Knapper Speicher lässt die Preise steigen und Medienberichten zufolge wird dies sehr bald auch bei Grafikkarten von AMD Folgen haben
AMD plant angeblich Preiserhöhungen von rund zehn Prozent
Nach dem Mining-Hype während der Corona-Jahre hatten sich Preise und Verfügbarkeit von Grafikkarten eigentlich wieder einigermaßen normalisiert, wenngleich das Preisniveau aus früheren Jahren wohl nie mehr erreicht wird. Der KI-Boom könnte nun jedoch ein weiteres Mal dafür sorgen, dass Endverbraucher tiefer in die Tasche greifen müssen.
Seit Wochen schon mehren sich Berichte darüber, dass Speicherchips aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Beschleunigern knapp und damit teuer werden. Besonders der schnelle HBM-Speicher ist gefragt, darüber hinaus können die großen Tech-Konzerne auf DDR5 für ihre gigantischen Rechenzentren nicht verzichten. Die Speicherhersteller scheinen nun bei GDDR6 und GDDR7, wie sie bei Grafikkarten zum Einsatz kommen, zu kürzen. Das könnte bei AMD (US0079031078) schon sehr bald zu spüren sein.
Das will zumindest das taiwanische Portal „United Daily News“ in Erfahrung gebracht haben. Demnach seien über die gesamte Produktlinie hinweg Preisanpassungen nach oben geplant, die sich auf rund zehn Prozent belaufen könnten. Es soll sich technisch gesehen sogar schon um die zweite Preiserhöhung seitens AMD handeln. Allerdings sei die erste so gering gewesen, dass sie beim Verbraucher bisher nicht zu spüren war und von den Händlern aufgefangen wurde.
AMD in der Speicherkrise?
Bisher ist bei den Straßenpreisen noch nichts von irgendwelchen Preiserhöhungen zu spüren. Die Radeon-Grafikkarten von AMD sind in den letzten Wochen sogar tendenziell etwas günstiger geworden. Auch bei Konkurrent Nvidia ließen sich keine signifikanten Preissprünge feststellen. Sollte der Speicher jedoch im Preis weiter zulegen, kämen die Hersteller um eine Anpassung kaum herum. Das könnte vor allem für AMD eine eher ungünstige Entwicklung darstellen.
Der Absatz lässt sich mit höheren Preisen eher nicht ankurbeln, während gleichzeitig auch die Marge voraussichtlich nicht wächst, sondern bestenfalls stabil gehalten werden kann. Sollte sich bei der Versorgung von Speicherbausteinen also keine Entspannung zeigen, so steuert AMD recht zuverlässig auf bescheidenere Geschäfte im Grafikkartensegment zu. Das ist für das Unternehmen von höherer Bedeutung als bei Nvidia, da der Anteil aus Geschäften mit KI-Beschleunigern im direkten Vergleich doch eher bescheiden ausfällt. Ändern soll sich dies mit etwas Glück im kommenden Jahr, wenn neue Chips ausgerollt werden.
Allerdings könnte sich auch der eine oder andere Sorgen darum machen, dass es dafür ebenfalls am besonders begehrten HBM-Speicher fehlen könnte oder jener dann so teuer ist, dass die Margen letzten Endes enttäuschen werden. Prinzipiell ist es noch recht früh für derartige Annahmen. In ein paar Monaten kann viel passieren und die Lage könnte sich auch noch entspannen. In einer ohnehin nervösen Zeit reichen Spekulationen um die Zukunft aber oftmals schon aus, um die Anleger in die Flucht zu schlagen.
Abwärts!
Genau das ließ sich am Dienstag beobachten, als die AMD-Aktie um 4,2 Prozent bis auf 206,13 US-Dollar in Richtung Süden segelte. Ebenfalls Einfluss hatten darauf vermutlich Berichte darüber, dass Meta wohl vor einem großen Deal für KI-Chips von Google stehen könnte. AMD bekommt es also voraussichtlich nicht nur mit dezenten Problemen in der Lieferkette, sondern auch einer größeren Konkurrenz zu tun. Die Träumereien über den großen Durchbruch im KI-Bereich erhalten dadurch einen sichtlichen Dämpfer.
Mit den jüngsten Abschlägen belaufen die Verluste auf Monatssicht sich bereits auf 18,5 Prozent und der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 267,08 Dollar ist erstaunlich groß geworden. Die Kurse bewegten sich zuletzt rapide auf die 200-Dollar-Marke zu. Am Dienstag standen zu Handelsschluss noch 206,13 Dollar auf dem Ticker, nachbörslich ging es allerdings schon weiter in die Tiefe. Gute Neuigkeiten sind rar geworden, was die Anteilseigner von AMD offenkundig nicht einfach ignorieren können oder wollen.
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26.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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