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Ballard Power, Nel Asa sowie Plug Power drohen kurzfristig noch weitere dramatische Kursverluste

Bodenlos

 

Seit Februar befinden sich die einstigen Highflyer aus dem Wasserstoffsektor Ballard Power (CA0585861085), Nel Asa (NO0010081235) sowie Plug Power (US72919P2020) in einer dramatischen Abwärtsbewegung. Auch wenn einige Retail-Investoren auf dem aktuell massiv reduzierten Kursniveau nun Schnäppchen wittern, so bleiben Investments in alle der drei genannten Werte unverändert extrem spekulativ, da hier unserer Einschätzung nach weiterhin ein erhebliches Abwärtspotenzial besteht. So ist mittlerweile zwar schon viel Dampf aus der Wasserstoffblase abgelassen worden, dennoch ist die Bewertung bei den Titeln aus fundamentaler Sicht immer noch überaus ambitioniert.

Dies wird beispielsweise auch an den Q1-Zahlen der kanadischen Firma Ballard Power deutlich. So reduzierten sich die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 23,9 Millionen auf 17,6 Millionen US-Dollar, wobei sich gleichzeitig der Nettoverlust von 13,5 Millionen auf 17,6 Millionen US-Dollar ausweitete. Entsprechend arbeitete Ballard Power im ersten Quartal mit einer Nettoumsatzrendite von -100% extrem defizitär und musste gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen derart starken Erlösverlust hinnehmen, der bei jedem rational agierenden Aktionär erhebliche Zweifel wecken müsste. Denn an der Wall Street ist der Titel immer noch rund 4,5 Milliarden US-Dollar wert, was unserer Meinung nach in keiner Relation zu den Aussichten der Firma steht.

 

Ballard Power dürfte abermals enttäuschen

 

Bereits zur Jahrtausendwende vollzog der Anteilschein von Ballard Power einen exorbitanten Höhenflug, wobei die Aktie splitbereinigt zeitweise oberhalb der Marke von 140 US-Dollar notierte. Allerdings erfüllten sich die Erwartungen der Investoren keinesfalls, vielmehr setzte der Kurs zeitweise sogar unter die Marke von 1 US-Dollar zurück, weshalb der Titel zeitweise zum Penny-Stock mutierte. Auch wenn die Aussichten für den Wasserstoffsektor jetzt besser sein mögen, so ist es keinesfalls garantiert, dass Ballard Power hiervon dauerhaft profitieren sollte, da der Wettbewerb in der Branche immer stärker wird und auch immer mehr Mega-Konzerne in das Geschäft einsteigen.

 

 

Aktuell rechnen die Analysten an der Wall Street damit, dass Ballard Power zumindest bis 2023 jedes Jahr einen Verlust schreiben wird. Ob das Erlösniveau von 104 Millionen US-Dollar im Jahr 2020 auf 235 Millionen US-Dollar bis 2023 anziehen wird, ist mit den rückläufigen Q1-Umsätzen ebenfalls sehr fraglich. Entsprechend halten wir einen weitaus niedrigeren Börsenwert für realistisch, wobei wir für die Aktie ein weiteres Verlustpotenzial von mindestens 50 % sehen.

 

Das Fazit:

 

Anleger sollten die Ballard Power-Aktie strikt meiden. Gleiches gilt aber auch für die Anteilscheine von Nel Asa sowie Plug Power, da beide Werte unserer Meinung nach ebenfalls weitaus zu hoch bewertet werden. Vielmehr halten wir traditionelle Player wie das Unternehmen ThyssenKrupp aus Essen (DE0007500001) für ein deutlich aussichtsreicheres Investment im Wasserstoff-Sektor, auch wenn der Konzern in zahlreichen anderen Sparten aktiv ist. So ist hier die Bewertung trotz der starken Performance in den vergangenen Monaten immer noch so niedrig, dass ein weiterhin umfangreiches Kurspotenzial besteht.

 

06.05.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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