Offenbar denkt SAP über einen Strategieschwenk nach, was unter Anlegern nicht nur positiv aufgenommen wird
Kommt bei SAP die KI ohne Cloud?
Bisher sind KI-Anwendungen bei SAP fest mit der Cloud verknüpft. Das gefällt nicht jedem und Kritiker werfen dem Software-Konzern vor, die Kundschaft auf diesem Wege immer mehr in die eigenen Cloud-Strukturen zwingen zu wollen. Nun scheint es laut Medienberichten Überlegungen zu einem Umdenken zu geben. Das wiederum kommt an der Börse nicht gut an.
In einem Bericht des „Handelsblatt“ heißt es, dass SAP (DE0007164600) an einer Abkehr von der bisherigen Produktpolitik arbeiten könnte. Demnach sollen KI-Produkte auf Systemen wie ECC und S/4 Hana wohl in den lokalen Rechenzentren der Kunden laufen können. Geknüpft wird das aber anscheinend an gewisse Bedingungen. Infrage kommen demnach lediglich Kunden, die über das Programm „Rise with SAP“ mit der Einführung von Cloud-Produkten beginnen. Außerdem müsse der Umsatz mit Cloud-Diensten wenigsten halb so hoch ausfallen wie die Wartungsgebühr für lokale Systeme.
Anders ausgedrückt soll nicht jeder beliebig KI-Anwendungen von SAP auf eigener Hardware ausführen können. Das dürfte das Unternehmen wie bisher mit der Einheitlichkeit der Systeme und der hohen Anforderung an Rechenleistung begründen. Ein wenig entsteht aber schon der Eindruck, als würde sich bei dem Software-Unternehmen Verzweiflung breitmachen. Zur bisherigen Strategie passt der mutmaßliche Umschwung eher weniger.
SAP unter Zugzwang
Öffentlich äußern wollte sich SAP zu den Gerüchten bislang nicht. Details werden zur anstehenden Konferenz Sapphire erwartet. An der Börse steht man schon seit Längerem unter Druck. Operativ gibt es zwar wenig zu meckern. Doch die Börsianer sehen die reale Gefahr dafür, dass KI-Systeme das klassische Geschäftsmodell aufzehren können. Fortschrittliche KI-Agenten wären auf die Software-Suiten eher weniger angewiesen. Was auch erklärt, warum SAP solche vorzugsweise an Cloud-Dienste binden und nicht vollständig in die Hände der Kunden geben möchte.
Allerdings konkurriert SAP auch mit anderen Anbietern wie Anthropic und OpenAI. Man scheint sich schwer damit zu tun, hier den goldenen Mittelweg zu finden. Die nun aufgetauchten Gerüchte sorgten für eine nochmals höhere Unsicherheit unter den Aktionären. Mit dem Aktienkurs ging es am Freitag um rund 3,3 Prozent auf 146,20 Euro zurück. Seit Jahresbeginn hat SAP an der Börse um etwa 28 Prozent an Wert verloren.
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12.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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