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Steht der US-Dollar vor einem langfristigen Trendwechsel gegen den Yen?

Die seltsame relative Stärke des US-Dollars gegen den japanischen Yen

NTG24 - Steht der US-Dollar vor einem langfristigen Trendwechsel gegen den Yen?

 

Der US-Dollar sendet charttechnische Signale für ein Ende seiner seit Jahrzehnten laufenden Bodenbildungs-Phase gegen den japanischen Yen. Sollte ein neuer Aufwertungstrend des US-Dollars gegen den Yen weiter Gestalt annehmen hätte dies bedeutende Implikationen, nicht nur für den Außenhandel beider Länder, sondern auch für eine Berücksichtigung Japans in einem globalen Portfolio.

Die Geschichte des Währungspaares US-Dollar und japanischer Yen ist eine lange, stürmische und von strukturellen Spannungen geprägtes Spiegelbild einer äquivalenten realwirtschaftlichen und realpolitischen Entwicklung.

Die seit der Aufhebung der Goldbindung des US-Dollars über Jahrzehnte zu beobachtende Aufwertung des japanischen Yen gegen den US-Dollar ist dabei mindestens teilweise auch intentional, denn die Handelsbilanzüberschüsse Japans auf dem Weg zur industriellen Großmacht waren im Interesse der USA, die dafür chronische Handelsbilanzdefizite in Kauf nahmen. Zwar versuchte man auf politischer Ebene in der Clinton-Ära einige Kanten durch einen ,,Managed Trade‘‘ wie etwa Marktanteils-Zielquoten von US-Autos auf dem japanischen Markt glattzubügeln, aber an der Ausgangslage änderte sich nichts Wesentliches.

Hinzu kamen auch globale Versuche, eine politisch unerwünschte Aufwertung des US-Dollars rückgängig zu machen, wie etwa im Plaza-Abkommen vom 22.09.1985. Damals beschlossen die G5-Staaten USA, Frankreich, Großbritannien, Japan und Deutschland eine gemeinsame Intervention ihrer Notenbanken zur Schwächung des US-Dollar gegen den japanischen Yen und die Deutsche Mark.

Ein Blick auf Chart 1 zeigt nun aber, dass sich der Wechselkurs des Yen zum US-Dollar seit dem Plaza-Akkord 1995 sich nur noch einmal Ende 2011 zu einer Aufwertung des Yen führte.

 

 

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Werbebanner DenkworkDie ganze Seitwärtsbewegung seit dem Zwischenhoch im Frühjahr 1990 erscheint als eine große Bodenbildung über 30 Jahre. Interessanterweise war das Frühjahr 1990 auch das Allzeithoch des Nikkei 225 in einer Bewertungsblase (Bubble), was bis heute nicht wieder erreicht wurde.

Stattdessen ist durch die blaue Trendlinie ein flacher Abwertungstrend des US-Dollars markiert, dem aber auf der Unterseite seit 2011 keine tieferen Tiefs mehr folgen. Bislang fehlen zudem noch höhere Hochs, ein Merkmal eines Trendwechsels.

Allerdings deutet die rote Abwärtstrend-Linie seit dem letzten Zyklushoch des US-Dollars im Juni 2015 darauf hin, dass hier ein Trendwechsel ,,in the making‘‘ sein könnte.

 

 

Denn wie Chart 2 zeigt, wurde der 2015 laufende Abwertungstrend des Dollars im März 2021 gebrochen. Seither hält sich der US-Dollar darüber und holt charttechnisch Schwung, um den Widerstand, welcher als gepunktete Linie auf dem Niveau von 111,44 Yen je US-Dollar markiert ist, zu überwinden.

Auffällig ist auch, dass der letzte Aufwertungsimpuls des Yen im Winter 2020/2021 nicht mehr für ein Unterschreiten der früheren Tiefs sowohl auf Monatschlusskurs-Basis (untere rote gepunktete Linie) bei 103,215 Yen je Dollar als auch auf Monatstiefstkurs-Basis ausreichte.

 

Und was ist das Fazit?

 

Der langfristige Kursverlauf des US-Dollars gegen den japanischen Yen deutet auf eine jahrzehntelange Bodenbildung hin, welche die wirtschaftspolitisch gewollte Aufwertung des Yen ablöste.

Die beschriebenen charttechnischen Indizien deuten verstärkt darauf hin, dass ein langfristiger Trendwechsel anstehen könnte, der eine neue Aufwertungsphase des US-Dollars gegen den japanischen Yen mit sich bringt. Zentrales Kriterium dafür ist aus der Sicht dynamischer Indikatoren ein Überwinden der seit 1995 laufenden langfristigen Abwärtstrend-Linie, welche aktuell bei rund 117,2 Yen je US-Dollar verläuft.

 

12.08.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 






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