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Varta stürzt weiter ab, unschöne Vorhersage der Deutschen Bank, mBank setzt der Commerzbank erneut zu und Nel ASA bleibt der Weg in Richtung Norden versperrt

Der nächste verlustreiche Tag für die Anleger

NTG24 - Varta stürzt weiter ab, unschöne Vorhersage der Deutschen Bank, mBank setzt der Commerzbank erneut zu und Nel ASA bleibt der Weg in Richtung Norden versperrt

 

Im frühen Handel am Dienstag versuchten sich die Börsianer noch an einer Erholung und bekamen dabei unter anderem von überraschend starken US-Konsumdaten Rückenwind. Letztlich reichte es aber nicht aus, um gegen die anhaltenden Zins- und Rezessionssorgen anzukommen und die meisten Titel verabschiedeten sich mal wieder im roten Bereich aus dem Handel.

In die Tiefe ging es etwa für die Aktie von Varta (DE000A0TGJ55), welche nach der gestrichenen Prognose für das laufende Jahr ohnehin schon schwer unter Druck geraten war. Steigende Kosten für Energie und Rohstoffe schlagen die Anleger weiterhin in die Flucht. Gestern ging es um 3,65 Prozent auf 35,64 Euro abwärts. Zeitweise wurde bei mageren 34,48 Euro ein neues Jahrestief erreicht.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEs sieht ganz so aus, als würden die Bären gerade testen, wie weit sie Varta noch in Richtung Kurskeller treiben können. Mehr Rückenwind könnten sie dabei kaum haben, denn positive Aussichten für Varta gibt es in absehbarer Zeit so gut wie überhaupt keine. Das Geschäft mit klassischen Batterien stockt, Probleme in den Lieferketten sorgen für eine nachlassende Produktion der wichtigsten Kunden. Die vielbeachteten E-Auto-Batterien sollen derweil frühestens im übernächsten Jahr für Umsätze sorgen.

 

Deutsche Bank warnt vor heftiger Rezession

 

In einer möglichen Rezession dürfte die Lage sich für hiesige Unternehmen kaum bessern und eine solche gilt in Europa mittlerweile schon mehr oder weniger als sicher. Während mancher Ökonom um einen Rückgang der Wirtschaft um ein oder zwei Prozent fürchtet, geht die Deutsche Bank (DE0005140008) allerdings noch einen großen Schritt weiter. Kürzlich warnten die Experten des Geldhauses, dass die Wirtschaft in Deutschland im kommenden Jahr um vier Prozent einbrechen könnte.

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Die Indizien für einen solchen Einbruch sind durchaus vorhanden, vor allem wenn die Politik nicht endlich beherzt gegensteuert. Davon ist bisher eher wenig zu sehen, sodass die Vorhersagen der Deutschen Bank durchaus Gehör finden. Der eigenen Aktie tut man damit nicht unbedingt einen Gefallen, da bei einer Rezession auch bei den Banken mit massiven Problemen gerechnet wird. Die Deutsche Bank-Aktie verlor gestern entsprechend um 4,28 Prozent an Wert und fiel auf 8,13 Euro zurück. Vor Kurzem konnten noch Kurse von über 9 Euro erreichte werden, jetzt geht es steil auf die 8-Euro-Marke zu.

 

Auch die Commerzbank steht unter Druck

 

Mit ähnlichen Verlusten hatte auch die Aktie der Commerzbank (DE000CBK1001) am Dienstag zu kämpfen. Hier mussten Abschläge von 4,05 Prozent verkraftet werden, der Kurs fiel bis auf 7,44 Euro zurück. Neben den bereits genannten Rezessionssorgen dürfte hier auch die polnische Tochter mBank (PLBRE0000012) eine Rolle gespielt haben.

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Werbebanner EMH PM TradeBei jener wird die Risikovorsorge wohl noch einmal um 490 Millionen Euro aufgestockt, was die Aussicht auf die Bilanz der Commerzbank um ein gutes Stück schmälert. Es ist nicht das erste Mal, dass die mBank den Anlegern der Commerzbank Kopfzerbrechen bereitet. Angesichts der weitaus größeren Sorgen um die Konjunktur an sich tritt das Thema momentan aber auch fast ein Bisschen in den Hintergrund.

 

Nel ASA bleibt dem Ausbruch fern

 

Immerhin gab es überhaupt Gewinner im gestrigen Handel und einer davon war die Aktie von Nel ASA (NO0010081235). Um immerhin rund zwei Prozent konnte die sich verbessern und den Kurs damit bis auf 1,17 Euro steigern. Wer den Titel bereits länger verfolgt, weiß aber, dass sich dadurch rein charttechnisch erst einmal keine neuen Erkenntnisse ergeben.

Nach einem unschönen Absturz in den letzten Wochen bleibt der Widerstand bzw. die ehemalige Unterstützung bei 1,20 Euro im Fokus. Solange Nel ASA unter dieser Marke notiert, sind die unmittelbaren Aussichten für den Titel alles andere als erfreulich. Optimisten retten sich mit der Aussicht auf eine langfristig positive Entwicklung. In der aktuellen Ausgangslage werden sie sich aber zwischenzeitlich auf schwere Tage einstellen müssen.

 

Und täglich grüßt die Zinsangst

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistInsgesamt folgten die Märkte am Dienstag dem gleichen Drehbuch wie schon in der gesamten letzten Woche. Ängste rund um Zinsen, Inflation und Rezession beherrschen nach wie vor alles und die Erholung lässt auf sich warten. Große Sorgen machen die Börsianer sich vor allem darum, dass die Ära der steigenden Zinsen länger dauern und heftiger ausfallen könnte als bisher vermutet. Solange solche Aussichten aktuell bleiben und ihnen keine positiven Signale entgegengesetzt werden, dürfte die Kauflaune weiterhin eingefroren bleiben.

 

28.09.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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