat sich gedrittelt, weil die Gesellschaft nur geringes Umsatzwachstum zeigt. Tecan legt einen dreistelligen Millionenverlust vor. Ein hoher Sonderabschreiber und ein schwacher Absatz treiben den Laborausrüster ins Minus. JD.com fordert Amazon in Europa heraus. Mit der Plattform Joybuy will man dem amerikanischen Platzhirsch Konkurrenz machen und verspricht schnelle Lieferungen.
Der Aktienhandel in Asien eröffnet die Woche mit einem überwiegend positiven Bild. Während der Nikkei 225 Index leicht um -0,10 % auf 53.763,50 Punkte gefallen ist, konnte sich der KOSPI stark um 1,14 % auf 5.549,85 Punkte verbessern. Der Hang Seng Index liegt vor Börsenschluss sogar 1,35 % im Plus. Auch der Terminmarkt ist vor Börseneröffnung in Europa freundlich gestimmt. Der DAX-Future (März) wird 0,28 % höher bei 23.722,50 Punkten gehandelt.
Die letzte Woche war in Frankfurt erneut von Verlusten geprägt. Am stärksten erwischte es den SDAX, der um -2,60 % auf 16.784,93 Punkte nachgab. Hier stachen insbesondere die Aktien von Evotec (DE0005664809) heraus, die um -24,42 % auf nur noch 4,175 Euro abstürzten, nachdem das Biotech-Unternehmen einen verschärften Sparkurs ankündigte, vier Standorte schließen und bis zu 800 Arbeitsplätze abbauen will. Auch der MDAX verlor deutlich und fiel über die Woche gesehen um -2,25 % auf 28.819,46 Punkte. Relative Stärke bewies hingegen der DAX, dessen Minus auf -0,61 % begrenzt wurde bei einem Schlusskurs von 23.447,29 Punkten. Hier zeigte unter anderem RWE (DE0007037129) hohe Kursgewinne nach dem starken Ausblick und bei Zalando (DE000ZAL1111) deckten die Short-Seller ihre Positionen ein, was den Kurs um 15,22 % auf 23,54 Euro springen ließ.
Ein ähnliches Bild bot sich auch an der Wall Street. Keine amerikanische Benchmark konnte in der vergangenen Woche in New York im Plus schließen. Am stärksten erwischte es erneut die Blue Chips. Der Dow Jones Industrial Average Index fiel über die gesamte Woche gesehen um -1,99 % auf 46.558,47 Punkte. Die Aktien von Nike (US6541061031) belasteten unter anderem mit einem Wochenverlust von -6,07 % auf 53,98 US-Dollar. Die Technologietitel verloren hingegen am wenigsten. Der Nasdaq 100 Index verlor insgesamt -1,06 % auf 24.380,73 Punkte.
Hypoport verdoppelt Gewinn
Der Aktienkurs von Hypoport (DE0005493365) hat sich seit dem letzten 52-Wochenhoch gedrittelt. Für das Geschäftsjahr 2025 legte man jedoch eine Verdoppelung des Gewinns von 13,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2024 auf nun 26 Mio. Euro vor, nachdem Anlaufverluste reduziert werden konnten. Allerdings wuchs das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände) „nur“ um 25 % auf 67,9 Mio. Euro und der Umsatz um magere 7 % auf 602,6 Mio. Euro. Die Börse will es jedoch genau andersherum sehen: Hohes Umsatzwachstum, wohingegen das Ergebnis nur eine nachgeordnete Rolle spielt. Doch am bisherigen Kurs soll sich nichts ändern. Der Vorstand erwartet auch für das laufende Jahr nur ein „leichtes Wachstum“ und deutlich steigende Profitabilität, da die Anlaufverluste weiter zurückgeführt werden sollen. Das Geschäftsmodell von Hypoport, das sehr stark auf den deutschen Immobilienmarkt ausgerichtet ist, wird im Kern von externen Faktoren, wie den anhaltend hohen Zinsen für Hypotheken, belastet.
Tecan: Umsatzrückgang und Gewinneinbruch
Dass Tecan (CH0012100191) einen schwachen Jahresabschluss vorlegen wird, war ein offenes Geheimnis an der Börse. Die Aktien des Schweizer Laborausrüsters sind in den letzten Quartalen deutlich im Wert gefallen. Zu Recht, denn der Umsatz gab 2025 -5,5 % auf 882,48 Mio. Franken nach und der Auftragseingang stagnierte bei 901 Mio. Franken. Aufgrund einer sehr hohen Wertberichtigung in Höhe von fast 140 Mio. Franken, um Produktlinien, die weniger profitabel oder sogar verlustbringend sind, abzustoßen, ist das Ergebnis tief in die roten Zahlen gekippt. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen kippte von einem Gewinn im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 75,6 Mio. Franken in einen Verlust von -91,4 Mio. Franken. Nach Steuern stieg der Verlust weiter auf -111 Mio. Franken bzw. -8,74 Franken je Aktie. Den Aktionären will man dennoch eine unveränderte Dividende in Höhe von 3 Franken je Aktie zahlen. Einen positiven Ausblick für 2026 gab man ebenfalls nicht, sondern signalisierte lediglich, dass man auf eine allmähliche Erholung der Absatzmärkte setzt.
JD.com macht Amazon Konkurrenz
Während Amazon (US0231351067) den Mindestbestellwert in Deutschland erneut erhöht hat und nun 49 Euro für eine versandkostenfreie Lieferung verlangt, grätscht JD.com (US47215P1066) herein. In Großbritannien und einigen anderen europäischen Ländern attackiert man den amerikanischen Platzhirsch mit der Plattform Joybuy. Die Plattform des chinesischen Milliardärs Richard Liu verspricht, dass in ausgewählten Städten die Lieferungen vor 11 Uhr abends ankommen, wenn sie vor 11 morgens aufgegeben werden. Das Produktsortiment ist breit und reicht von Lebensmitteln über Kosmetik und Spielzeug bis hin zu Fernsehern. Für die chinesische JD.com ist das ein völlig neuer Ansatz, denn eigentlich wollte man durch die Übernahme der britischen J Sainsbury (GB00B019KW72) das Einzelhandelsgeschäft in Europa vorantreiben. Nachdem die Übernahmegespräche zu keinem Erfolg geführt hatten, hat man sich jetzt für organisches Wachstum entschieden und baut stattdessen E-Commerce-Strukturen in Eigenregie auf.
Tagestermine
Die Wirtschaftsdaten aus China für den Monat Februar sind deutlich besser als erwartet ausgefallen. Das Wachstum der Industrieproduktion erreichte 6,3 % nach 5,2 % im Januar und einer Prognose von 5,3 %, die Anlageinvestitionen stiegen um 1,8 % gegenüber einer Prognose von -5,0 % und die Einzelhandelsumsätze verbesserten sich um 2,80 % gegenüber 2,73 % im Januar. Der einzige Wermutstropfen: Die Arbeitslosenrate blieb nicht wie erwartet stabil bei 5,1 %, sondern stieg auf 5,3 %.
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16.03.2026 - Mikey Fritz

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