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Werder Bremen will 30 Millionen Euro an frischen Mitteln an der Börse einsammeln

Bonität extrem schwach

 

In der deutschen Fußball-Bundesliga hatten viele Clubs bereits vor der Covid-19-Pandemie massive Probleme, in ihrem operativen Geschäft nachhaltige Gewinne zu erzielen. Dies liegt unter anderem an der Tatsache, dass die Spielergehälter und Transfersummen in den vergangenen Jahren tendenziell weiterhin stark angestiegen sind, was für viele Vereine eine nicht zu unterschätzende finanzielle Herausforderung darstellt. Da sich mit dem Corona-Virus diese Situation nochmals verschärft hat, ist es keinesfalls verwunderlich, dass jetzt die SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA eine Anleihe (DE000A3H3KP5) im Volumen von 30 Millionen Euro platzieren will, um die eigene Liquidität zu stärken und weitere Projekte zu finanzieren.

Aktuell können Anleger die Schuldverschreibung noch voraussichtlich bis zum 1. Juni 2021 bis um 12:00 Uhr zeichnen. Hierbei will der Verein mit einem Zinssatz, der zwischen 6,0 % und 7,5 % liegen soll, punkten. Allerdings halten wir die Obligation angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfeldes keinesfalls für attraktiv. Denn in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (per Ende Juni) musste die Firma nicht nur einen Umsatzrückgang von 65,4 Millionen auf 43,4 Millionen Euro hinnehmen. Vielmehr weitete sich gleichzeitig der Nettoverlust binnen Jahresfrist von 6,3 Millionen auf 17,3 Millionen Euro aus. Somit arbeitete die Trägergesellschaft schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie defizitär. Zudem wies Werder Bremen zum Jahreswechsel ein negatives Eigenkapital in Höhe von 30,6 Millionen Euro aus, was als ein weiteres Indiz für die sehr schwache Bonität des Schuldners gewertet werden kann.

 

Sportlich überzeugt Werder Bremen aktuell ebenfalls nicht

 

Auch wenn Werder Bremen sicherlich ein Traditionsverein ist, so liegen die großen sportlichen Erfolge, die unter anderem der legendäre Trainer Otto Rehagel mit dem Team einfahren konnte, lange zurück. In der laufenden Saison belegt der Verein derzeit gerade einmal den Relegationsplatz, wobei am 34. Spieltag mit Mönchengladbach ein schwerer Gegner ansteht. Entsprechend könnte der 1. FC Köln in der Tabelle noch an Bremen vorbeiziehen, womit der direkte Abstieg in die Zweitklassigkeit droht. Entsprechend könnte sich die finanzielle Lage beim Club nochmals dramatisch verschlechtern, womit bei der Anleihe aus unserer Sicht ein derart hohes Ausfallrisiko besteht.

Entsprechend droht bei dem Papier relativ zeitnah ein Kursverfall, wie er in den vergangenen zwölf Monaten auch bei der bis zum Jahr 2023 laufenden Schalke-Anleihe (DE000A2AA048) beobachtet werden konnte. So wird die Obligation, die einen Zinssatz von 5 % bietet, im Moment nur zu rund 79 % des Nennwerts gehandelt. Hieraus ergibt sich zwar eine Umlaufrendite von 16,7 %. Angesichts des massiven Verlustrisikos stufen wir aber auch hier das Investment als unattraktiv ein.

 

Das Fazit:

 

Aus unserer Perspektive ist die Werder Bremen-Anleihe ein Liebhaberobjekt, welches allerdings für klassische Investoren wegen der schwachen Bonität aber nicht geeignet ist.

 

17.05.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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