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Weiter dicker Prognose-Nebel über den Rohstoffpreisen – Conoco Philips & Co. profitieren

Rohstoffpreis-Prognosen zeigen hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung

NTG24 - Weiter dicker Prognose-Nebel über den Rohstoffpreisen – Conoco Philips & Co. profitieren

 

Die Turbulenzen im Zuge der Corona-Pandemie haben auf den Rohstoff- und Kapitalmärkten zu einem deutlichen Anstieg der Schwankungsintensität geführt. Viele Marktprognosen erwiesen sich insbesondere mittelfristig als unrealistisch. Die jüngste Aufwärtsrevision weckt nun neue Zweifel an der Prognosegüte und lässt eine ,,Scheinstabilität‘‘ vermuten. Im Ergebnis zeigt sich erneut die hohe Bedeutung eines aktiven Risikomanagements in Unternehmen. Von den im Schnitt deutlich angehobenen Preisprognosen für Rohstoffe dürften unter anderem Energieunternehmen wie Conoco Philips und Metallminenbetreiber wie Freeport McMoRan profitieren.

Die meisten Rohstoff-Preisprognosen für dieses und das nächste Jahr stehen weiter im dicken Prognose-Nebel. Darunter auch die Prognosen von renommierten Instituten wie etwa dem Silver Institute oder Fitch Ratings.

Wie das praktisch aussieht, zeigt ein Blick auf die in dieser Woche revidierten Prognosen von Fitch Ratings für wichtige Rohstoffe.

Dabei hat Fitch Ratings die Annahmen für die meisten Metalle und Bergbaukosten erhöht, insbesondere diejenigen, die von einer erhöhten längerfristigen Nachfrage aufgrund der globalen De-Karbonisierung oder kurzfristigen Angebots-Nachfrage-Ungleichgewichten profitieren.

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Werbebanner ClaudemusDabei ist die Zahl der Variablen in der Prognosegleichung hoch. Zu den Treibern steigender Rohstoffpreise gehört beispielsweise eine neue Nachfrage-Dynamik bei einem Ende der Corona-Pandemie. Hinzu kommen politische Unsicherheiten insbesondere mit Blick auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen (Nationalisierungstrends). Daneben erhöht das globale Wirtschaftswachstum insgesamt die Nachfrage nach Rohstoffen. Gleichzeitig werden weiterhin die Effekte der seit Jahren anhaltenden extrem expansiven Geldpolitik deutlich, auch wenn diese zuletzt weniger expansiv wurde. Die tendenziell höhere Nachfrage trifft dabei auf ein klar erkennbar relativ preisunelastisches Rohstoffangebot, welches erst nach länger anhaltenden auskömmlichen Preisniveaus kapitalintensive Investitionen vornimmt und damit erst zeitverzögert (mehrere Jahre) und damit kurzfristig kaum mengenbezogen auf höhere Preise reagiert.

Nicht zu vergessen sind in der Gleichung auch die Wechselkurs-Entwicklungen. Der Absturz der türkischen Lira durch die Zerstörung jeder geldpolitischen Glaubwürdigkeit durch den türkischen Präsidenten Erdogan bringt etwa eine Preisprognose gehörig durcheinander. Denn die türkische Lira hat in diesem Jahr bereits rund 40 % gegenüber dem US-Dollar abgewertet.

Vorher nicht prognostizierte Wechselkurs-Entwicklungen können auf diese Weise Investitionen im Inland deutlich billiger oder im Ausland deutlich teurer machen und damit erleichtern oder sogar verhindern.

Vor diesem Faktoren-Strauß kommt nun Fitch Ratings zu einigen interessanten Änderungen bei seiner Preisprognose für Rohstoffe bis 2025.

Für Spot-Kupfer (LME) wurde die Prognose für 2021 von 9.000 USD auf 9.250 USD und für 2022 von 7.500 USD auf 8.500 USD angehoben. 2023 werden dann 8.000 USD statt 6.800 USD erwartet, und für die Jahre 2024 und 2025 wurde die Prognose jeweils von 6.700 USD auf 7.500 USD angehoben.

Für Zink erwartet Fitch Ratings in diesem Jahr 2.900 USD anstatt 2.800 USD, 2022 2.900 USD anstatt 2.400 USD, für 2023 2.500 USD anstatt 2.100 USD und für 2024 und 2025 2.200 USD anstatt 2.100 USD.

Diese mittelfristige Prognosestabilität wirft vor dem Hintergrund der Vielzahl derzeit hochvolatiler oben genannter Einflussfaktoren Zweifel zum Realitätsgehalt und zum Schätzfehler auf.

Interessant ist auch die Prognose des Rating-Institutes zum Goldpreis. Für dieses Jahr wurde die Prognose von 1.700 USD auf 1.800 USD angehoben. 2022 soll der Goldpreis dann bei 1.600 USD anstatt bei 1.500 USD liegen, um dann 2023 auf 1.400 USD anstatt auf 1.200 USD zu sinken. In den Jahren 2024 und 2025 wird dann ein Goldpreis von 1.300 USD anstatt von 1.200 USD erwartet.

Nimmt man die oben genannten Einflussfaktoren in den Blick und prüft dabei die Trends der Einzelfaktoren, ist weder auf den ersten noch den zweiten Blick plausibel, was zu einem Absturz des Goldpreises um rund 30 % führen sollte.

Profitieren dürften von den gestiegenen Energiepreisen aber bis auf Weiteres Energieaktien wie Conoco Philips (US20825C1045), aber auch große Metallförderer wie Freeport McMoran (US35671D8570).

 

Und was ist das Fazit?

 

Die jüngste Entwicklung der Rohstoffpreise zeigt vor allem eines: Den alten Prognosen wie auch den neuen haftet eine bedeutende Unsicherheit über die weitere mittelfristige Entwicklung an. Die Vielzahl und die Volatilität mehrerer wichtiger Einflussfaktoren läßt deutliche Zweifel an den Mainstream-Prognosen großer Institute wie Fitch Ratings und anderer wie etwa des Silver Institute oder des World Platinum Investment Council aufkommen. Die Schätzfehler sind hoch, die Prognosereichweite für die Dichte des aktuellen Prognose-Nebels deutlich zu hoch.

Eine anhaltende Volatilität der Rohstoffpreise könnte allerdings insbesondere für Unternehmen interessant sein, welche ihre Produktion auf Termin verkaufen wollen oder müssen, um ihre Cashflow-Planung zu stabilisieren. Diese könnten von der erhöhten Schwankungsintensität profitieren. Für andere dürfte eine höhere Volatilität die Absicherungskosten erhöhen. Diese Ausgangslage zeigt damit auch die Bedeutung eines konsequenten Risikomanagement-Prozesses, insbesondere für das Marktpreis-Risiko und das Durations-Risiko.

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Werbebanner ISIN-WatchlistDie in schneller Folge stark geänderten Prognosen verweisen zudem darauf, dass der strategische Wert der allgemeinen Robustheit des Geschäftsmodells von Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnen dürfte. Denn steigende Kapitalkosten dürften zu einem ,,Shake out‘‘ bei den Firmen-Zombies führen, und wenig wendige Unternehmen dürften zunehmende Schwierigkeiten haben, ihre Inputkosten und ihre Absatzkanäle zu steuern. Das ,,Navigieren in Turbulenzen‘‘ gewinnt damit deutlich an Wert!

 

25.11.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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