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Trotz eines frischen Großauftrags in Milliardenhöhe aus Rumänien bleiben die Bullen der Aktie von Rheinmetall fern

Mit Auftragseingängen allein scheint Rheinmetall nicht mehr punkten zu können

NTG24 - Trotz eines frischen Großauftrags in Milliardenhöhe aus Rumänien bleiben die Bullen der Aktie von Rheinmetall fern

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Bereits im März deutete Rheinmetall-Chef Armin Papperger an, dass aus Rumänien in naher Zukunft ein Großauftrag anstehen könnte. Einen eben solchen stellte das Unternehmen am Dienstag auch vor und sprach dabei von einem „historischen internationalen Großauftrag“. Ermöglicht wurde jener durch das Finanzinstrument „SAFE“ der europäischen Union, welches bis zu 150 Milliarden Euro für die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern bereitstellt.

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Rumänien lässt sich wohl nicht lange bitten und schöpft direkt dem Vollen. Bei Rheinmetall (DE0007030009) wird im großen Stil bestellt. Gefragt sind neben Fahrzeugen auch Flugabwehrsysteme und passende Munition. Zudem sollen vier Marineschiffe geliefert werden. Der Rüstungskonzern profitiert schwer davon, sich immer breiter aufgestellt zu haben und damit ein Komplettpaket aus einer Hand anbieten zu können. Das Volumen des neuen Auftrags wird auf 5,7 Milliarden Euro beziffert.

 

 

 

Damit handelt es sich um einen der bisher größten Einzelaufträge in der Geschichte von Rheinmetall. Gleichzeitig ist es auch ein Signal dafür, dass der Aufrüstungszyklus in Europa noch lange nicht am Ende ist. Im Rahmen des Vorhabens soll in Rumänien kräftig investiert werden. Über die Hälfte der Produktion soll in Rumänien oder zumindest in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen stattfinden. 2028 sollen die Auslieferungen beginnen und bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein.

 

Die Rheinmetall-Aktie hat es schwer

 

Die ohnehin schon prall gefüllten Auftragsbücher von Rheinmetall füllen sich weiter, was aus Anlegersicht erst einmal eine gute Nachricht ist. Der Auftragsbestand wurde bei der letzten Zahlenvorlage auf 73 Milliarden beziffert. Das ist fast dreimal so viel wie noch vor fünf Jahren. Alles spricht dafür, dass dieser Wert weiter anschwellen dürfte.

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Werbebanner EMH PM TradeDie Anteilseigner lassen sich davon aber aktuell nicht weiter überzeugen. Auftragseingänge sind bei Rheinmetall auch im großen Stil schon längst keine Überraschung mehr. Sie werden schlicht erwartet und gelten dadurch ein Stück weit als eingepreist. Mehr Eindruck im Tagesgeschäft machen hingegen Spekulationen um das Geschehen auf der Bühne der Geopolitik. Insbesondere Munkeleien und Mutmaßungen um einen Frieden in der Ukraine setzen dem Aktienkurs mit schöner Regelmäßigkeit zu.

Dadurch bedingt findet die Rheinmetall-Aktie kaum noch den Weg nach Norden. Ein bescheidener Versuch der Erholung wurde am Dienstag schon wieder kassiert, als es um 3,5 Prozent auf 1.190 Euro in Richtung Süden ging. Damit bleibt ein enormer Abstand zu den Höchstständen aus dem vergangenen Herbst, als zeitweise noch etwas mehr als 2.000 Euro auf dem Ticker standen. Ablesen lässt sich aus dem Chart auch ein negativer Einfluss durch den Irankonflikt, der aufgrund inflationärer Effekte als eher hinderlich für Rheinmetall gilt.

 

Unterschätzt?

 

Nicht wenige Anleger scheinen momentan zu dem Schluss zu kommen, dass Rheinmetall sein Potenzial an der Börse schlicht ausgeschöpft haben könnte. Zudem möchten wenige das Papier in Händen haben, wenn es im Ukraine-Krieg doch noch zu einem Frieden kommen mag. Da die Ukraine derzeit an der Front mehr und mehr die Oberhand zu gewinnen scheint, wird über entsprechende Szenarien wieder etwas intensiver diskutiert. Tatsächlich getan hat sich allerdings wenig.

Allzu sehr müssen Anleger darauf aber gar nicht schielen. Selbst wenn es endlich Frieden geben sollte, wäre das für die Rheinmetall-Aktie längst kein Weltuntergang. Denn an der Aufrüstung in Europa würde sich wenig ändern. Um auch selbst den Blick in die Glaskugel zu wagen: die Ukraine würde sich wohl kaum darauf verlassen, dass Russland in Zukunft nicht einen weiteren Versuch wagt und dementsprechend kräftig in Verteidigung investieren. Im restlichen Europa hat sich derweil die Ansicht durchgesetzt, dass auf die USA als Schutzmacht nur noch sehr bedingt Verlass ist und dementsprechend eigene Bemühungen gefragt sind. Das sichert Rheinmetall auch abseits heißer Konflikte Nachfrage. Auch wenn es nie Garantien geben kann, so bestehen weiterhin Chancen darauf, dass die vergleichsweise niedrigen Kurse eine Einstiegsgelegenheit bieten könnten.

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03.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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