SAP behauptet sich knapp, Vorfreude bei Walmart, Applied Materials liefert ab und Mercedes-Benz legt den Rückwärtsgang ein
Es geht weiterhin nervös zu an der Börse, allerdings nicht ohne positive Überraschungen
Wie gewohnt gaben auch in dieser Woche die US-Märkte die Richtung vor. Dort bleibt das befürchtete Inflationsdebakel bisher aus, doch ein unerwartet solider Arbeitsmarkt dämpft dennoch die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Das Ergebnis ist ein weithin nervöser Markt, bei dem lediglich einzelne Titel noch glänzen können.
Der DAX tat sich in diesem Umfeld schwer und scheiterte mehrfach daran, die Marke von 25.000 Punkten zurückzuerobern. Das sollte auch am gestrigen Freitag nicht gelingen, was Beobachter als klares Warnsignal verstehen. Zu einem Belastungsfaktor hat sich unter anderem die Aktie von SAP (DE0007164600) entwickelt, welche unter Sorgen vor dem künftigen Einfluss von KI-Agenten leidet. Am Freitag reichte es immerhin für einen kleinen Zugewinn in Höhe von 1,2 Prozent, was den Kurs auf 171,72 Euro treiben konnte.
Das war für die SAP-Aktie vor allem aus Prestigegründen nicht unwichtig. Denn mit den kleinen Aufschlägen gelang es, den Titel als bestbewertetes deutsches Börsenunternehmen gegenüber Siemens zu verteidigen. Natürlich hat es auch geholfen, dass Siemens Ex-Dividende gehandelt wurde und dadurch Kursgewinne nach guten Zahlen egalisiert wurden. Dass es überhaupt so knapp wird bei der Bewertung, ist für SAP aber letzlich kein gutes Zeichen.
Walmart im Höhenflug
Nicht einmal ansatzweise besorgt zeigen sich momentan die Anteilseigner von Walmart (US9311421039). Dort konnte in dieser Woche mit 134,65 US-Dollar ein neuer Kursrekord auf die Beine gestellt werden und im Handel am Freitag lag der Titel nur denkbar knapp unterhalb dieser Linie. Gelungen ist mit den Kursgewinnen in dieser Woche auch das Kunststück, die Bewertung über eine Billion Dollar zu treiben. Damit steigt der Einzelhändler in einen exklusiven Club auf, der bisher vor allem von Tech-Konzernen dominiert wurde.
Angetrieben wird die beeindruckende Rallye unter anderem von den Analysten. Für die in der kommenden Woche anstehenden Quartalszahlen wird mit hervorragenden Neuigkeiten gerechnet. Sowohl Umsätze als auch Gewinne dürften nach Einschätzung der Experten um ca. fünf Prozent steigen. Dass die Inflation in den USA geringer als befürchtet ausfiel, darf zusätzlich als positives Signal für den Einzelhändler verstanden werden. Schließlich hilft eine noch halbwegs erträgliche Teuerung dabei, die Konsumlaune aufrechtzuerhalten.
Applied Materials räumt ab
Der Halbleiterhersteller Applied Materials (US0382221051) stellte mit Zahlen unter Beweis, dass der KI-Boom noch immer sehr lebendig ist. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz auf über sieben Milliarden US-Dollar steigern und den Gewinn je Aktie auf 2,38 Dollar heben. Damit wurden die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Börsenprofis hatten lediglich einen Gewinn je Aktie von 2,21 Dollar auf ihren Zetteln stehen.
Die Freude unter den Anteilseignern fiel groß aus. Übertrifft ein Unternehmen ohnehin schon hohe Erwartungen, ist das schließlich immer als ein gutes Signal zu verstehen. Da gleichzeitig auch der Ausblick nach oben korrigiert wurde, zog es den Aktienkurs bis zum Nachmittag um 7,8 Prozent auf 354,17 Dollar in die Höhe. In Europa hinterließ das sogar ein wenig Einfluss bei der ASML-Aktie, die sich ebenfalls in Richtung Norden bewegen konnte.
Mercedes-Benz: Der fallende Stern?
Ansonsten gab es in Europa aber auch einige Enttäuschungen zu sehen. Bereits tags zuvor öffnete Mercedes-Benz (DE0007100000) seine Bücher und hatte leider keine guten Neuigkeiten im Gepäck. Das Geschäft in China schwächelt weiter, der Gewinn brach um etwa die Hälfte ein und der Ausblick lässt auf keine baldige Erholung hoffen. Die Anleger ergriffen am Donnerstag die Flucht und gestern griffen Schnäppchenjäger nur sehr zaghaft zu.
Der Kurs konnte sich lediglich um 0,9 Prozent bis auf 57,62 Euro verbessern. Damit blieb es auf Wochensicht bei einem negativen Trend, welcher den Kurs um knappe zwei Prozent in die Tiefe trieb. Auch im Jahresvergleich landet die Mercedes-Benz-Aktie wieder im roten Bereich. Die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt rächt sich für den Autobauer immer mehr, da die dortige Konkurrenz immer stärker auftritt. Auch die lange Konzentration auf den Luxusmarkt erweist sich aktuell eher als Nachteil und Korrekturen am Kurs sind offenbar eine eher langwierige Angelegenheit.
Keine leichte Zeit
Alles in allem hinterlassen die Märkte weiterhin eine recht gute Figur und die großen Indizes sind von ihren Rekordwerten weiterhin nicht allzu weit entfernt. Die Nervosität will allerdings nicht recht verschwinden. Bei schlechten Neuigkeiten fackeln die Marktakteure nicht lange und Gewinnmitnahmen fallen zuweilen recht heftig aus. Ein Selbstläufer ist der weitere Weg in Richtung Norden daher nicht, auch wenn noch immer zahlreiche positive Impulse verbleiben.
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14.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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