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Voltabox kündigt revolutionäres Batteriekonzpt an

Kann Voltabox diesmal liefern?

 

Aktuell sind Aktien aus dem Bereich der E-Mobilität ein absoluter Renner. Von dieser Euphoriewelle wurden auch viele Nebenwerte erfasst, die bislang kaum nennenswerte Umsätze im realen Geschäft erzielten. Dieses gute Marktsentiment will jetzt auch die Voltabox AG (ISIN: DE000A2E4LE9; WKN: A2E4LE) aus Delbrück nutzen. Am Dienstag reagierte der Kurs auf die Ankündigung eines revolutionären Batteriekonzeptes bereits mit einem Kurssprung von 21 % im Xetra-Handel. Allerdings war die Notierung zuvor auf ein extrem enttäuschendes Niveau gefallen.

Am 1. Dezember will Voltabox der Weltöffentlichkeit ein völlig neu entwickeltes Batteriekonzept unter dem Namen Flow-Shape-Design vorstellen. Hierbei soll sich der Ansatz grundlegend von bisherigen Produktionsstandards für Batteriemodule unterscheiden. Entsprechend erklärte Voltabox CEO Jürgen Pampel: "Mit dem Voltabox-Flow-Shape-Design(R) treten wir in eine neue Ära der Batterieauslegung ein. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, die bestehenden und weltweit etablierten Modul- und Batteriekonzepte abzulösen.“ Er fügte hinzu: „Zudem sind wir mit der Technologie in der Lage, unseren Kunden flexibel und je nach Bedarf Mechanismen für eine noch einmal erhöhte Batteriesicherheit anzubieten.“

 

Den Nerv der Zeit getroffen

 

An der Börse reagierten einige Anleger extrem zügig auf die jüngste Nachricht. In der Spitze schnellte Voltabox gegenüber dem Vortagesschlusskurs um 39 % auf einen Stand von 4,10 Euro nach oben. Allerdings nutzten andere Investoren, die mit der Aktie stark im Minus liegen dürften, gleich die Gelegenheit zum Ausstieg, weshalb der Kurs bei 3,64 Euro aus dem Xetra-Handel ging.

Aktuell wird Voltabox mit einer Marktkapitalisierung von knapp 60 Mio. Euro bewertet. Dies ist für einen Titel, der tatsächlich eine absolute Batterieinnovation auf den Markt bringt, ein erstaunlich niedriger Preis. Denn einige andere Nebenwerte, die vom Börsenboom bei der Elektromobilität erfasst wurden, kommen mittlerweile auf einen Wert von über 1 Milliarde Euro. Allerdings gibt es einen Grund, warum einige Anleger am Donnerstag dennoch ihre Anteile verkauften.

 

Bei Voltabox ist Vorsicht angebracht

 

Anfang 2018 kommunizierte Voltabox einen extrem starken Auftragseingang. In einer Unternehmensmeldung von 29.01.2018 hieß es wortwörtlich: „Kumulierter Auftragsbestand bis 2022 überschreitet Milliardenschwelle.“ Entsprechend hofften viele Anleger auf einen schnellen Profit. Geliefert hat die Firma aber praktisch nicht. Denn in den Jahren 2018 und 2019 wurden lediglich Erlöse von 66,9 Mio. Euro und 56,6 Mio. Euro erzielt. Gleichzeitig erzielte Voltabox einen Nettoverlust von 102 Mio. Euro im Vorjahr. Auch in 2020 und 2021 dürften die Erlöse nicht dramatisch in die Höhe schießen, vielmehr rechnen die Analysten mit einem Umsatz von 60,0 bis 75,1 Mio. Euro. Vor dem Hintergrund, dass bereits 2018 ein kumulierter Auftragsbestand von mehr als 1 Milliarde Euro kommuniziert wurde, sind diese Zahlen mehr als enttäuschend.

 

 

Entsprechend trennten sich nach und nach viele Anleger von der Voltabox-Aktie, die Ende 2017 zeitweise deutlich oberhalb der Marke von 30 Euro gehandelt wurde. Deshalb könnte sich der jüngste Kursanstieg, der unterhalb der Marke von 3 Euro einsetzte, als Strohfeuer erwiesen. Sicherlich dürften auch in den kommenden Wochen einige spekulative Anleger bei Voltabox einsteigen. Nachdem das Management aber bereits einmal massiv enttäuschte, ist die Skepsis des Marktes durchaus zu verstehen. Deshalb ist Voltabox noch keinesfalls über den Berg und für langfristig orientierte Investoren kein solider Kaufkandidat.

 

20.10.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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