Für Beschäftigte von Zalando in Erfurt wurde ein Sozialplan festgelegt, womit gleichzeitig das Ende des Standorts besiegelt wird
Das Logistikzentrum von Zalando in Erfurt ist nicht mehr zu retten
Bereits zu Beginn des Jahres kündigte Zalando die Schließung seines Logistikstandorts in Erfurt an und begründete dies mit der Übernahme von About You. Gearbeitet werden soll an einer Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzes. Es kam schnell Widerstand gegen die Pläne seitens der Arbeitnehmervertreter aus. Einigen konnten die beiden Parteien sich dabei bis zuletzt nicht.
Zalando (DE000ZAL1111) hielt bis zuletzt an seinen Schließungsplänen fest und wollte sich auch auf die Vorstellungen des Betriebsrats hinsichtlich eines Sozialplans nicht einlassen. Ein eben solcher wurde nun durch eine Schlichtungsstelle festgelegt, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Weitere Details scheinen noch nicht bekannt zu sein. Es sollen aber wohl rund 2.100 Mitarbeiter entschädigt werden, welche vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes stehen.
Gleichzeitig ist damit auch das Ende des Standorts besiegelt. Wie gehabt soll die Schließung bereits Ende September erfolgen, bekräftigte ein Sprecher von Zalando. Eine Transfergesellschaft, welche den Beschäftigten beim Übergang in eine neue Arbeit helfen sollte, wollte der Modehändler nicht finanzieren. Das sorgte beim Betriebsrat für besonders große Enttäuschung.
Die Anleger zeigten sich am Donnerstag derweil erfreut. Vielleicht nicht unbedingt über die Schließung an sich, welche einmalig zu hohen Kosten führen wird. Beruhigend wirkt aber, dass das Thema nun endlich abgehakt werden kann und nicht immer wieder durch die Schlagzeilen geprügelt wird. Die Zalando-Aktie stieg gestern um 3,9 Prozent auf 27,05 Euro und machte damit Verluste des Vortags zu weiten Teilen wieder wett.
Zalando auf neuen Wegen
Noch besser konzentrieren kann sich Zalando nun darauf, zurück auf den Wachstumskurs zu finden. Davon erhoffen sich auch die Aktionäre so einiges. Nach einer langen Durststrecke treibt es den Aktienkurs seit Mitte Mai kontinuierlich in Richtung Norden und vom 52-Wochen-Hoch bei 29,19 Euro sind die Bullen nicht mehr weit entfernt. Unterstützt wird die positive Entwicklung von der Hoffnung darauf, dass die Konjunktur und Konsumlaune langsam wieder Fahrt aufnehmen könnte.
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10.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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