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Vergleich bei Pharmakonzern-Riesen

Wer steckt hinter der Opioid-Krise in den USA?

NTG24 - Vergleich bei Pharmakonzern-Riesen

 

Im Rahmen der Opioid-Krise in den USA ist ein Vergleich über tausende Klagen gegen große Arzneimittelhersteller und -händler zustande gekommen, nachdem AmerisourceBergen Corp., Cardinal Health Inc. und McKesson Corp. sowie Johnson & Johnson seit mehr als zwei Jahren darüber verhandelt haben.

Die immer noch andauernde Opioid-Krise in den USA, die zwischen den Jahren 1999 und 2019 etwa 500.000 Menschen das Leben gekostet hat, hat während der Corona-Pandemie neue Höchstwerte an Drogentoten erlangt. Die Ursache für diese Krise liegt vorwiegend zwar in legalen opioidhaltigen Schmerzmitteln, die zuvor von Ärzten verschrieben worden waren, die jedoch auch äußerst süchtig machen. Besonders problematisch ist, dass viele Opioid-Süchtige im Laufe der Zeit zu anderen Mitteln wie Heroin und Fentanyl wechseln. Dies spitzte sich 2017 sogar derart zu, dass in den USA der nationale Notstand erklärt wurde. Im Zuge dieser Krise wurde insbesondere Pharmakonzernen vorgeworfen, die Opioid-Epidemie im Land weiter angeheizt zu haben.

 

Juristische Aufarbeitung der Krise

 

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Werbebanner ClaudemusDie juristische Aufarbeitung der Opioid-Krise zieht sich mittlerweile über Jahre und richtet sich vor allem gegen namenhafte Pharmakonzerne. Nachdem bereits in der Vergangenheit schon andere Vergleiche mit verschiedenen Unternehmen geschlossen wurden, haben nun die Arzneimittelgroßhändler McKesson, AmerisourceBergen und Cardinal Health sowie der bekannte Medikamentenhersteller Johnson & Johnson einen milliardenschweren Vergleich mit zahlreichen Klägern akzeptiert. Die Unternehmen könnten dabei letztlich bis zu 26 Milliarden Dollar zahlen.

Konkret waren die Konzerne beschuldigt worden, mit den hergestellten und vertriebenen Schmerzmitteln zu der stark ansteigenden Medikamentenabhängigkeit in den USA beigetragen zu haben, indem sie Schmerzmittel mit Opioiden unter Verschleierung der Suchtgefahren eigennützig und rücksichtlos vermarktet haben. Darüber hinaus hätten die besagten Händler auch nicht genügend unternommen, um eine massenhafte Verbreitung der Schmerzmittel über illegale Kanäle zu verhindern, weshalb Bundesstaaten und örtliche Behörden von den Unternehmen Entschädigung forderten.

Durch die nun geschlossene Vereinbarung mit den Behörden sollen durch die Zahlungen rund 4000 vor Gerichten anhängige Schadenersatzforderungen beigelegt werden.

Vorgesehen ist nach Angaben von Chefanklägerin James, dass der Konzern Johnson & Johnson über einen Zeitraum von neun Jahren fünf Milliarden Dollar zahlt. McKesson, Cardinal Health und AmerisourceBergen sollen insgesamt 21 Milliarden Dollar innerhalb von 18 Jahren zahlen. Die genaue Ausgestaltung ist aber noch von weiteren Zustimmungen abhängig.

Die gezahlten Gelder sollen dann unter anderem auch für die Finanzierung der Behandlung von Opioide-Süchtigen sowie für diverse Präventionsprogramme verwendet werden.

 

22.07.2021 - Ann-Kathrin Wellen - akw@ntg24.de

 






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