als .pdf Datei herunterladen

UnitedHealth enttäuscht mit schwachen Aussichten und minimal Erhöhungen für Medicare-Zahlungen belasten die Aktie zusätzlich

Von Wachstum ist bei UnitedHealth wenig zu sehen

NTG24 - UnitedHealth enttäuscht mit schwachen Aussichten und minimal Erhöhungen für Medicare-Zahlungen belasten die Aktie zusätzlich

 

US-Versicherer erlebten am Dienstag einen ausgesprochen schlechten Börsentag. Besonders heftig hat es die Aktie von UnitedHealth erwischt. Enorme Kursverluste des Dow Jones-Schwergewichts rissen den gesamten Index in die Tiefe; eine deutliche Abwertung des US-Dollar tat ihr Übriges. Belastet wurde das Papier durch gleich zwei Faktoren.

Zum einen legte der Krankenversicherer Quartalszahlen vor, welche die Erwartungen der Märkte nicht erfüllen konnten. Die Umsätze lagen mit 113,2 Milliarden US-Dollar über eine halbe Milliarde Dollar unter der Konsensschätzung. Dass der Gewinn je Aktie mit 2,11 Dollar leicht höher als gedacht ausfiel, konnte die Investoren nicht weiter trösten. Denn die weiteren Aussichten fallen recht mau aus.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinWachstumssignale kann UnitedHealth (US91324P1021) für 2026 nicht in Aussicht stellen. Die Umsätze sollen mindestens bei 439 Milliarden Dollar ankommen, was m Vergleich zum Vorjahr (448 Mrd. Dollar) einen Rückgang bedeuten würde. Im besten Fall wird es wohl eine Stagnation geben. Derweil soll der Gewinn pro Aktie mit 17,75 Dollar nur leicht über den Markterwartungen liegen. Auch mit einer guten Portion Wohlwollen lassen sich hier keine positiven Überraschungen, wenn auch keine katastrophalen Entwicklungen entdecken.

 

 

 

Medicare lässt UnitedHealth abstürzen

 

Sehr viel stärker erwischten die UnitedHealth-Aktie allerdings die jüngsten Pläne der US-Bundesbehörde CMS. Jene sprach sich für 2027 für eine Erhöhung von Medicare-Zahlungen um lediglich 0,09 Prozent aus. Im Vorfeld sahen selbst pessimistische Prognosen wenigstens vier Prozent vor. Zum Teil wurden auch Chancen auf eine Erhöhung um sechs Prozent erkannt. Was nun in Aussicht gestellt wurde, entspricht defacto einer Stagnation und zeichnet auch für die Zeit über 2026 hinaus ein schwaches Bild.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM Trade Nicht nur UnitedHealth wurde durch diese Meldung kalt erwischt. In Verbindung mit den mauen Quartalsergebnissen fielen die Abschläge aber besonders hoch aus. Um 19,6 Prozent stürzte der Kurs am Dienstag in Tiefe und riss damit den Dow Jones ebenfalls in Richtung Süden. Die Bullen versuchten sich im zweiten Halbjahr 2025 zuletzt noch an einer Stabilisierung, scheinen nun aber mehr oder minder endgültig das Handtuch geworfen zu haben. Zu Handelsschluss standen nur noch 282,70 Dollar auf dem Ticker. Im vergangenen Frühjahr wurden die Anteilsscheine zeitweise noch für mehr als das Doppelte gehandelt.

Neben den großen Enttäuschungen auf fundamentaler Seite erweist die Charttechnik sich nun als zusätzlicher Belastungsfaktor. UnitedHealth scheint jeglichen Halt zu verlieren und Hoffnungen auf neue Wachstumssignale verschieben sich weit in die Zukunft. Da die medizinische Inflation in den USA auf bis zu zehn Prozent geschätzt wird, ergeben sich hinsichtlich Medicaid sogar Schrumpfsignale. Die US-Regierung begründet ihr radikales Vorgehen mit dem Kampf gegen angebliche Aufblähungen von Zahlungen durch das Dokumentieren von Diagnosen ohne Patientenbesuch.

 

Ein schwerer Schlag

 

Um die Kosten im Griff zu behalten, wird UnitedHealth künftig wohl bei den Leistungen kürzen müssen. Da Medicaid für gut 20 Prozent der Umsätze im Konzern verantwortlich ist, werden die massiven Kürzungen im Vergleich zu Steigerungen aus vorherigen Jahren sich spürbar auswirken. Vielleicht etwas Hoffnung könnte sich manch einer noch auf einen Wahlerfolg der Demokraten machen. Für eine Anpassung der Medicare-Sätze im Jahr 2027 wäre es dann aber schon zu spät.

Somit werden sich UnitedHealth und andere US-Versicherer erst einmal auf harte Zeiten einstellen müssen, in denen Wachstum bei Medicaid keine Rolle spielen wird. Durch Erfolge an anderer Stelle wird sich dieser große Posten sehr wahrscheinlich nicht ausgleichen lassen. Die Reaktion der Börse ist daher nachvollziehbar, wenngleich vielleicht auch etwas übertrieben. Auf eine schnelle Erholung ist für den Moment kaum Verlass. Das gilt insbesondere, sollten nun auch weitere Krankenversicherer die Märkte mit schwachen Zahlen enttäuschen.

Anzeige:

Banner TradingView

 

UnitedHealth-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten UnitedHealth-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UnitedHealth-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu UnitedHealth - hier weiterlesen...

 

28.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)