Offenbar plant BMW damit, sogenannte Range Extender im großen Stil einzusetzen und damit entsprechende Trends in China und den USA zu bedienen
BMW gibt den Verbrenner noch lange nicht auf
Während in der EU noch immer fleißig über ein Verbrennerverbot diskutiert wird, kommt die Technologie anderswo sehr erfolgreich zum Einsatz. Das gilt selbst für China, wo Elektroautos grundsätzlich sehr viel gefragter sind als hierzulande. Ausgestattet sind solche aber nicht selten mit sogenannten Range Extendern.
Dabei handelt es sich um einen kleinen Verbrennungsmotor, der jedoch nicht mit dem Antrieb verbunden ist. Zum Einsatz kommt das Ganze lediglich, um einen Akku bei Bedarf aufzuladen und einem Elektroauto damit zusätzliche Reichweite zu verschaffen. Im Prinzip handelt es sich also um ein Hybridfahrzeug, nur mit einem umgekehrten Ansatz. Der Fokus liegt auf batterieelektrischem Antrieb; der Verbrenner kommt lediglich unterstützend zum Einsatz. Für dieses Prinzip scheint sich BMW (DE0005190003) nun erwärmen zu können.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ plant BMW wohl damit, die Technologie bei einigen großen Baureihen zum Einsatz bringen zu wollen. Als Beispiele werden die 7er-Limousinge und das SUV X5 genannt. Dort sei Insidern zufolge auch genügend Raum vorhanden, um die notwendige Technik unterzubringen. Die notwenigen Komponenten fertigt BMW bereits zu großen Teilen selbst, sodass sich bei dem Ansatz Kostenvorteile ergeben könnten. Gerade auf dem chinesischen Markt, wo mittlerweile über 100 Marken um die Gunst der Kundschaft kämpfen, könnte das von entscheidender Bedeutung sein.
BMW hält sich bedeckt
Passen würde der Ansatz auch zur steigenden Nachfrage nach Elektroautos mit Range Extendern in China. In den USA lässt sich ebenfalls ein steigendes Interesse an solchen Modellen beobachten. Damit wächst die Bedeutung in den zwei wichtigsten Automärkten auf dem Planeten. Europäische Hersteller taten sich bisher dennoch schwer damit, das Ganze ins eigene Portfolio aufzunehmen. Tatsächlich wäre BMW der erste deutsche Hersteller mit Range Extender im Premiumsegment. Der Ansatz ist aufgrund des drohenden Verbrennerverbots in Europa kaum verbreitet.
BMW kann es sich wohl auch eher nicht erlauben, das Thema einfach zu ignorieren. Die Konkurrenz scheint sich auch in Europa bereits in Stellung zu bringen. Gerüchten zufolge plant etwa Stellantis schon mit Modellen, die über einen Range Extender verfügen. Auch bei Volkswagen spielen solche eine immer größere Rolle auf dem chinesischen Markt. Vor einigen Monaten traten auch Spekulationen auf, dass VW solche in nicht allzu ferner Zukunft nach Europa bringen könnte.
BMW äußerte sich auf Anfrage von Bloomberg zu den Spekulationen nur sehr zurückhalten. Nutzungsmuster, Marktentwicklungen und Kundenbedürfnisse würden laufend analysiert, ließ ein Sprecher wissen. Das lässt zumindest vermuten, dass bei steigender Nachfrage mit eigenen Initiativen zu rechnen wäre. Eine konkrete Ankündigung wollte der Autobauer sich allerdings nicht entlocken lassen.
Ein logischer Schritt
Momentan lässt sich also nur vermuten, ob bei BMW Range Extender in Zukunft eine größere Rolle spielen könnten. Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen wäre es aber wohl ein logischer Schritt. Der Ansatz löst das „Problem“ von etwas geringen Reichweiten von Elektroautos. Mittlerweile reichen die zwar für den Alltag oder das Pendeln in aller Regel aus. Das Phänomen der Reichweitenangst bleibt aber weit verbreitet und lässt Verbraucher vor dem Kauf eines E-Autos zurückschrecken. Range Extender scheinen das kleine bisschen zusätzliche Sicherheit zu bieten, welches Autofahrer durchaus zu schätzen wissen.
Zwar ist das Ganze freilich nicht vollkommen CO2-neutral und die Emissionen eines Fahrzeugs hängen dann davon ab, wie oft der Akku tatsächlich leergefahren wird. Die chinesischen Autofahrer stimmen aber gerade mit ihrer Geldbörse ab und zeigen sehr deutlich, dass es neben klimarelevanten Faktoren eben weitere Dinge gibt, die bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Die Anleger scheinen der Überlegung gegenüber nicht abgeneigt zu sein. Die BMW-Aktie setzte zuletzt ihren positiven Trend fort mit Aufschlägen von 0,7 Prozent am Dienstag.
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26.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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