Aufgrund des Verdachts von Chip-Schmuggeln nach China im großen Stil fällt die Super Micro Computer-Aktie in Richtung Keller
Super Micro Computer beteuert, eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten
Die USA machen sich noch immer große Sorgen darum, dass China allzu schnell technologische Fortschritte erreichen können. Um eben das zu verhindern, gibt es schon seit Jahren Exportverbote für besonders schnelle KI-Chips. Solche finden allerdings dennoch immer wieder ihren Weg ins Land und nun steht der Verdacht im Raum, dass Super Micro Computer daran nicht ganz unbeteiligt gewesen sein könnte.
Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ steht der Vorwurf im Raum, dass Super Micro Computer (US86800U3023) gegen US-Exportkontrollen verstoßen und KI-Hardware im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar in Richtung China verschifft hat. Besonders pikant: an den Tätigkeiten soll mit Yih-Shyan Liaw wohl einer der Mitgründer des Unternehmens beteiligt gewesen sein. Unterstützung bekam er den Vorwürfen zufolge von Ruei-Tsang Chang und Ting-Wie Sun. Letzterer trat wohl als externer Vermittler in Erscheinung und soll bei der Umleitung von Hardware geholfen haben.
Die Staatsanwaltschaft von Manhattan wirft den drei Angestellten vor, ab 2024 Server von Super Micro mit Nvidia-Technologie im Wert von 2,5 Milliarden Dollar an ein südostasiatisches Unternehmen verkauft zu haben. Das Ziel sei dabei von Anfang an gewesen, die fraglichen Server letztlich nach China weiterzuleiten. Zu diesem Zweck seien Dokumente gefälscht worden, um Exportbeschränkungen umgehen zu können. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches Konstrukt für Aufsehen sorgt. Neu ist aber, dass ein derart großes Unternehmen wie Super Micro das Ganze in einem derart großen Umfang unternommen haben soll.
Die Super Micro Computer-Aktie stürzt ab
Viel mehr Erkenntnisse gibt es bislang nicht. Liaw und Sun wurden wohl schon am vergangenen Donnerstag festgenommen, während Chang derzeit noch auf der Flucht sein soll. Super Micro selbst teilte mit, Liaw und Chang vom Dienst suspendiert zu haben. Ferner habe man eng mit den Behörden zusammengearbeitet und möchte dies auch weiterhin tun. Unbedingt vermieden werden soll der Eindruck, dass die Unternehmensleitung selbst in das Ganze involviert gewesen wäre.
Beruhigen ließen die Anteilseigner sich dadurch jedoch nicht. Die Sorge vor hohen Strafen trieb die Anleger in der vergangenen Woche in die Defensive; die Super Micro Computer-Aktie rutschte am Freitag zeitweise um mehr als 30 Prozent in den roten Bereich. Eine kleine Erholung am gestrigen Montag ändert wenig am schlechten Chartbild. Mit einem Schlusskurs von 21,58 Dollar blieb es bei einem Abschlag von 32 Prozent im 5-Tages-Vergleich.
Vorschnelle Urteile sollten freilich nicht gefällt werden. Doch sollten die Vorwürfe sich als zutreffend herausstellen, so könnte es auch für die Anleger gefährlich werden. In der Vergangenheit verhängten die USA aufgrund von Verstößen gegen Exportkontrollen bereits Strafen in dreistelliger Millionenhöhe. Da es sich im Fall von Super Micro Computer um den bisher größten Vorwurf handel, würde eine Strafe wohl auch entsprechend hoch ausfallen.
Vertrauensverlust
Erschwerend hinzu kommt ein massiver Vertrauensverlust, der sich an der Börse bereits bemerkbar machte. Offen ist nun die Frage, wie Nvidia auf das Ganze reagieren mag. Der Chiphersteller legt großen Wert auf Compliance und da er für seine Hardware ohnehin genügen Abnehmer findet, könnten Zuteilungen an Super Micro theoretisch eingeschränkt werden. Das wäre für Nvidia keine große Sache, für den Serverhersteller aber eine existenzielle Bedrohung.
Ob es dazu kommen mag oder Super Micro sich noch einmal rehabilitieren kann, das steht momentan in den Sternen. Fest steht aber, dass die Risiken sich massiv erhöht haben, solange die Vorwürfe im Raum stehen. Das Verhalten der Börsianer ist daher nachvollziehbar und es ist keine Schande, die weitere Entwicklung entspannt von der Seitenlinie aus zu verfolgen.
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24.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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