als .pdf Datei herunterladen

TUI-Aktie reagiert negativ auf neues Rettungspaket

Bei TUI droht eine massive Verwässerung der Altaktionäre

 

Der TUI-Konzern (ISIN: DE000TUAG000; WKN: TUAG00) hat am Mittwoch ein weiteres Rettungspaket im Volumen von 1,8 Mrd. Euro unter Dach und Fach gebracht. Mit den neuen frischen Mitteln dürfte der Konzern jetzt seine Finanzierung für das Hochfahren des Geschäftsbetriebs nach dem Ende der Corona-Krise gesichert haben. Dennoch müssen die TUI-Aktionäre eine äusserst bittere Pille im Rahmen des Rettungspaketes schlucken. Denn insgesamt droht den Alt-Eigentümern eine deutliche Verwässerung im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen.

Zunächst plant das in Hannover ansässige Unternehmen im Rahmen einer Bezugsrechtsemission im Volumen von 500 Mio. Aktien durchzuführen, wobei der Ausgabepreis bei 1,07 Euro je Aktie liegen soll. Damit hat jeder Aktionär die Möglichkeit, seinen rechnerischen Anteil am Unternehmen zunächst konstant zu halten, sofern er an der Kapitalerhöhung teilnimmt und sein volles Bezugsrecht ausübt. Alternativ kann er auch seine Anrechte über die Börse verkaufen.

 

Stille Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds

 

Allerdings wird sich der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung ebenfalls im Rahmen einer wandelbaren stillen Einlage im Umfang von 420 Mio. Euro an den Niedersachsen beteiligen. Da der WSF die Einlage zu einem Preis von 1 Euro je Aktie in das Eigenkapital der AG tauschen kann, erhält er über dieses Instrument die Option, im Falle einer Wandlung bis zu 25 % aller ausstehenden Anteile zu erwerben, womit das Stück am Kuchen für die Alteigentümer deutlich kleiner werden würde, auch wenn sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen.

Zudem leistet der WSF im Rahmen des Rettungspaketes eine weitere, aber nicht wandelbare stille Einlage im Umfang von 280 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Kreditlinie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 200 Mio. Euro sowie eine Verlängerung von bereits bestehenden Kreditlinien bis Juli 2022.

 

Grossaktionär Unifirm Ltd. wird an Kapitalerhöhung teilnehmen

 

Der russische Oligarch Alexej Mordaschow, der aktuell mit knapp 25 % über seine Firma Unifirm Ltd. grösster Einzelaktionär bei TUI ist, will an der Kapitalmassnahme teilnehmen. Zudem erklärte er sich bereit, von anderen Aktionären nicht gezeichnete Papiere zu übernehmen. Dies kann als Vertrauensbeweis gewertet werden, da Mordaschow im Rahmen der Transaktion frische Mittel in die Firma TUI einbringt und somit sein Engagement bestätigt.

 

 

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIm Xetra-Handel reagierten die Marktteilnehmer dennoch enttäuscht und brachten die TUI-Aktie mit grösseren Verkaufsorders unter Druck. Insgesamt dürften viele Investoren die anstehende Verwässerung ihres Anteils kritisch sehen. Dennoch war ein staatliches Rettungspaket erforderlich, da TUI ansonsten in den kommenden Monaten in eine finanzielle Schieflage hätte kommen können. Dass der Staat über den WSF letztendlich 420 Mio. Aktien zu einem Euro zeichnen kann, dürfte sicherlich für einige Aktionäre ärgerlich sein. Allerdings hätte die Regierung ohne dieses Wandlungsrecht nicht an einer Rettung teilgenommen, da ansonsten laute Kritik seitens der Opposition zu erwarten gewesen wäre, zu schlechte Konditionen bei der Sanierung zulasten des Steuerzahlers zu akzeptieren.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Trends vorbehalten. Den Zürcher Trend und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

03.12.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)