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Fed Minutes: Von Zinswende keine Spur

Fed Minutes signalisieren eine Rezession für 2023 - Wall Street arbeitet hektisch am Window-Dressing

NTG24 - Fed Minutes: Von Zinswende keine Spur

 

Manchmal ist man wirklich überrascht, wie sklavisch die Mainstream-Presse die Agenda-Punkte der Wall Street übernimmt. Nach Veröffentlichung der Fed-Minutes ist tatsächlich in der „Fachpresse“ von einer „Zinswende“ die Rede. Natürlich wird es letztlich eine Zinswende geben, aber das ist nicht das, was im Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses steht. Es scheint, als ob in den Redaktionen niemand den Text gelesen hat. 

Die Federal Reserve hat auf ihrer Sitzung am 01. und 02. November ein sehr differenziertes Bild gezeichnet. Das Basisszenario für 2023 ist eine Rezession. Kein Wachstum, sondern eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung. Zu dem gleichen Schluss war ich auch gekommen und hatte Ihnen im aktuellen Zürcher Finanzbrief detailliert dargestellt, warum die Unternehmensgewinne in den USA im kommenden Jahr nicht leicht steigen werden, wie aktuell von der Wall Street eingepreist, sondern um ein gutes Drittel fallen werden. 

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Werbebanner EMH PM TradeDie Ökonomen und Analysten der US-Notenbank bezeichnen die Inflation als „hartnäckig“. Denn sie reagiert nicht oder nur geringfügig auf die bereits erheblichen Massnahmen, die die Federal Reserve in diesem Jahr durchgeführt hat. Im Gegensatz zu den Aussagen der Wall Street lautet die Prognose der Fed, dass die Inflation weiterhin ein Problem und Risiko für die Wirtschaft darstellen wird. Man sieht zudem das Risiko weiter steigender Inflationsraten. 

 

Wall Street baut das Window-Dressing aus

 

Parallel dazu mehren sich die Anzeichen, dass die Konjunktur sich in den USA abzuschwächen beginnt. Insbesondere die steigenden Kapitalkosten und Kostensteigerungen beim Einkauf und auf Ebene der Gehälter setzen den Unternehmen zu. Beim Absatz wiederum ist ein klarer Trend zum Downsizing zu erkennen. Insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen trifft die Inflation besonders hart. Sie reagieren darauf mit Verzicht (Nachfragezerstörung) und dem Ausweichen auf billigere Alternativen (fallende Margen für Unternehmen). Beides ist Gift für eine Volkswirtschaft, die zu zwei Dritteln vom Konsum abhängig ist, der noch dazu gerne mit Kredit erzeugt wird.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWie wird die Fed auf diesen giftigen Cocktail reagieren? Die Wall Street suggeriert im Rahmen des laufenden Window-Dressings, dass die US-Notenbank am Ende im Zweifel das machen wird, was sie seit 2008 immer gemacht hat: Die Wirtschaft mit Zinssenkungen und QE-Programmen vor einer Kontraktion retten. Würde Trump im Amt sein, wäre das ein sehr wahrscheinliches Szenario, denn schon während seiner Amtszeit drohte er der Notenbank unverhohlen, dass er unzufrieden mit der Geld- und Zinspolitik war und jeder austauschbar sei. Doch die Biden-Administration wird öffentlich die Fed niemals ernsthaft kritisieren, weswegen die Notenbanker auch das machen werden, was richtig ist: Die Nachfrage so weit zerstören, bis die ausser Rand und Band geratene Inflation wieder unter Kontrolle ist.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

25.11.2022 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 






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