Siemens schreibt neue Rekorde, auch Siemens Energy bleibt im Höhenflug, ThyssenKrupp enttäuscht hingegen und Mercedes-Benz bekommt Absatzprobleme nicht in den Griff
Gute Quartalsergebnisse bringen den DAX voran, doch eine schwache Wall Street dämpft die Stimmung
Die Berichtssaison geht munter weiter und am Donnerstag gab es mal wieder einige erfreuliche Neuigkeiten zu hören. Dank ansehnlicher Aufschläge bei einigen Schwergewichten konnte der deutsche Leitindex sich behaupten und zumindest im frühen Handel stark zulegen.
Den wohl größten Beitrag zur hervorragenden Performance des DAX lieferte gestern Siemens (DE0007236101). Dort stimmten nicht nur die Quartalsergebnisse, sondern vor allem der weitere Ausblick und die Auftragslage. Beim Gewinn je Aktie werden die Verantwortlichen mutiger und stellten nun 10,70 bis 11,10 Euro statt zuvor 10,40 bis 11 Euro in Aussicht. Die Umsätze sollen ebenfalls höher als bisher erwartet ausfallen und die Dividende soll von 5,20 Euro auf 5,35 Euro steigen.
Die Siemens-Aktie legte zunächst um gut sechs Prozent zu, ehe die gute Stimmung am späten Nachmittag sich vollständig in Luft auflöste. Robuste Arbeitsmarktdaten in den USA dämpften die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen, was für einen kleinen Ausverkauf in Übersee sorgte. Die Effekte strahlten auch nach Europa über und so musste Siemens sich letztlich mit einem Schlusskurs von 257 Euro und einem Mini-Tagesplus in Höhe von 0,3 Prozent zufriedengeben.
Siemens Energy auf hohem Niveau
Für die Aktie von Siemens Energy (DE000ENER6Y0) ging es gestern sogar um 0,3 Prozent auf 161,40 Euro abwärts, was für die Anleger aber absolut verschmerzbar ist. Denn schon tags zuvor glänzte das Unternehmen mit beeindruckenden Zahlen. In sämtlichen Bereichen konnte Wachstum präsentiert werden. Selbst bei der Sorgentochter Siemens Gamesa konnten immerhin die Verluste deutlich eingeschränkt werden und die Pläne für das Erreichen der Profitabilität scheinen umsetzbar zu sein.
Der minimale Rücksetzer vom Donnerstag trübt das gute Bild kein Bisschen. Allein in den letzten fünf Tagen konnte die Siemens Energy-Aktie sich um knappe zehn Prozent verbessern. Auf Jahressicht ging es um schwindelerregende 170 Prozent in Richtung Norden. Hauptsächliche Treiber bleiben die Geschäfte mit Gasturbinen und die Netztechnik, welche aufgrund des KI-Booms eine bisher ungeahnte Nachfrage erreicht. Zumindest das Unternehmen selbst sieht bislang auch keinerlei Anzeichen für ein Nachlassen.
ThyssenKrupp in den roten Zahlen
Gegenteilige Entwicklungen ließen sich bei ThyssenKrupp (DE0007500001) beobachten. Dort wurde für das zurückliegende Quartal über einen Verlust in Höhe von 353 Millionen Euro informiert. Wenig überraschend ist dafür vor allem die Stahlsparte verantwortlich. Abschreibungen im Rahmen der laufenden Restrukturierungen wurden auf 401 Millionen Euro beziffert. Das Segment befindet sich in einem radikalen Sparkurs, durch den bis zum Ende des Jahrzehnts etwa ein Drittel aller Arbeitsstellen entfallen sollen.
Angesichts der mauen Zahlen konnten ThyssenKrupp auch Beteiligungen und Töchter im boomenden Rüstungssegment nicht retten. Die Aktie stürzte um 12,2 Prozent auf 10,78 Euro in die Tiefe und der vor gut einem Jahr gestartete Aufwärtstrend erhielt eine nicht zu übersehende Delle. Allerdings ist es auch nicht das erste Mal, dass es solche Abwertungen zu verdauen gibt. Es bleibt daher die Hoffnung, dass die Bullen sich vielleicht wieder fangen können.
Mercedes-Benz verzweifelt an China
Mercedes-Benz (DE0007100000) hat ebenfalls schon mal bessere Zeiten gesehen. Die vorgelegten Quartalszahlen lassen weiterhin herbe Absatzprobleme in China erkennen, was sich durch Zuwächse in anderen Regionen weiterhin nicht vollständig ausgleichen lässt. Das Betriebsergebnis brach um mehr als die Hälfte auf noch 5,8 Milliarden Euro ein. Zwar nagt Mercedes-Benz noch lange nicht am Hungertuch. Fehlende Wachstumsimpulse reichen aber bereits aus, um die Anleger in die Flucht zu schlagen.
Das ist nachvollziehbar, da Anleger sich von geringeren Gewinnen buchstäblich nichts kaufen können. Renditen an der Börse werden letztlich nur dann erzielt, wenn ein Unternehmen Wachstum vorweisen kann. Da bei Mercedes-Benz für das zweite Halbjahr erneut Absatzrückgänge in Aussicht gestellt wurden, fehlt es an positiven Aussichten, Der Aktie bescherte dies einen Abschlag von 1,5 Prozent und der Kurs landete gestern zu Handelsschluss bei noch 57,11 Euro.
Es ist nicht alles schlecht
Nach einem guten Start ging der gestrige Handelstag letzten Endes mau zu Ende und von guter Stimmung kann bei einem Blick auf die Kursentwicklung der großen Indizes wohl kaum die Rede sein. Allerdings gab es durchaus positive Entwicklungen zu sehen. Jene zeigen auch recht deutlich, dass sich längst nicht alle Branchen und Unternehmen in der Krise befinden. Für Anleger bleibt daher die Kunst, die Spreu vom Weizen zu trennen und bei eigenen Investments stets die Augen offen zu halten.
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13.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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