Umsätze und Gewinne bei Rheinmetall klettern weiter, allerdings nicht ganz so schnell, wie die Anleger es sich erhofft hatten
Trotz mehrerer frischer Rekorde geht es mit der Rheinmetall-Aktie abwärts
Es gibt an der Börse so manches Unternehmen, bei dem gute Zahlen allein lange nicht mehr ausreichen, um den Kurs in höhere Regionen zu befördern. Erwartet werden stattdessen mindestens sensationelle Zahlen. Der Rüstungskonzern Rheinmetall stellte kürzlich durch und durch hervorragende Ergebnisse vor, konnte unter den Anteilseignern aber dennoch keine Begeisterung auslösen.
Dabei gelang es Rheinmetall (DE0007030009) nach eigener Darstellung, im vergangenen Jahr gleich mehrere neue Rekorde aufzustellen. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich weiter von 18 auf 18,5 Prozent und auch beim Auftragsbestand wurde mit 64 Millionen Euro ein neuer Höchstwert gemeldet. Insbesondere das Geschäft der Munitionssparte entwickelte sich prächtig und konnte auf eine Gewinnmarge von 29 Prozent blicken.
Das Unternehmen blickt auch voller Zuversicht auf das laufende Jahr, welches die Umsätze noch einmal um 40 bis 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro steigern soll. Unerwartete Wachstumschancen erkennt Rheinmetall im Nahen und Mittleren Osten. Dort habe man in den vergangenen Jahren eher nicht den Fokus gelegt. Nun würden das Unternehmen aber etliche Anfragen zu Flugabwehrsystemen sowie dazugehörige Munition erreichen. An der Börse führte der Irankrieg bislang nicht zu neuen Kurssprüngen bei Rheinmetall.
Rheinmetall hat noch viel vor
Daran änderte sich auch nach den guten Zahlen nichts. Stattdessen reagierte die Rheinmetall-Aktie im gestrigen Handel mit Kursverlusten von rund acht Prozent und der Kurs stürzte auf 1.520,50 Euro hinab. Eine derart steile Korrektur war vielleicht nicht abzusehen. Doch zeigten die Zahlen eben auch so manchen Makel. Dazu gehört, dass das Umsatzwachstum in Höhe von 29 Prozent eine ganze Ecke tiefer ausfiel als das Plus von 36 Prozent, welches noch für das Jahr 2024 gemeldet wurde. Skeptische Naturen erkennen darin einen Hinweis darauf, dass das Wachstumstempo bereits nachlassen könnte.
Nicht einmal mit einer höheren Dividende konnte Rheinmetall die Gemüter besänftigen. Die Ausschüttungquote soll in diesem Jahr von 42 auf 45,5 Prozent anwachsen. Je Aktie wird eine Dividende von 11,50 Euro in Aussicht gestellt, so die Hauptversammlung dem zustimmen möchte. Das ist deutlich mehr als die 8,10 Euro, welche Rheinmetall im letzten Jahr noch an Dividende ausschüttete. Mit solchen Plänen strahlt der Konzern seine Stärke aus.
Allerdings bringt es der Erfolg mit sich, dass bei der Rheinmetall-Aktie zu einem nicht unwichtigen Anteil Spekulanten am Wird sind. Die scheren sich nicht weiter über langfristige Aussichten, sondern legen ihren Fokus komplett auf kurzfristige Aussichten für neue Wachstumssprünge. Damit indes kann Rheinmetall lediglich in einem etwas gemächlicheren Tempo dienen. Ob das als Grund für die überraschend deutliche Korrektur am gestrigen Mittwoch ausreichend sein mag oder die Bären nicht doch vielleicht etwas übertreiben, das kann wohl nur jeder für sich selbst entscheiden.
Nachfrageflut
Festhalten lässt sich erst einmal, dass Systeme, Munition und Co. von Rheinmetall noch immer schwer gefragt sind. Unabhängig vom weiteren Verlauf der Geschehnisse in Krisengebieten dürfte das Unternehmen sich in naher Zukunft über eine hohe Nachfrage freuen. Selbst wenn das Tempo nicht mehr die gleichen Höhen wie noch 2024 und 2023 erreichen mag, so geht es doch gegenwärtig noch immer klar in die richtige Richtung.
Allein das Aufrüsten in Europa hält Rheinmetall auf Trab und zahllose Expansionen sorgen dafür, dass das für 2030 angepeilte Umsatzziel in Höhe von 50 Milliarden Euro durchaus erreichbar scheint. Sollten die Zahlen sich zwischenzeitlich kontinuierlich steigern, so wird der Aktienkurs dem sehr wahrscheinlich Folge leisten. Die deutlichen Abwertungen vom Mittwoch können daher auch als eine mögliche Einstiegschance angesehen werden. Wie immer gibt es jedoch keine Garantie dafür, dass die Kurse heute oder in Zukunft wieder ansteigen werden.
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12.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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