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Seit nun schon einem Monat hängen zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises im Persischen Golf fest und jeden Tag fallen dadurch neue Kosten an

TUI entgehen Einnahmen aus einem Vorzeigesegment

NTG24 - Seit nun schon einem Monat hängen zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises im Persischen Golf fest und jeden Tag fallen dadurch neue Kosten an

 

Der Reiseveranstalter TUI sorgte an der Börse zwar schon länger nicht mehr für sensationell gute Laune. Recht ansehnlich entwickelte sich allerdings das Geschäft mit Kreuzfahrten. Die Schiffe sind nicht nur regelmäßig ausgebucht. Sie bringen auch satte Margen ein und sind damit ein wesentlicher Faktor in den Bilanzen des Konzerns. Umso schmerzhaftet ist es da, wenn gleich zwei Schiffe und damit ein Viertel der Flotte ausfällt.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeGenau damit hat TUI (DE000TUAG505) bedingt durch den Irankrieg zu kämpfen. Die Mein Schiff 4 und die Mein Schiff 5 liegen seit Kriegsbeginn im Persischen Golf fest. Der einzige Ausweg ist die Straße von Hormus, welche der Iran als Vergeltungsmaßnahmen für die Angriffe von Israel und den USA bis heute geschlossen hält. Bei TUI kann nur darauf gehofft werden, dass die Lage sich möglichst schnell beruhigen mag. Solange das nicht der Fall ist, fallen aber jeden Tag neue Kosten an.

Gezahlt werden wollen beispielsweise Hafengebühren. Zusätzlich dazu will eine Rumpfcrew versorgt werden, die jederzeit eine schnelle Abfahrt ermöglichen soll. Wie hoch die Kosten dafür sein mögen, darüber will TUI nicht sprechen. Während der Corona-Pandemie sprach man zwei bis drei Millionen US-Dollar pro Schiff und Monat. Sollten die Kosten derzeit auch nur halb so hoch sein, so würde nach nun über einem Monat schon einiges zusammenkommen. Dazu kämpft TUI auch mit Belastungen aufgrund höherer Ölpreise, welche sämtliche anderen Bereiche betreffen.

 

TUI und das Prinzip Hoffnung

 

Wann die beiden Schiffe sich wieder in Bewegung setzen können, das weiß momentan auch TUI selbst nicht. Jeden Tag aufs Neue hofft der Konzern auf neue Signale. Bis dahin bleibt einem nichts anderes übrig, als Reisen abzusagen und damit weitere Einnahmen zu verlieren. Das geschieht laut einem Bericht des „Handelsblatt“ mit einer Vorlaufzeit von vier Wochen. Mit eben dieser Zeit rechnet TUI für die Verlegung der Schiffe.

So bleibt einzig und allein die Hoffnung darauf, dass die beiden Schiffe nicht über den gesamten Sommer ausfallen mögen. Bis sich etwas tut, sitzt TUI auf hohen Kosten und enttäuschten Gästen. Letztere werden es eher schwerhaben, Reisen kurzfristig umzubuchen. Wer selbst storniert, zahlt in der Regel ordentlich drauf. Dazu kommt freilich die Sorge, dass die Schiffe beispielsweise durch Trümmerteile von abgefangenen Raketen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Der Iran greift seit Wochen Ziele im gesamten Nahen Osten an, wobei es auch immer wieder zu Kollateralschäden kommt.

Die Anleger können all das nur schwerlich ignorieren. Zwar ist das Joint Venture TUI Cruises nur ein Teil von TUI. Es hat aber wesentlichen Einfluss auf die Bilanzen. Mit jedem weiteren Tag des Stillstands drohen unschönere Ergebnisse und nach nun schon einem Monat sind Enttäuschungen mehr oder minder programmiert. Nicht ohne Grund rauschte die TUI-Aktie seit Kriegsbeginn im Nahen Osten schon um knapp 17 Prozent in die Tiefe. Zu Ostern standen eher maue 6,72 Euro auf dem Ticker.

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08.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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