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BÖRSE TO GO - mit Continental, Xerox und AMS

Bodenbildung läuft - wenn auch volatil

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Continental, Xerox und AMS

 

Guten Tag,

dass es schwer werden wird, einen belastbaren Boden in den Märkten zu finden, war schon vorher bekannt und bestätigt sich zur Wochenmitte erneut. Exemplarisch dafür der Blick auf den DAX: Dieser hatte gestern zumindest zeitweise schon einmal erneut über die Marke von 10.000 Zählern schauen können, liegt heute allerdings wieder mit über 3 % im Minus. Die Begründungen dafür sind relativ beliebig:

Denn erklärt werden die erneuten Gewinnmitnahmen mit weiteren Meldungen von Unternehmen, die ihre Gewinnziele, Dividenden und auch Aktienrückkaufprogramme einkassieren. Kein Wunder, denn derzeit ist Cash König. Entsprechende Ankündigungen können eigentlich nicht überraschen und sind nur wohlfeile Begründungen für kurzfristige Gewinnmitnahmen. Insofern:

An unserer grundlegenden Einschätzung, dass die Märkte derzeit dabei sind, ihre Talsohle zu stabilisieren mit entsprechenden Implikationen für die nächsten Monate, gibt es nichts zu ändern. Wir hatten Ihnen im letzten Zürcher Trend die entsprechenden Spannen für die Bodenbildung angegeben und dabei bleibt es auch. Jetzt gilt es, die Aktien zu identifizieren, die in dem erwarteten Aufschwung das interessanteste Potenzial darstellen. Das ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, nachdem der Markt insgesamt so stark gefallen ist, aber sehr lohnend.

Doch gleichzeitig heißt dies, nicht gleich wieder in die Vollen zu gehen, sondern erst einmal nur den schon oftmals zitierten Fuß in die Tür zu stellen. Tage wie heute, die entsprechende Abschläge liefern, sehen wir deshalb auch eher als Tage für Kaufgelegenheiten. Unabhängig davon, dass natürlich die nächsten Tage und Wochen weiterhin sehr volatil bleiben werden.

 

CONTINENTAL kassiert Prognose

 

Auf Unternehmensebene gibt es nur wenige substantielle neue Erkenntnisse. Das gilt auch für CONTINENTAL. Der Automobilzulieferer hat heute Morgen den Jahresausblick einkassiert. Natürlich mit Hinweis auf die Corona-Krise. Ursprünglich hatte man mit Umsätzen zwischen 42,5-44,5 Milliarden Euro gerechnet. Die bereinigte EBIT-Marge sollte zwischen 5,5-6,5 % liegen. Beides Werte, die unter den Vorjahresergebnissen ausfallen würden. Nun traut sich CONTINENTAL keine Jahresprognose mehr zu, schaut lieber erst einmal auf das erste Quartal.

Hier stellt CONTINENTAL einen Umsatz von 9,4-9,8 Milliarden Euro in Aussicht bei einer EBIT-Marge von nur noch 2-3 %. Im Vorjahr hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum 11 Milliarden Euro umgesetzt und eine Marge von 8,1 % erzielt. Das hinterlässt natürlich heute auch seine Spuren am Aktienmarkt. Allerdings würden wir hier durchaus etwas Positives abgewinnen können. Denn der derzeitige Abschlag von 4,8 % erscheint uns angesichts der Tragweite des Ausblicks noch sehr moderat. 

Das hat sicherlich etwas damit zu tun, dass CONTINENTAL bestätigte, für das vergangene Geschäftsjahr weiterhin eine Dividende von 4 Euro zahlen zu wollen. Das entspricht einer Dividendenrendite von derzeit rund 6,5 %. Aktionäre müssen sich allerdings noch gedulden, denn auch CONTINENTAL hatte seine Hauptversammlung bereits verschoben und erklärt, diese im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (also innerhalb der ersten acht Monate des Jahres) nachholen zu wollen. Der Termin ist also weiterhin unklar.

 

Kursverlauf Continental

 

XEROX sagt Übernahmeversuch ab

 

Noch mal zum Thema Cash is King: Gestern Abend hat der Druckerhersteller XEROX die feindliche Übernahme von HP abgeblasen. Seit fünf Monaten hatte man bislang erfolglos versucht, HP zum Einlenken zu bewegen. Mit der Corona-Krise kam allerdings noch eine ganz andere Schwierigkeit hinzu. Denn XEROX hätte die Übernahme auch massiv mit Fremdkapital finanzieren müssen. Und das lässt sich in der jetzigen Situation nicht darstellen. 

Die Börse gab XEROX gestern ein ordentliches Plus von über 5 %, während es bei HP leichter Abschläge gab. Wir hatten hier soundso eine eher kritische Haltung zu dem Vorhaben und können eigentlich diesen Schritt nur begrüßen. Wer weiß aber, vielleicht versucht es XEROX nach der Krise irgendwann noch einmal, dann hoffentlich aber auch zu höheren Preisen, die beim aktuellen Angebot eher unattraktiv waren.

 

AMS bringt Kapitalerhöhung durch

 

Und noch einmal in die Schweiz. Denn inzwischen liegen die Ergebnisse der auch von uns thematisierten Kapitalerhöhung des österreichischen Sensorenherstellers AMS vor. Die Kapitalerhöhung über 1,75 Milliarden Franken soll helfen, die geplante OSRAM-Übernahme zu finanzieren. Wie nun bekannt wurde, konnte AMS rund 70 % der angebotenen Aktien am Markt platzieren. Allerdings bleibt man nicht auf dem Rest sitzen, sondern die restlichen 30 % werden von den Syndikatsbanken entsprechend ihrer Quote übernommen. Angeblich sollen diese Aktien auch schon weiterverkauft worden sein.

Auch wenn heute die Aktie von AMS deutlich im Minus notiert (wegen der absehbaren Verwässerung der Altaktionäre), ist die erfolgreiche Platzierung der Kapitalerhöhung natürlich ein positiver Aspekt. Das spiegelt sich auch in neuesten Analysten-Prognosen wider. So hat gerade Kepler Cheuvreux zwar sein Kursziel für AMS von 70 auf 35 Franken abgesenkt, um damit die Kapitalerhöhung anzupreisen. Doch vom jetzigen Standort aus wäre das immer noch ein Potenzial von fast 300 %. In welchem Zeitraum, bleibt dahingestellt, aber AMS sollte man unter diesen Voraussetzungen im Blick behalten.

 

01.04.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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