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Rheinmetall mit neuem Milliardenauftrag, Renk nutzt den Windschatten, Infineon beliebt bei Analysten und bei Puma machen sich Comeback-Hoffnungen breit

Die Bullen bleiben trotz bestehenden Ungewissheiten nicht tatenlos

NTG24 - Rheinmetall mit neuem Milliardenauftrag, Renk nutzt den Windschatten, Infineon beliebt bei Analysten und bei Puma machen sich Comeback-Hoffnungen breit

 

Insgesamt fiel die Börsenstimmung am Donnerstag eher mau aus. Die Märkte hatten noch an enttäuschten Friedenshoffnungen und wieder höheren Ölpreisen zu knabbern. Dazu kam ein überraschend schwaches Wirtschaftswachstum aufgrund der anhaltenden Konsumkrise in den USA. Damit im Hinterkopf schlugen die Börsen sich aber noch recht passabel und wer genau hinsah, konnte auch mehr als genug Gewinner erkennen.

Schwer gefragt war die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009), die es nach einer längeren Durststrecke um gleich 4,2 Prozent auf 1.284 Euro in Richtung Norden trieb. Angetrieben wurde die Kauflaune von einem frischen Auftrag der Bundeswehr über mehr als 2.000 militärische Transportfahrzeuge. Der Auftragswert soll sich auf über eine Milliarde Euro belaufen.

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Verbucht werden soll das Ganze noch im laufenden Quartal, sodass Anleger sich auf Effekte schon bei der Vorlage der nächsten Ergebnisse einstellen können. Darüber hinaus ist das Ganze auch ein unmissverständliches Signal dafür, dass die Bundeswehr als wichtigster Kunde trotz vager Hoffnungen auf Frieden in der Ukraine munter weiter bestellt. Aus charttechnischer Sicht dürften die Käufer zwar noch etwas nachlegen, ehe von einer endgültigen Trendwende gesprochen werden kann. Der erste Schritt ist aber schon einmal gemacht.

 

 

 

Renk tastet sich an den Ausbruch heran

 

Die erfreulichen Neuigkeiten von Rheinmetall hinterlassen in der gesamten Branche Eindruck, sodass auch die Aktie von Renk (DE000RENK730) sich wieder über Rückenwind freuen konnte. Für jene ging es gestern sogar gleich um 5,8 Prozent bis auf 55,64 Euro in die Höhe. Die Aufschläge auf 5-Tages-Sicht summieren sich bereits auf 14,3 Prozent und die Bullen scheinen sich an einen Ausbruch heranwagen zu wollen. Allzu viel würde dafür nicht mehr fehlen.

Zu überwinden gilt es einen Widerstand knapp oberhalb der 59-Euro-Marke. Gelänge dieses Kunststück, so wäre der Weg in Richtung 64 Euro grundsätzlich frei. Allerdings tritt die Charttechnik im Segment freilich häufig in den Hintergrund, wenn mal wieder geopolitische Neuigkeiten die Börsen durcheinanderwirbeln. Es bleibt also noch einiges zu tun für die Käufer und verlassen können jene sich auf einen nachhaltigen Turnaround bisher noch nicht.

 

Infineon wird gesucht

 

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Weniger Zweifel gibt es derzeit am Hochlauf in der Chipindustrie, was hierzulande Infineon (DE0006231004) sehr gelegen kommt. Der Halbleiter-Konzern rechnet aufgrund des KI-Booms mit einem üppigen Wachstum und erkennt außerdem auch im Bereich Automotive positive Signale. Das würdigten die Analysten der Deutschen Bank mit einem deutlich höheren Kursziel. Statt zuvor 70 Euro werden nun 90 Euro in Aussicht gestellt. Die US-Kollegen von Morgan Stanley wagen sich noch ein Quäntchen weiter nach vorne und erhöhen von 63 auf 91 Euro. Folgerichtig gibt es von beiden Analysehäusern eine Kaufempfehlung.

Ob es eine solche überhaupt gebraucht hätte, sei dahingestellt. Es schadet dem Selbstbewusstsein der Aktionäre aber mitnichten und so zieht die Infineon-Aktie weiter an. Bei 80,36 Euro konnte zeitweise ein neues 52-Wochen-Hoch auf die Beine gestellt werden. Auf Jahressicht ging es bereits um über 130 Prozent aufwärts. Solange der KI-Hype nicht abebbt, ist mit einer größeren Korrektur eher nicht zu rechnen. Allenfalls Gewinnmitnahmen könnten hier und dort für rote Vorzeichen sorgen, was den generellen Trend aber nicht weiter beeinflussen muss.

 

Puma vor dem Durchbruch?

 

Zuversicht herrscht nicht nur bei Rüstung und KI. Zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Nordamerika malen die Börsianer sich auch Chancen für Sportartikelhersteller aus. Bemerkbar macht sich das bei Puma (DE0006969603) in Form eines waschechten Comeback-Versuchs. Um über 20 Prozent konnte der zuvor angeschlagene Titel in den letzten vier Wochen zulegen und damit zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder die 30-Euro-Marke erreichen.

Legen die Käufer heute noch etwas nach und zementieren damit den Ausbruch, so ließe sich zumindest aus charttechnischer Sicht bereits von einer Trendwende sprechen. Gefährlich ist daran allerdings, dass die Aufschläge zu nicht unwesentlichen Teilen auf eher vagen Hoffnungen aufgebaut sind. Wie groß die Nachfrage nach Trikots, Sportschuhen und dergleichen mehr in einem Umfeld aus hoher Inflation und schwacher Konsumlaune ausfallen mag, das wird sich erst im Nachhinein mit Sicherheit feststellen lassen.

 

Blick nach vorn

 

Allen Widrigkeiten zum Trotz scheinen die Börsianer sich dazu entschieden zu haben, zuversichtlich nach vorn zu blicken und Chancen höher zu gewichten als Risiken. Im Chip-Segment herrscht ohnehin schon seit geraumer Zeit Euphorie, doch auch anderswo trauen die Bullen sich wieder aus der Deckung. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass dieser Mut auch belohnt werden darf und Hiobsbotschaften möglichst ausbleiben.

 

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29.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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