Bescheidene Tage für Rheinmetall, Renk prescht nach vorne, Hensoldt hat bei Analysten das Nachsehen und DroneShield bleibt am Boden
Die Euphorie im Rüstungssegment kehrt noch immer nicht zurück
Die Aussichten auf einen schnellen Frieden in der Ukraine sind in dieser Woche wieder etwas kleinere geworden und damit auch die eher vage und teils unbegründete Sorge, dass dadurch die Auftragsbücher der Rüstungskonzerne leerer werden könnten. Noch scheinen entsprechende Verhandlungen aber zu laufen, sodass die Bullen sich weiterhin eher zurückhalten.
Zumindest etwas Entspannung erfuhr in den letzten Tagen die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009), welche sich gestern mit einem Schlusskurs in Höhe von 1.536 Euro ins Wochenende verabschiedete. Hauptsächlich hängt das mit den eingangs erwähnten Entwicklungen auf der geopolitischen Bühne zusammen. Es schadet aber auch nicht, dass wieder einmal der eine oder andere neue Auftrag verkündet werden konnte. Von einem Nachlassen des Wachstumstrends ist defacto noch nichts zu sehen oder hören.
Zusätzlichen Rückhalt lieferte Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der sich nach einer Phase von Korrekturen mit weiteren Anteilen eindeckte und damit, ob bewusst oder unbewusst, ein klares Bekenntnis zum eigenen Konzern aussprach. Dazu ist er laut „WirtschaftsWoche“ zwar auch ein Stück weit verpflichtet. Dennoch kommt es an den Märkten stets gut an, wenn in der Chefetage Aktien zugekauft werden.
Renk mit Rückenwind
Im deutschen Rüstungs-Trio fuhr in der ausgelaufenen Handelswoche Renk (DE000RENK730) mit einem Plus von gut sieben Prozent die höchsten Zugewinne ein; der Kurs steigerte sich bis auf 51,23 Euro zum Wochenende. Nennenswerte Neuigkeiten lieferte das Unternehmen zwar nicht. Zuspruch gab es aber von den Analysten der Bank of America. Dort lautete das Votum bis vor Kurzem noch auf „Underperform“.
Letzteres wurde aber kurzerhand kassiert und durch eine Kaufempfehlung ersetzt. Gleichzeitig zog das Kursziel von 57 auf 61 Euro an. Renk steht noch stärker als Rheinmetall unter Druck. Die Kursverluste seit Anfang Oktober belaufen sich aktuell noch auf mehr als 40 Prozent. Darin könnte sich freilich ein umso höheres Aufwärtspotenzial verbergen, sollte das Pendel im Segment wieder in die andere Richtung schlagen. Doch ob es dazu noch kommen mag, bleibt natürlich noch offen.
Hensoldt auf dem Abstellgleis?
Der Sensorspezialist Hensoldt (DE000HAG0005) weckt bei der Bank of America sehr viel geringere Erwartungen und bekommt statt einer Kaufempfehlung nur noch einen neutralen Ausblick spendiert. Auch das Kursziel bekommt einen herben Dämpfer. Statt ansehnlicher 114 Euro werden von den US-Analysten lediglich noch 77 Euro prognostiziert. Immerhin ergibt sich daraus verglichen mit dem Schlusskurs von 68,65 Euro am Freitag noch etwas Aufwärtspotenzial. Doch an eine Rückkehr zu den Höchstständen aus dem Herbst scheinen die Börsenprofis nicht mehr glauben zu wollen.
Zwar können auch Analysten sich irren und deren Einschätzungen sagen die Zukunft längst nicht immer treffend voraus. Ignorieren wollten die Anleger das Ganze aber nicht. Die Hensoldt-Aktie rutschte am Freitag leicht um 0,6 Prozent in Richtung Süden und die Erholung in den letzten fünf Tagen fiel mit 2,9 Prozent deutlich geringer aus als bei Rheinmetall und Renk. Unter dem Strich folgt der Titel aber noch immer dem allgemeinen Branchentrend.
Vertrauenskrise bei DroneShield
Von DroneShield (AU000000DRO2) lässt sich das mittlerweile kaum noch behaupten. Dort bekamen die Anteilseigner in den letzten Tagen eine Stabilisierung zu Gesicht, über die sich kaum jemand freuen dürfte. Denn die augenscheinliche Bodenbildung spielte sich auf einem denkbar niedrigen Niveau ab. 1,10 Euro standen hierzulande zu Wochenschluss auf dem Ticker. Das sind zwar gute 140 Prozent mehr als zu Jahresbeginn, aber auch rund 70 Prozent weniger als noch Anfang Oktober.
Der allgemeine Abschwung im Segment hat zweifellos seine Spuren hinterlassen. Noch sehr viel schwerer wiegt aber, dass viele Anleger das Vertrauen schlicht verloren haben. DroneShield hat sich mit einigen Kommunikationspannen tief in die Nesseln gesetzt und toppte das Ganze noch mit Verkauf von Anteilen durch gleich mehrere Führungskräfte. Wenn selbst solche scheinbar nicht mehr an neue Höhen im Chart glauben, fehlt den Anteilseignern jeglicher Grund für frischen Optimismus.
Kühle Tage
Es hat sich noch immer nichts geändert an den enormen Wachstumsaussichten im Rüstungssektor. Selbst wenn in der Ukraine die Waffen schweigen sollten, wird es Rheinmetall und Co. aller Voraussicht nach nicht an Aufträgen mangeln. Denn es ist eher nicht abzusehen, dass Russland und die Nato-Staaten sich dann plötzlich singend in den Armen liegen. Das Misstrauen bleibt groß. Europa dürfte sich so oder so verstärkt auf den Ernstfall vorbereiten, und genau dort liegen nach wie vor die größten Chancen für hiesige Rüstungsunternehmen. Allerdings wird das Marktsentiment weiterhin großen Einfluss nehmen und dami auch die Nachrichtenlage rund um die Ukraine.
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06.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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