SAP lockt mit höherer Dividende, Rheinmetall darf die Militärsparte von Lürssen schlucken, TeamViewer wird kritisch beäugt und BYD setzt in Europa auf Marketing
Die Märkte bleiben ständig in Bewegung
Die jüngsten Protokolle der US-Notenbank Fed sorgten für einige Überraschungen, insbesondere aufgrund nicht explizit ausgeschlossener Zinserhöhungen in der Zukunft. Angesichts solcher Neuigkeiten ging es an den Märkten am Donnerstag recht gesittet zu. Größere Kurssprünge blieben aus, doch auch in die entgegengesetzte Richtung gab es eher weniger Bewegung zu sehen. Selbst manche Neuigkeiten bei Einzeltiteln schienen die Bullen nicht aus der Ruhe zu bringen.
Noch immer mit viel Gegenwind zu kämpfen hat die Aktie von SAP (DE0007164600). Es werden Zweifel daran laut, ob das Geschäftsmodell in Zeiten von KI-Agenten überhaupt noch eine Zukunft haben mag. Das Unternehmen selbst gibt sich gelassen und Analysten schätzen die Sorgen der Börsianer als ein wenig übertrieben ein. Dennoch gelingen der Aktie seit einer Weile schon keine Angriffe in Richtung Norden mehr.
Um die Stimmung etwas zu heben, schlug SAP nun eine höhere Dividende für 2025 vor. Statt der 2,35 Euro je Anteilsschein aus dem Vorjahr soll es 2,50 Euro geben. Das darf als gute Neuigkeit verstanden werden und nach den Abschlägen in den letzten Monaten fällt die mögliche Dividendenrendite auf dem Papier umso höher aus. Allerdings muss der Vorschlag noch von der Hauptversammlung bestätigt werden und ihre latenten Ängste könnten die Anleger offenbar nicht einfach ausblenden. Die Aktie wertete gestern um 1,5 Prozent bis auf 170,74 Euro zum Handel am Nachmittag ab.
EU erteilt Rheinmetall ihren Segen
Besser kamen da schon Neuigkeiten von Rheinmetall (DE0007030009) an. Die EU-Kommission erkennt bei der geplanten Übernahme der Militärsparte der Werftengruppe Lürssen keinerlei wettbewerbsrechtliche Bedenken und winkt das Vorhaben damit mehr oder minder durch. Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Rüstungskonzern das Vorhaben an, mit dem die Marinesparte deutlich gestärkt werden soll. Über den Kaufpreis wird weiterhin nicht geredet.
Die Anleger begrüßen das breitere Auftreten von Rheinmetall und die Aktie legte am Donnerstag um ansehnliche 2,9 Prozent bis auf 1.743,50 Euro zu. Mitgeholfen haben dabei freilich auch neue Spannungen im Irak. US-Präsident Donald Trump fordert ein kompromissloses Ende des Atomprogramms, worauf sich Teheran aber offenbar nicht einzulassen gedenkt. Aufgrund dessen fürchten Beobachter darum, dass es doch noch zu einer militärischen Eskalation kommen könnte.
TeamViewer auf der Abschussliste?
Große Sorgen um die Zukunft von TeamViewer (DE000A2YN900) machen sich aktuell die Analysten von Benstein. Jene warnten davor, dass die Software des Unternehmens zumindest teilweise in Zukunft durch KI obsolet werden könnte. Insbesondere die Kundenbindung mit kleinen und mittleren Unternehmen wird kritisch angesehen, wo laut Angaben der Experten 70 Prozent der Umsätze erziele werden. Die Wechselkosten für die Kunden aus diesem Bereich seien gering; die Konkurrenz werde in Zukunft deutlich intensiver werden.
Mit dieser Argumentation schraubt Bernstein seine Erwartungen für die kommenden Jahre deutlich zurück und senkt auch gleich das Kursziel von zuvor elf auf nun 7,60 Euro. Immerhin ist liegt Letzteres weiterhin deutlich über den letzten Schlusskursen. Davon ließen die Anleger sich letztlich aber nicht trösten. Ein zarter Erholungsversuch scheiterte gestern und zu Handelsschluss standen mit 4,77 Euro lediglich 0,1 Prozent mehr als tags zuvor auf dem Ticker. Seit Jahresbeginn hat der Titel um rund 20 Prozent an Wert verloren.
BYD setzt auf Marketing
BYD (CNE100000296) arbeitet weiter daran, den Durchbruch in Europa zu schaffen. Bei diesem Vorhaben spielt natürlich auch das Marketing eine Rolle. Mehr Sichtbarkeit soll nun eine Partnerschaft mit dem Fußballclub Manchester United bringen. Der chinesische Autobauer liefert dem Verein diverse Fahrzeuge, steuert Expertise bei neuen Energien bei und lässt dem Verein sehr wahrscheinlich auch in finanzieller Hinsicht etwas zukommen, wenngleich darüber nicht offen geredet wurde.
Im Gegenzug erstrahlt das Logo von BYD ab sofort auf den Trainingsärmeln der ersten Herrenmannschaft und ab der kommenden Saison auch bei der ersten Frauenmannschaft. Im Etihad Stadium wird es zudem das Logo von BYD auf Kopfstützen und Trainerbänken zu sehen geben. Das ist zwar nicht die ganz große Marketingoffensive, aber dennoch marketingtechnisch ein Schritt nach vorn. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes reagierte die Aktie darauf auf dem Heimatmarkt nicht und auch hierzulande fiel der Handel eher müde aus.
Keine Zeit zum Ausruhen
Auch an vermeintlich ruhigen Börsentagen gibt es noch immer einiges an Bewegung zu sehen und Einzeltitel werden so gut wie immer durch Neuigkeiten bewegt. Das erinnert Anleger immer wieder daran, aufmerksam zu bleiben, um auf aktuelle Entwicklungen möglichst zeitnah reagieren zu können. Gleichwohl erfordert nicht jede Neuigkeit auch eine Reaktion. Doch gerade in diesen Tagen fällt die Nervosität noch immer hoch aus, sodass auch vermeintlich kleine Meldungen die Kurse schon mal sichtlich beeinflussen können.
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20.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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