ServiceNow – Darum sollte das Unternehmen vom KI-Fortschritt sogar profitieren
ServiceNow rückt in den Fokus von Vermögensverwaltern und Kleinstanlegern
ServiceNow-Aktie aufgrund von einigen Neukäufen bei Vermögensverwaltern im Aufwärtstrend. KI-Ängste setzen der Software-Aktie weiter zu.
Das Geschäftsmodell von ServiceNow (US81762P1021) könnte kaum aktueller sein, und dennoch führten die Sorgen um eine Verwässerung des Geschäftsmodells durch Künstliche Intelligenz bei der Aktie zu einem Abwärtstrend, der bislang nachhaltig noch nicht gebrochen werden konnte. ServiceNow bieten den Kunden eine cloudbasierte Plattform an, die Unternehmen dabei unterstützt, Geschäftsprozesse zu digitalisieren, zu automatisieren und effizient zu steuern. Ursprünglicher Weise wurde die Plattform besonders im Bereich IT-Service-Management ingesetzt, hat sich aber inzwischen zu einer umfassenden Enterprise-Plattform für Workflow-Automatisierung entwickelt.
Durch die Plattform können die Unternehmenskunden strukturierte Abläufe ber verschiedene Abteilungen hinweg zu standardisieren und zu automatisieren. Dadurch, dass die Abläufe zentral in ServiceNow abgebildet werden, ersetzen sie manuelle Prozesse per E-Mail oder andere Einzelsysteme. Dadurch werden Aufgaben automatisch weitergeleitet, Entscheidungen nachvollziehbar gemacht und Bearbeitungszeiten reduziert.
Mittlerweile hat sich ServiceNow vom System für den IT-Support weiterentwickelt und verbindet Funktionen innerhalb der HR, des Customer Services, des Finance-Departments und auch im Operativen durch den dezentralen und transparenten Aufbau der Plattform. Dadurch können die Anwender auch innerhalb der Plattform Daten aus verschiedenen Systemen bündeln und direkt in Dashboard auswerten.
Angst vor KI drücken den Kurs
Die Aktie von ServiceNow befindet sich seit November in einem übergeordneten Abwärtstrend und konnte hier auch noch nicht zu einer Stabilisierungsbewegung ansetzen. Von rund 214 € pro Aktie ging es innerhalb dieses Zeitraums auf rund 70 € pro Aktie Abwärts. Auch wenn die Aktie aktuell Stabilisierungstendenzen zeigt und bei rund 88 € notiert, ist von einer nachhaltigen Stabilisierung aktell noch keine Rede.
Seit dem einige KI-Modelle erste echte Effizienzgewinne vorweisen können, befürchten Investoren, dass klassische SaaS-Plattformen wie Service Now durch diese ersetzt werden können. Dies setzt die Aktien der Software-Unternehmen stark unter Druck. Zudem wächst ServiceNow zwar weiterhin mit starken 20-22 % Umsatzwachstum pro Jahr, doch die Investoren hatten auf Basis der Mittelfristziele mit deutlich höheren Werten gerechnet, was das Narrativ einer KI-Disruption nachhaltig unterstützte.
In Wahrheit ist ServiceNow allerdings perfekt positioniert für den Einsatz von KI und Künstliche Intelligenz sollte das Geschäftsmodell sogar massiv stärken. ServiceNows größter Vorteil dabei ist, dass es keine einzelne App anbietet, sondern eine holistische Plattform und genau hier liefert eine KI durch die standardtisierten Strukturen den größten Nutzen. Die KI-Agenten die ServiceNow selbst entwickelt jat, sollten die Plattform also deutlich wertvoller. Denn die KI-Agenten sorgen für weniger manuellen Aufwand bei den Kunden, schnellere Bearbeitung und eine höhere Produktivität und damit im Gegenzug bei den Kunden sogar für eine potenzielle Produktivitätssteigerung.
Zudem wird mit dezidierten KI-Agenten der Lock-In-Effekt für ServiceNow noch gesteigert, da die Plattform immer tiefer in die zentralen Geschäftsprozesse eines Unternehmens integriert wird. Sobald KI nicht nur einfache Aufgaben automatisiert, sondern aktiv Entscheidungen unterstützt und Workflows eigenständig steuert, wird ServiceNow zu einem mission-critical System, das nahezu alle operativen Abläufe beeinflusst. Durch diese tiefe Integration würden die Wechselkosten auf ein Konkurrenzprodukt erheblich ansteigen, da ein Wechsel mit hohen Risiken verbunden wäre. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit der Kunden, da Prozesse, Daten und Logiken zunehmend innerhalb des Systems verankert sind, was langfristig zu einer deutlich höheren Kundenbindung und stabileren, planbaren Umsätzen führt.
Vermögensverwalter stockt die Anteile auf
Ähnlich scheint es der US-amerikanische Vermögensverwalter Soltis Investment Advisors zu sehen. Das Unternehmens hat den Bestand an ServiceNow-Aktie im ersten Quartal laut den Unterlagen, die der US-amerikanischen Börsenaufsicht vorliegen um 6000% erhöht. Damit kaufte Soltis im ersten Quartal rund 46.294 ServiceNow-Aktien und erhöhte den Bestand drastisch.
Für ServiceNow liegt darin kein wirklich finanzieller Erfolg sondern viel mehr eine strategische Signalwirkung, dass institutionelle Anleger weiterhin Vertrauen in die langfristige Strategie des Software-Unternehmens haben. Dies sorgte dafür, dass die Aktie von ServiceNow im Handel am Montag mit einem Plus von gut 8,9 % zu den Top-Performern an der US-Technologiebörse NASDAQ zählt.
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03.06.2026 - Christian Teitscheid

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