Rheinmetall stockt weiter auf, TUI sitzt fest, DroneShield gewinnt an Bedeutung und für BASF wird es noch ungemütlicher
Der Irankrieg erweist sich weiterhin als schwere Belastung für Wirtschaft und Märkte
Den einen oder anderen Erholungsversuch gab es in dieser Woche, nachdem die Börsen zunächst mit einem Schock auf den Ausbruch des Irankriegs reagierten. Durchsetzen konnten die Bullen sich jedoch nicht. Galoppierende Ölpreise und ein ganzer Rattenschwanz an weiteren Konsequenzen zwingt die Anleger in die Defensive. Begleitet wurde dies vor dem Wochenende auch noch von einem überraschend schwachen Arbeitsmarktbericht aus den USA. Dow Jones, DAX und Co. zog es im späteren Handel wieder in den roten Bereich.
Gefragt waren am Freitag Rüstungsaktien. Bei Rheinmetall (DE0007030009) ging es um 2,9 Prozent auf 1.592,50 Euro aufwärts, was auch mit neuerlichen Ankündigungen für Raketenkapazitäten zu tun hat. In diesem Segment will der Konzern seine Bemühungen in Europa noch einmal deutlich erhöhen. Kurz zuvor gab es Berichte, laut denen den USA im Nahen Osten Abwehrraketen ausgehen könnten. Das verdeutlich, wie dringend heute und in Zukunft weitere Raketen benötigt werden.
Trotz der ansehnlichen Gewinne im gestrigen Handel schließt die Rheinmetall-Aktie die Woche mit spürbaren Verlusten ab. Eine ähnliche Kauflaune wie beim Ausbruch anderer Konflikte herrscht dieses Mal nicht. Das ist auch ein Stück weit nachvollziehbar, da sich für den deutschen Rüstungskonzern durch die Eskalation im Nahen Osten keine direkten Effekte ergeben. Gleichwohl reicht die Aufrüstung in Europa aus, um die Auftragsbücher für viele Jahre zu füllen und einen rapiden Expansionskurs zu rechtfertigen.
TUI rettet Urlauber
Massiv gestört wurde durch den Krieg im Nahen Osten das Geschäft von TUI (DE000TUAG505). Zahlreiche Lufträume bleiben weiterhin gesperrt, der Flughafen in Dubai wurde Medienberichten zufolge zum Ziel von Angriffen und zwei Kreuzfahrtschiffe des Reiseveranstalters stecken nach wie vor fest. Bemüht ist man nun zunächst darum, die Urlauber sicher wieder nach Hause zu bringen. Dabei gab es auch Fortschritte zu melden, was erstmal erfreulich ist.
Es bleibt aber dabei, dass dem Reiseveranstalter ein nicht unwesentlicher Teil des Geschäfts einfach wegbricht. Da es bisher keine Anzeichen von Deeskalation gibt und US-Präsident Donald Trump auf eine bedingungslose Kapitulation seitens des Iran drängt, mehren sich die Anzeichen für einen längeren Konflikt. Der TUI-Aktie brockt all das Verlust ein. Zum Wochenende landete der Kurs bei 7,22 Euro. Ende Februar wurden noch über 8 Euro je Anteilsschein gezahlt.
DroneShield im Fokus
Für gewaltigen Auftrieb sorgen die jüngsten Entwicklungen bei der Aktie von DroneShield (AU000000DRO2), die zuvor einen kleinen Durchhänger erlebte. Doch die USA scheinen nicht nur Probleme mit Munition zu haben. Auch Drohnenangriffe machen den Streitkräften zuweilen zu schaffen. Zeitungsberichten zufolge kamen durch iranische Drohnenangriff in Kuwait sechs US-Soldaten ums Leben. Bei der Verteidigung soll nun wohl die Expertise der Ukraine weiterhelfen.
Die Börsianer spekulieren darauf, dass die Abwehrsysteme von DroneShield in Zukunft ebenfalls gefragter sein können. Der neue Konflikt liefert einen weiteren Beleg dafür, welche Bedeutung die unbemannten Flugobjekte in der modernen Kriegsführung haben. Sowohl im Nahen Osten als auch in der Ukraine kommen sie häufig zum Einsatz, da sie billig und dennoch effektiv sind. Der Schutz dagegen dürfte nicht nur in den USA in Zukunft eine erhöhte Priorität genießen. Die DroneShield-Aktie ging hierzulande mit 2,30 Euro aus dem Wochenende und damit knapp neun Prozent höher als eine Woche zuvor.
BASF erhöht die Preise
Für den Chemiegiganten BASF (DE000BASF111) bringt der Irankrieg hingegen schon die nächste Hiobsbotschaft mit sich. Schon bei Ausbruch des Ukrainekrieges vor gut vier Jahren litt der Konzern schwer unter sprunghaften Anstiegen bei den Energiepreisen. Eben dieses Szenario scheint sich nun zu wiederholen, und das noch lange bevor BASF vorherige Krisen hätte abhaken könnten. Die Reaktion der Anteilseigner ist deutlich. Die Aktie wurde in dieser Woche um sieben Prozent auf 45,27 Euro zurückbefördert.
BASF preist höhere Kosten für Fracht und Rohstoffe derweil schon ein. Das Portal „Kunststoff Web“ will erfahren haben, dass die Preise für das gesamte Portfolio an Antioxidantien sowie Prozess- und Lichtstabilisatoren für Kunststoffanwendungen weltweit um bis zu 20 Prozent ansteigen sollen. Das ist eine Maßnahme, um Kosten zunächst an die Kunden weiterzureichen. Ein wenig gefürchtet wird an der Börse aber, dass dadurch die Absatzzahlen wieder in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.
Flächenbrand?
Ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten ist nicht in Sicht. Viel mehr entsteht der Eindruck eines Flächenbrands. Das iranische Regime zeigt sich resilient und weitet den Konflikt auf immer mehr Regionen aus. Den USA mangelt es (anscheinend) an einer klaren Strategie und die Diplomatie scheint ausgedient zu haben. Das Szenario eines Konflikts, der sich Monate oder gar noch länger hinziehen könne, ist derzeit nicht auszuschließen. Für die Börse ist das keine gute Nachricht.
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07.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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