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AMD, Atoss Software, Solaria Energia, Techtronic: Wochen-Update Strategiedepot Aktien Spekulativ

Update zum Strategiedepot Aktien Spekulativ 24.01.2021 - Teil 2

 

Das sehr offensiv ausgerichtete und in diesem Profil mit einem erhöhten „Chance-Risiko-Hebel“ versehene Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV ließ in der letzten Woche dank der ausgeprägten relativen Stärke von Technologie- und sonstigen Wachstumstiteln, gerade auch im Segment der Nebenwerte, dem MSCI World (Euro) - Index erneut keine Chance und legte um + 3,6 % zu.

Hieraus resultierte per 24.01. seit Auflage am 26.02.2019 auf Währungsbasis Euro eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 60,9 %, womit die Outperformance gegenüber dem MSCI WORLD (Euro) - Index seit Auflage ein hochgradiges Ausmaß von + 38,0 % erreichte.

Die größten Depotgewinner waren in der letzten Woche die massiv hochschießenden Aktien des im deutschsprachigen Raum weit führenden und auch zunehmend in weitere europäische Länder expandierenden Technologiespezialisten für alle Bereiche des betrieblichen Personalmanagements ATOSS SOFTWARE (DE0005104400), die gleich um + 21 % explodierte, wie auch der Titel des weltführenden Hongkonger Elektrowerkzeugherstellers TECHTRONIC (HK0669013440), der um + 11 % hochschnellte.

Der gewaltige Sprung der Aktie von ATOSS SOFTWARE resultierte dabei aus der Vorabveröffentlichung exzellenter Eckdaten des Gesamtjahresergebnisses 2020 am 19.01., nach denen bereits der Konzernumsatz gegenüber 2020 um stolze + 21 % auf 86 Mio. EUR gesteigert und damit auch die Analysten-Konsensschätzung (83,5 Mio. EUR) übertroffen werden konnte.

Die Umsatzerlöse aus dem klassischen Kerngeschäft in Personalsoftware (weiterhin 65 % Konzernumsatzanteil) kletterten dabei genauso solide gegenüber dem Vorjahr um + 20 % auf 56 Mio. EUR 56. Den größten Wachstumsimpuls innerhalb der Softwareerlöse verzeichnete allerdings das Segment abonnementsbasierter Cloudlösungen, wo der Umsatz gegenüber dem Vorjahr gleich um + 66 % auf 13 Mio. EUR hoch katapultiert wurde.

Da hiermit das rasant boomende Cloud-Geschäft von Atoss Software jedoch auch weiterhin erst einen Konzernumsatzanteil von gerade einmal 15 % einnimmt, diese aber quasi voll dem bereits 70 %igen Anteil traditionell stetig wiederkehrender Softwareerlöse (sog. „recurring revenues“) zuzurechnen sind, lässt das kaum erahnen, in welch astronomische Umsatz- und vor allem auch Gewinndimensionen Atoss durch diese zunehmenden Cloud-Konversionen des traditionellen Software-Geschäfts in den nächsten Jahren noch vorstoßen kann, wenn diese Cloudexpansion auch weiterhin in einer gleichbleibenden Dynamik ihre Fortsetzung findet (wovon wir mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ausgehen).

Vor dem Hintergrund dieser überaus erfreulichen Umsatzausweitung verbesserte sich auch die Profitabilität von Atoss deutlich. Die operative EBIT-Gewinnmarge sprang gegenüber dem Vorjahr gleich von 27 % auf 30 %, was einer deutlich überproportionalen EBIT-Ausweitung um fast + 35 % entspricht. Ähnlich hoch taxieren die Analysten aktuell auch die voraussichtliche, von Atoss bislang noch nicht publizierte Ausweitung des Nettogewinns im Gesamtjahr 2020.

Auf Basis der boomenden Geschäftsentwicklung sowie der vom Konzernvorstand unvermindert bestätigten erfreulichen Auftragslage wie auch der weiterhin exzellenten Wachstumsaussichten hebt Atoss ihre bisherige Ergebnisprognose für das Jahr 2021 nun an. Die Gesellschaft erwartet für das laufende Jahr nunmehr einen Gesamtumsatz von über 95 Mio. EUR (bisher 93 Mio. EUR) sowie die (in unseren Augen selbst jetzt noch sehr konservativ angesetzte) Realisierung einer EBIT-Marge von mindestens 27 % (bisheriges Konzernziel sogar nur 25 %).

Den mittelfristigen Ausblick für die weiteren Jahre 2022 bis 2025 behält Atoss mit angepeilten Wachstumsraten der Gesamtumsätze zwischen 12 bis 16 % p.a. dagegen vorerst noch unverändert bei.

Ihr komplettes und endgültiges Gesamtjahresergebnis wird Atoss bereits in 2 Tagen am 29.01. präsentieren, allerdings erwarten wir hiervon nach den bereits vorab publizierten Eckdaten nun keinen weiteren Überraschungseffekt mehr.

Von Ende 2020 bis Ende 2022 erwarten die Analysten im Konsens derzeit vollkommen plausibel eine weitere Umsatzausweitung von Atoss um insgesamt ca. + 31 %, die unseres Erachtens (entgegen dem deutlich konservativeren Analystenkonsens) angesichts zunehmender Cloud- und damit auch Margenwachstumsdynamik mit einer im mindesten Falle genauso starken Nettogewinnausweitung einhergehen dürfte.

Hiermit wäre die Atoss-Aktie zwar immer noch mit einem optisch sehr hohen KGV (2022e) von 65 bewertet, allerdings wird diese Bewertung den auf unabsehbare Zeit weiterhin bestehenden hoch dynamischen Wachstumsperspektiven von Atoss vollauf gerecht.

Gleichzeitig reagieren wir auf den letztwöchigen erratischen Aktienkurssprung jedoch nun ebenso mit einer Anhebung der Stop Loss-Marke in der Aktie auf 163 Euro (= 15 % unter aktuellem Kurs von 191,50 Euro).

 

Aktienchart: ATOSS SOFTWARE

 

 

Die Hongkonger TECHTRONIC (Schlusskurs letzter Freitag 121,60 HKD) reagierte dagegen weiterhin sehr positiv auf die seit dem 05.01. durch die Analysten von JP Morgan, Bank of America und Morgan Stanley neu ausgerufenen Kursziele von 125 HKD, 135 HKD und 144 HKD für die Aktie des äußerst seit Jahren extrem wachstumsbeständigen Konzerns.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWir stufen die weiterhin nahe an ihrem Rekordhoch befindliche Aktie von Techtronic, die ihr Jahresergebnis 2020 am 16.03. publizieren wird (Analystenkonsens: Umsatz + 14 %, Nettogewinn + 20 %) mit einem KGV (2022e) von nur rd. 25 angesichts ihrer Weltmarktdominanz im breitest diversifizierten Bereich von Elektrowerkzeugen aller Art und des hierdurch generierten hoch stabilen Konzernwachstums nach wie vor als unterbewertet ein und behalten diese Depotposition daher selbstverständlich bei.

Zudem legte auch die Aktie des weltweit jeweils zweitgrößten Herstellers von PC-Prozessoren (hinter INTEL) und -Graphikkarten (hinter NVIDIA) ADVANCED MICRO DEVICES / AMD (US0079031078) am gestrigen 26.01. auf ganzer Linie überzeugende Ergebniszahlen zum 4. Quartal 2020 vor, die damit die Vorschusslorbeeren des Kurssprungs in der letzten Woche um + 5,2 % auch vollkommen rechtfertigten.

Denn die gestrige vorbörsliche Zahlenvorlage fiel nicht nur in absoluter Größenordnung exzellent aus (Umsatz + 52 % auf 3,24 Mrd. USD; Nettogewinn + 63 % auf 52 Cts. je Aktie), auch die Analystenkonsensprognosen (Umsatz 3,02 Mrd. USD; Nettogewinn 47 Cts. je Aktie) wurden hiermit mühelos überboten.

Die gewaltige Umsatzexplosion, den gestützt sowohl von anhaltend boomenden gewerblichen Auslieferungen der Prozessor-Serie „EPYC“ an Rechenzentren wie auch zusätzlich beflügelt durch Prozessorausstattungen der neuen Spielekonsolen Microsoft Xbox X und Sony Playstation 5 die Division „Gewerbliche und Integrierte Lösungen“ (Umsatz + 176 % auf 1,28 Mrd. USD) erzielte, übertraf die Analystenschätzungen (1,24 Mrd. USD) dabei ebenso, wie dies auch für die + 18 %ige Steigerung des Umsatzes in der zweiten Division „PC-Prozessoren und Graphikkarten“ (modernste Serie: „RYZEN“) auf 1,96 Mrd. USD galt (Analystenkonsens: nur 1,80 Mrd. USD).

In der Erwartung einer langfristigen Fortsetzung der glänzenden Geschäftslage von AMD hob der Konzern daher auch gleich seine Umsatzprognose für das laufende Quartal auf 3,1 - 3,3 Mrd. USD an (bisheriger Analystenkonsens nur 2,72 Mrd. USD) und stellte bereits sogar schon für das Gesamtjahr 2021 eine weitere rd. 37 %ige Umsatzsteigerung auf ca. 13,37 Mrd. USD in Aussicht (Analystenkonsens auch hier bisher nur 12,26 Mrd. USD).

Auch der aufsichtsrechtliche Abschluss der 35 Mrd. USD-Mega-Übernahme des Prozessor-Spezialisten für Rechenzentren und Kommunikationsnetzwerke, XILINX, der laut Vorstandschefin Lisa Su einen weiteren strategischen Meilenstein in dem langfristig angestrebten Aufstieg von AMD zum weltgrößten Prozessor-Hersteller für sämtliche privaten PC- wie gewerblichen Datenübertragungs-Segmente darstellen wird, verläuft nach Vorstandsangaben bisher völlig planmäßig und sollte sich bis spätestens Ende 2021 realisieren lassen.

In dieser aktuellen und hochwahrscheinlich auch weiterhin bestechenden Erfolgsspur von AMD in der künftigen Erreichung ihrer Weltmarktführungs-Ziele erachten wir die Aktie mit ihren aktuellen KGV (2022e) von 39 auch weiterhin als unterbewertet, und belassen sie unter Beibehaltung unserer Kaufempfehlung für risikobereite Anleger auch weiterhin in unserem Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV.

Ferner stürzte jedoch die Aktie des in der Vorwoche nur noch recht mühsam um + 1,4 % zulegenden, monatelangen spanischen Photovoltaik-Highflyers SOLARIA ENERGIA (ES0165386014) seit Anfang dieser Woche ohne jegliche neue fundamentale Unternehmensmeldungen in einem schlagartigen Kurscrash bis heute um nicht weniger als - 21 % auf einen Kurs von nur noch 20,78 Euro ab.

Hiermit wurde daher auch bereits zum gestrigen Schlusskurs unsere bei 23,40 Euro gesetzte Stop Loss-Marke verletzt und die Aktie zu diesem Kurs nun mit einem stolzen Einstandsgewinn von + 140 % aus dem Depot eliminiert.

Nachdem mit diesem Kurscrash nun jedoch zum heutigen Börsenschluss exakt wieder die derzeit vom Analystenkonsens als „fundamental fair“ bei 20,82 Euro angesiedelte Kurs-Zielmarke erreicht wurde, behalten wir uns ab morgen wieder angesichts des fulminanten Wachstumstempos des Konzerns (nach Analystenkonsens voraussichtliche Gewinn-Versiebenfachung von Ende 2019 bis Ende 2022, KGV 2022e damit aktuell vollauf akzeptable 42) einen sofortigen Rückkauf der Aktie in unser Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV vor, was wir in Abstimmung mit der allgemeinen Markt- und speziellen Aktienkurssituation morgen noch gesondert prüfen und ggfs. kommunizieren werden.

 

27.01.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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