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Trotz deutlichen Abschlägen beim Aktienkurs wird SAP-Chef Christian Klein weiterhin gut bezahlt

Kritik dürfte SAP vor allem von Arbeitnehmervertretern entgegenschlagen

NTG24 - Trotz deutlichen Abschlägen beim Aktienkurs wird SAP-Chef Christian Klein weiterhin gut bezahlt

 

Die Aktie von SAP hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Ausgelöst durch latente Zukunftssorgen und neuerliche Unsicherheiten bei Zinsfragen ging es mit dem Kurs seit dem Rekordhoch um rund 40 Prozent in Richtung Süden. Für einen kurzen Moment wurde man bei der Bewertung sogar von Siemens überholt, ehe dort Ausschüttungen von Dividenden wieder für eine kleine Korrektur sorgten.

Dessen ungeachtet entlohnt SAP (DE0007164600) seinen Vorstandsvorsitzenden Christian Klein wohl weiterhin fürstlich. Wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf den jüngsten Geschäftsbericht berichtet, soll Klein für das vergangene Jahr eine Entlohnung in Höhe von 16,24 Millionen Euro erhalten. Das ist allerdings etwas weniger als die 18,98 Millionen Euro, die er noch ein Jahr zuvor erhielt.

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Dass Rückgänge beim Aktienkurs sich bei SAP nicht stärker auf die Vorstandsgehälter auswirken, ist durchaus gewollt. Zusammen setzt sich die Vergütung aus einer festen Grundvergütung, die im Falle von Christian Klein 1,58 Millionen Euro beträgt. Dazu kommt ein jährlicher Bonus von zuletzt 3,69 Millionen Euro und eine sogenannte langfristige Komponente, die 2025 bei 10,98 Millionen Euro lag. Letzteres macht also den Löwenanteil aus und ist bewusst nicht an kurzfristige Kursschwankungen gekoppelt. Viel mehr möchte SAP im Unternehmen langfristige und nachhaltige Erfolge belohnen.

 

Mit Big Tech kann SAP nicht mithalten

 

Solche gibt es bei SAP weiterhin zweifellos zu beobachten. In den vergangenen vier Jahren verbesserte die SAP-Aktie sich trotz der jüngsten Verwerfungen noch um mehr als 60 Prozent. Angesichts dessen scheint eine üppige Entlohnung für die Vorstände wohl weiterhin angebracht zu sein. Darüber hinaus verfügt der Konzern über ein recht starkes Lohngefälle. Andere Vorstände verdienen deutlich weniger als Christian Klein. Insgesamt betrug die Vergütung für den Vorstand im Jahr 2024 32,72 Millionen Euro.

Im DAX gehören die SAP-Chefs zwar zu den Top-Verdienern. Im internationalen Vergleich fallen die Gehälter aber eher überschaubar aus. Bei Microsoft wurde CEO Satya Nadella im letzten Geschäftsjahr eine Vergütung von knapp 100 Millionen US-Dollar zugesprochen, ganz zu schweigen von den Paketen, welche Tesla vor einiger Zeit für Elon Musk durchgewunken hat. Im Vergleich dazu fällt sogar die gesamte Entlohnung des SAP-Vorstands fast schon bescheiden aus.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeKritik dürfte SAP sich dennoch gefallen lassen müssen, insbesondere aus Richtung der Arbeitnehmervertreter. Denn die Angestellten von SAP mussten sich in den letzten Jahren teilweise mit Lohnerhöhungen unterhalb der Inflation zufriedengeben. Andere wurden im Rahmen von Sparprogrammen entlassen. Laut IG Metall belief sich die durchschnittliche Gehaltssteigerung bei SAP zuletzt auf 2,9 Prozent. Exakte Zahlen dazu liegen bislang aber nicht vor. Aus dem Betriebsrat ist derweil zu hören, dass die Diskussion über Unterschiede bei den Gehältern nicht verstummen werde.

 

Keine Zeit zum Ausruhen

 

Ein Blick auf den Aktienkurs zeigt derweil, dass Christian Klein und seine Mitstreiter sich nicht ausruhen können. Denn auch in diesem Jahr ging es mit dem Aktienkurs von SAP bisher rasant in Richtung Süden. 172,22 Euro standen zu Handelsschluss am Donnerstag auf der Anzeigetafel. Das sind knapp 15 Prozent weniger als noch zu Anfang Januar. Es wird wieder einen Schub in die Gegenrichtung benötigen, damit die Vorstandsgehälter auch in Zukunft derart üppig ausfallen können.

Genau das ist im aktuellen Umfeld aber keine leichte Angelegenheit. Gelingen muss es SAP, den Anlegern die Zukunftssorgen aufgrund der Fortschritte von KI-Agenten zu nehmen und im besten Fall mit eigenen KI-Lösungen zu glänzen. In diese Richtung ist der Software-Konzern auch schon seit einer ganzen Weile aktiv. Bisher scheint es aber nicht zu reichen, um den Anlegern neue Wachstumsaussichten schmackhaft machen zu können. Der Aktienkurs liegt momentan verdächtig nahe am 52-Wochen-Tief, welches bei 165,86 Euro zu finden ist.

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27.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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