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Mit einer 180-Grad-Wende will Stellantis wieder nach vorne bringen, doch die dafür nötigen Opfer scheinen den Anlegern nicht zu schmecken

Stellantis schockiert mit Milliardenabschreibungen

NTG24 - Mit einer 180-Grad-Wende will Stellantis wieder nach vorne bringen, doch die dafür nötigen Opfer scheinen den Anlegern nicht zu schmecken

 

Rund ein halbes Jahr ist Antonio Filosa nun im Amt des CEO und bei Stellantis, und bisher verliefen die Dinge scheinbar recht ruhig. Doch was sich den Anlegern darbot, war lediglich die berühmt-berüchtigte Ruhe vor dem Sturm. Kurz vor der Vorlage der nächsten Zahlen informierte der Autobauer über eine grundlegende Strategiewende, die nicht ohne Schmerzen vonstattengehen wird.

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In einer entsprechenden Pressemitteilung, ober welche unter anderem die „FAZ“ berichtete, rechnet die neue Führung von Stellantis (NL00150001Q9) mit dem vorherigen Management regelrecht ab. Jenes habe das Tempo der Energiewende überschätzt und Stellantis damit letztlich in eine missliche Lage geführt. Genau das soll nun korrigiert werden. Weniger reine Elektrofahrzeuge und mehr Hybridautos stehen auf dem Zukunftsplan des Autokonzerns. Die Rede ist dabei auch davon, den „realen Bedürfnissen“ der Kunden gerecht werden zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, scheut Stellantis offfenbar weder Kosten noch Mühen.

 

 

 

Der Opel-Mutterkonzern rechnet für seine Strategieanpassung nicht nur mit einer Nullrunde bei der Dividende. Noch sehr viel schmerzhafter sind Abschreibungen, die sich auf schwindelerregende 22 Milliarden Euro belaufen sollen. Analysten hielten eine Richtungsänderung bei Stellantis zwar grundsätzlich für notwendig und richtig. Doch solche Dimensionen hatte an den Märkten kaum jemand auf dem Schirm. Die Schätzungen im Vorfeld beliefen sich eher auf Abschreibungen von rund zwei Milliarden Euro.

 

Stellantis packt den Rotstift aus

 

Zustande kommen die Abschreibungen unter anderem durch das komplette Streichen von Modellen. Insbesondere auf dem wichtigen US-Markt, wo Stellantis schätzungsweise 40 Prozent seiner Umsätze erzielt, steht eine grundlegende Richtungsänderung an. Nachdem US-Präsident Donald Trump Förderungen für Elektroautos kassierte, sind solche für die Hersteller in den USA so unattraktiv wie nie zuvor. Stellantis will größere Erfolge mit Hybridfahrzeugen sowie Modellen mit Range Extender erreichen.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenIn Nordamerika will Stellantis auch weiterhin massiv investieren. In den nächsten vier Jahren sollen 13 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden, um damit neue Modelle auf die Beine zu stellen und auch neue Stellen zu schaffen. Ob das Unternehmen sich mit solchen Plänen in Washington beliebt machen will, darauf ging man in der Pressemitteilung nicht weiter ein. Es darf aber damit gerechnet werden, dass Donald Trump solche Pläne gefallen dürften. Weniger Elektro und mehr USA treffen den Geschmack des Republikaners ziemlich gut.

An der Börse reagierte man auf den rigorosen Kahlschlag bei Stellantis derweil mit einem spontanen Ausverkauf. Das Unternehmen stellte die Aktionäre auf massive Verluste bei der Vorstellung der nächsten Zahlen zum Monatsende ein. Nicht wenige zogen da die Reißleine und schmissen die Aktie aus dem Depot. Das Ergebnis war am Freitag ein um 24,7 Prozent auf 6,16 Euro gefallener Aktienkurs. Das ist der niedrigste Schlusskurs, seit Unternehmen und Aktie unter dem Namen Stellantis auftreten.

 

Reinigendes Gewitter?

 

Die große Frage lautet jetzt, ob Stellantis mit seinen knallharten Anpassungen auf dem richtigen Weg sein mag. Es ist grundsätzlich nicht falsch, dass Elektroautos von den Verbrauchern bisher weniger euphorisch aufgenommen wurden, als es sich viele vor einigen Jahren noch erhofft hatten. Das Wachstum im Segment ist, vielleicht außerhalb der USA, aber kaum zu leugnen. Gerade im asiatischen Raum und auch in vielen Ländern Europas stehen E-Autos immer mehr im Vordergrund.

Das mag für den Moment nicht der Fokus von Stellantis sein und der sehr wichtige US-Markt verspricht erst einmal größere Erfolge, gerade auf kurze Sicht. Die doch sehr deutliche Kursreaktion lässt aber erkennen, dass so mancher Anleger Zweifel an der dahinterliegenden Strategie hegt. Gleichwohl scheint Stellantis sich zuvor ein wenig verrannt zu haben und den Weg zurück in den Wachstumskurs nicht mehr gefunden zu haben. Von jener Warte aus betrachtet ist es vielleicht erfreulich, dass überhaupt etwas passiert.

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09.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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