RWE: operativer Turnaround voraus
RWE (über-)trifft die eigenen Prognosen und legt die Latte für 2026 wieder höher
Die RWE Stämme sind und bleiben der grosse Favorit der institutionellen Investoren. Im Vergleich zur AI-Rallye, die eine Bewertungskonsolidierung durchläuft, weiss man bei dem Versorger nicht nur, was man hat, sondern auch was man bekommt.
Wer RWE (DE0007037129) Aktien gekauft hat, weil er auf positive Effekte aus dem AI-Boom hoffte, wurde für 2025 enttäuscht. Die Stromerzeugung stieg zwar im vergangenen Jahr um 4 % auf 122.342 GWh, aber der Aussenumsatz schrumpfte um -27 % auf nur noch 17,63 Mrd. Euro. Die Differenz bei den Erlösen war so gross, dass ein scharfer Einbruch beim Ergebnis nicht zu verhindern war, da die variablen Kosten nicht im gleichen Masse fielen und die Fixkosten sich kaum bewegten. Das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) halbierte sich somit fast (-47,5 %) auf nur noch 3,32 Mrd. Euro.
Der schwache Abschluss für 2025 war allerdings keine Überraschung. Der Vorstand hatte frühzeitig signalisiert, dass man voraussichtlich auf allen wichtigen Ebenen nicht das Niveau von 2024 erreichen wird. Was man jedoch geschafft hat, und das schafft Vertrauen an der Börse, ist, dass man alle wichtigen Prognosespannen eingehalten hat oder sogar übertroffen hat, wie beim Gaskraftwerkgeschäft und dem „bereinigten“ Nettoergebnis.
RWE legt die Latte für 2026 wieder höher
Die Prognose für 2026 ist allerdings sehr interessant. Obwohl die politischen Verhältnisse in den Ländern, wo RWE operativ tätig ist, teilweise alles andere als stabil sind, geht man sehr optimistisch an das Jahr heran. Insbesondere im Kerngeschäft Wind & Solar sieht man deutliche Sprünge beim „bereinigten“ EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände). Nach einem „bereinigten“ EBITDA von 5,11 Mrd. Euro im vergangenen Jahr sieht man für 2026 eine Spanne von 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro. Getragen werden soll das Wachstum von den Bereichen Offshore Wind (bis zu 38 % Wachstum) und Onshore Wind / Solar (bis zu 29 % Wachstum). Unwahrscheinlich, dass RWE überall das obere Ende aller Prognosespannen trifft, aber ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich ist jetzt im Spiel.
Angesichts der Kursrallye tritt die Bedeutung der Dividende natürlich in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz ist es erfreulich, dass der Vorstand Wort hält und sukzessive die Auskehrungen erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt man eine Erhöhung um 10 Cents von 1,10 auf 1,20 Euro je Aktie vor. Und gibt sich selbst als Hausaufgabe für 2026 mit, dass man den Aktionären in einem Jahr eine Dividende von 1,32 Euro je Aktie vorschlagen kann. Objektiv betrachtet ist die Bruttodividendenrendite mit aktuell 2,2 % aber nur eine Dreingabe.
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13.03.2026 - Mikey Fritz

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