Samsung kann bei Smartphones zulegen, auch Apple im Plus, Xiaomi hat das Nachsehen und SK Hynix bleibt unbeeindruckt
Die Absätze von Smartphones lassen deutlich Federn
Es zeichnete sich bereits seit einer Weile ab, nun gibt es auch harte Zahlen dafür: die Absatzzahlen von Smartphones entwickelten sich im ersten Quartal rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr ging es insgesamt um 4,1 Prozent zurück. Lediglich zwei Hersteller konnten überhaupt ein Plus erzielen. Noch dazu gehen Experten aus, dass es erst der Anfang eines dramatischen Tiefflugs sein könnte.
Zulegen konnte laut Daten von IDC der südkoreanische Tech-Gigant Samsung (US7960502018), der im ersten Quartal 2026 62,8 Millionen Geräte an die Frau oder den Mann bringen konnte. Der Marktanteil stieg von 20,1 auf nun 21,7 Prozent. Damit verteidigte Samsung seinen Platz an der Spitze, spürt allerdings den Druck der Verfolger recht deutlich. Zudem warnen Experten, dass bedingt durch die Speicherkrise der große Einbruch erst noch bevorstehe.
Bei IDC wird damit gerechnet, dass Lieferschwierigkeiten bei Arbeitsspeicher sowie steigende Preise im laufenden Jahr im Markt insgesamt für weitere Rückgänge sorgen werden. Das deckt sich mit der Einschätzung von Analysten, welche einen Einbruch des Smartphone-Geschäfts um 13 Prozent voraussagen. Dass die Samsung-Aktie sich auf hohem Niveau hält, ist sowohl der augenscheinlich starken Marktstellung zu verdanken als auch der Tatsache, dass der Konzern als Speicherhersteller von hohen Speicherpreisen profitieren kann.
Apple legt deutlich zu
Über diesen Luxus verfügt Apple (US0378331005) zwar nicht. Dafür sind die Margen bei iPhones aber sehr anschaulich, sodass gestiegene Speicherpreise sich besser abfedern lassen. Zudem scheint das iPhone 17 weiterhin hervorragend anzukommen. Laut Counterpoint Research reichte es sogar, um im ersten Quartal die Marktführerschaft von Samsung zu übernehmen. Die Daten von IDC zeichnen ein leicht anderes, aber immer noch ein gutes Bild.
Verkaufen konnte Apple laut IDC im letzten Quartal 61,1 Millionen Smartphones nach 59,1 Millionen Einheiten im Jahr zuvor. Damit stieg der Marktanteile auf 21,1 Prozent und weit entfernt von Samsung ist man damit nicht – trotz einer überschaubaren Modellauswahl und keinem einzigen Gerät im niedrigen Preissegment. Das Geschäft dürfte für Apple daher deutlich lukrativer sein. Vermutete Einbrüche fürchten die Anleger offenbar nicht. Stattdessen wird vermutet, dass man in Cupertino von einer Krise vielleicht profitieren könnte. Die Apple-Aktie verbesserte sich am Mittwoch um knapp drei Prozent auf 266,43 US-Dollar.
Xiaomi im Crash-Modus
Die heftigsten Abschläge gab es bei Xiaomi (KYG9830T1067) zu sehen, wo nur noch 33,8 statt zuvor 41,8 Millionen Smartphones abgesetzt werden konnten. Das entspricht einem Rückgang von schmerzhaften 19,1 Prozent und der Marktanteil ging auf nur noch 11,7 Prozent zurück. Der Abstand zu Samsung und Apple wächst und damit auch die Sorge der Anleger. Kürzlich führten angekündigte Preiserhöhungen für einige Modell in China bereits zu einer noch defensiveren Haltung der Börsianer.
IDC sieht als Grund für den Rückgang an, dass Xiaomi sich aus strategischen Gründen für reduzierte Lieferungen älterer Modelle entschieden habe, um noch größere Preiserhöhungen zu vermeiden. Von dieser Warte aus betrachtet könnten die herben Abschläge sich also als kontrolliert bezeichnen lassen. Dennoch zeigt sich recht klar, dass die Speicherkrise dem chinesischen Hersteller schneller und härter zusetzt als den beiden großen Konkurrenten. Auch die Aktie hat schwerer zu leiden, welche nun schon seit Monaten im Abwärtstrend festhängt und zuletzt immer neue Tiefpunkte erreichte.
SK Hynix macht große Geschäfte
Die restlichen Hersteller verzeichneten laut den Erhebungen von IDC allesamt Rückgänge. Es gab Zeiten, da hätte eine solche Entwicklung dem Chiphersteller SK Hynix (KR7000660001) wahrscheinlich schwer zugesetzt. Dank des KI-Hypes ist der Smartphone-Markt aber mehr oder minder zur Nebensache geworden. Während sich dort Engpässe abzeichnen und die Verbraucher aufgrund steigender Preise Neukäufe meiden, verdient SK Hynix mit Speicher für Rechenzentren extrem hohe Margen und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein.
Das macht sich natürlich auch beim Aktienkurs bemerkbar, welcher kleinere Rückgänge aufgrund der geopolitischen Kapriolen der letzten Woche schon wieder vollständig verdauen konnte. Hierzulande standen zu Handelsschluss am Mittwoch 654 Euro auf dem Ticker. Das sind gut 60 Prozent mehr als zu Jahresbeginn und satte 530 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Die Verträge werden größer und langfristiger und die Produktion ist nach Einschätzungen von Experten über Monate, wenn nicht Jahre vollständig ausgebucht.
Auf dem absteigenden Ast
Der KI-Boom hält sich noch immer und zum Platzen einer oftmals beschworenen Blase ist es bisher nicht gekommen. Das führt einige Konsequenzen nach sich. Aufgrund der enormen Auswirkungen auf den Hardware-Markt haben Smartphones klar das Nachsehen. So Speicher nicht wieder günstiger wird, zeichnen sich vor allem im Einsteigersegment und in Mittelklasse schwierige Zeiten ab. Dort wiederum werden die allermeisten Geräte verkauft.
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16.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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