Stellantis wegen 22 Milliarden US-Dollar Rückstellungen im freien Fall – Strategy plant weitere Bitcoin-Zukäufe
Elektrostrategie in den USA ist für Stellantis gescheitert und endet in einem Fiasko
Bei Stellantis führen Milliardenabschreibungen aufgrund eines Strategiewechsels in den USA zu einem blutroten Aktienkurs. Strategy-CEO stellt sich erneut der lautstarken Kritik und verteidigt seine Bitcoin-Strategie.
Der französische Autokonzern Stellantis (NL00150001Q9), der unter einem Dach Marken wie Peugeot, Fiat, Opel, Chrysler und viele mehr schockte am Freitag die Anleger. Aufgrund eines Rückzugs aus der Elektroautostrategie in den USA muss der Konzern rund 22 Milliarden Euro abschreiben und ist daher tief in die Verlustzone gerutscht. Ausbaden müssen es nun auch die Aktionäre, denn auch die Dividende wurde aufgrund der massiven Verfehlung der Jahresziele komplett gestrichen.
Alleine in den USA muss Stellantis rund 15 Milliarden Euro abschreiben. Dies sei eine Reaktion auf die Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump die Abgasrichtlinien vollständig zu ändern und die Förderung für Elektrofahrzeuge zu streichen. Aufgrund der Maßnahmen sieht Stellantis sich gezwungen einige Modelle vollständig zu streichen und rechnet fest damit, dass man mit den geplanten Modellen deutlich weniger Geld verdienen wird.
Alleine im zweiten Halbjahr liegt der Nettoverlust von Stellantis laut dem aktuellen Zahlenwerk bei 19 bis 21 Milliarden Euro. Auch bereinigt um die Milliardenabschreibungen liegt das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr voraussichtlich mit 1,5 Milliarden Euro in der Verlustzone. Dies bestätigt auch der negative Free Cashflow, der ebenfalls bei 1,5 Milliarden Euro im negativen Segment lag. Aufgrund dessen sieht Stellantis sich auch gezwungen neue Anleihen auszugeben, um rund 5 Milliarden Euro neues Geld einzusammeln. Zwar ist der Konzern nicht in finanziellen Schwierigkeiten, doch in den nächsten beiden Jahren werden Auszahlungen von Finanzmitteln in Höhe von 6,5 Milliarden Euro fällig, daher muss man mit dem neuen Geld vorwiegend die Bilanz stärken und stabil halten.
Mit dem Scheitern der US-Strategie steht Stellantis indes nicht alleine dar. Auch die Rivalen Ford (US3453708600) und General Motors (US37045V1008) hatten im letzten Jahr bereits Milliardensummen wegen des geänderten Elektroautokurs der US-Regierung abgeschrieben. Doch bei Stellantis scheinen die Probleme deutlich schwerwiegender als bei der Konkurrenz. In den USA vermeldete Stellantis in den letzten Jahren durchweg schwache Zahlen und auch die Preise für die Modelle mussten immer wieder nach unten angepasst werden. Wegen den Problemen in den USA verlor sogar der ehemalige Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares seinen Job.
Zwar meint der neue Chef Antonio Filosa erste Anzeichen der Besserungen erkennen zu können, denn die Verkäufe sind im Jahr 2025 in den USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um immerhin 11 % gestiegen, dennoch ist die operative Marge auch aufgrund von Qualitätsproblemen weiterhin bei nur 1 bis 1,5 %. Für das Jahr 2026 erwartet man allerdings das der Umsatz erneut zulegen kann und auch aufgrund des Wegfalls der Zollbelastungen erwartet der CEO einen positiven operativen Cashflow.
Stellantis plant auch ein Verkauf der Anteile an dem Batterieunternehmen NextStar Energy, das zusammen mit LG ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 2022 wollte Stellantis noch 3,1 Milliarden Euro in den Bau einer Batterieproduktion in Kanada investieren, dazu kam es allerdings aufgrund der schwachen Nachfrage in den USA nie. Jetzt plant Stellantis den vollständigen Verkauf der Anteile an LG. Dennoch plant Stellantis weiterhin große Investitionen in den USA, um das Wachstum anzukurbeln. So sollen in den nächsten vier Jahren rund 13 Milliarden US-Dollar in den US-Markt investiert werden und plan man die Generierung von rund 5.000 neuen Jobs.
Bitcoin-Wette soll sich langfristig auszahlen
Das einstige Software-Unternehmen MicroStrategy hat seinen Unternehmenszweck mittlerweile vollständig gewandelt und investiert seit Jahren durchweg in die Ur-Kryptowährung Bitcoin. Hierfür nimmt das Unternehmen, das weiterhin von Gründer Michael Saylor geführt wird und in Strategy (US5949724083) umbenannt wurde, das vorhandene Eigenkapital in die Hand und erweitert diese verfügbaren Ressourcen noch um große Teile von Fremdkapital und investiert diese Mittel in Bitcoin-Reserven. Diese Strategie hat Saylor allerdings nicht nur Freunde geschaffen, sondern führt zu einer großen Menge an Kritikern.
Für Saylor scheint die Taktik sehr simpel, denn Unternehmen seien laut ihm durchgehend besser beraten diese in Bitcoin zu investieren, als davon etwa niedrig verzinste Staatsanleihen zu kaufen. Diese Strategie sieht Saylor allerdings auch als den richtigen Weg an, wenn das Unternehmen negative Cashflows ausweist. Denn dann könnten in Zukunft die Buchgewinne durch Bitcoin dazu führen, dass das Unternehmen sich faktisch selbst rettet und etwaige Verluste so ausgleicht.
Strategy ist dabei der größte Unternehmenshalter von Bitcoin. Das Unternehmen besitzt aktuell rund 713.502 Bitcoin, die zu einem Preis von durchschnittlich 76.052 US-Dollar erworben wurden. Damit hat Strategy bereits mehr als 54 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Bitcoin ausgegeben und dabei scheint es, wenn man Saylor glauben mag noch lange nicht zu bleiben, denn auch in der Zukunft sind Neukäufe geplant.
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12.02.2026 - Christian Teitscheid

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