Stellantis spart erneut beim Opel-Stammwerk in Rüsselsheim und streicht damit auch in der Fahrzeugentwicklung weitere Stellen
Der Sparzwang bei Stellantis scheint anzuhalten
Der Autobauer Stellantis scheint sich bei seinen deutschen Standorten weiterhin zum Sparen gezwungen zu sehen. Beim Opel-Stammwerk in Rüsselsheim gab es in der jüngeren Vergangenheit bereits etliche Rückschläge. Nun kündigte das Unternehmen an, erneut die Schere anzusetzen. Aus aktuell noch 1.650 Ingenieuren sollen derer nur noch 1.000 werden.
Im Jahr 2017, als die Peugeot-Mutter PSA Opel übernahm, arbeiteten laut einem Artikel von „Der Aktionär“ noch rund 7.000 Ingenieure in Rüsselsheim. Der Abstieg dort scheint sich also fortzusetzen. Die heutige Konzernmutter Stellantis (NL00150001Q9) verspricht allerdings, dass das Tech Center fest im globalen Netzwerk verankert bleibe.
An den Märkten kommt dennoch der Eindruck auf, dass Deutschland für Stellantis immer mehr an Bedeutung verliert. Immer mehr verlagern sich Aktivitäten nach China, was auch die Fahrzeugentwicklung immer stärker betrifft. Ein klares Anzeichen dafür ist etwa eine Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Die Krise in der Branche zwingt auch andere Hersteller, vor allem dort zu investieren, wo die Kosten möglichst überschaubar ausfallen.
An der Börse wurde der Schritt anscheinend zunächst begrüßt und die Stellantis-Aktie legte am Freitag um rund zwei Prozent zu. Dafür verantwortlich könnte aber auch schlicht die allgemeine Laune an den Märkten gewesen sein. Dafür spricht nicht zuletzt, dass es am Montagmorgen in einem schwachen Handelsumfeld schon wieder um 1,9 Prozent auf 6,75 Euro zurückging. Begeisterung sieht definitiv anders aus.
Stellantis steht weiter unter Druck
Für Stellantis ist die derzeitige Ausgangslage ein unschönes Dilemma. Der Rückzug aus Deutschland könnte für Opel unschöne Effekte mit sich bringen, darunter weitere negative Auswirkungen auf den Ruf der Marke. Doch auf der anderen Seite müssen die Kosten gesenkt werden, um die mauen Margen wieder erhöhen zu können. Was dabei der richtige Weg sein mag oder nicht, darüber lässt sich streiten. Für Anleger bleibt es dabei, dass es an der Aussicht auf eine nachhaltige Wende fehlt.
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13.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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