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BÖRSE TO GO - mit Zynga, Evotec und Aixtron

Fragile Deeskalation im Nahen Osten

 

Guten Morgen,

das Säbelrasseln lässt nach, die Aufregung legt sich, womit sich bestätigt: Niemand will derzeit eine Eskalation im Nahen Osten oder gar einen Krieg. Für eine grundsätzliche Entwarnung ist es aber noch zu früh. Die Börsen nehmen das natürlich wohlwollend hin, aber es fehlt dennoch der Impuls für einen neuen Trend in die eine oder andere Richtung. Ergebnis: Die Börsen tendieren seitwärts. Gold und Öl reagieren entsprechend umgekehrt, auch das passt ins Bild.

Unterstützung kommt seitens der Stimmungsindikatoren. Zum Jahresende hin haben sich diese im Euroraum den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) im Dezember reiht sich ein in die Liste jener Stimmungsindikatoren, die zuletzt wieder ein helleres Szenario der Euro-Wirtschaft angezeigt haben.

 

Mann mit Chartprogramm

Bildnachweis: © Fotograf - Chris Liverani

 

Im Dezember im Monatsvergleich ist der ESI um 0,3 auf 101,5 Punkte geklettert und liegt damit weiter leicht über dem langjährigen Schnitt von 100 Punkten. Interessant: In Italien kletterte der ESI mit 1,7 Punkten am kräftigsten, gefolgt von Spanien (+1,3 Zähler) und Deutschland (+0,4 Punkte). Diese Stabilisierung ist vor allem das Resultat aus der deutlichen Stimmungsaufhellung bei den Dienstleistern sowie in der Baubranche (jeweils +2,2 Punkte). Dazu kommt in geringerem Maße der gestiegene Optimismus im Einzelhandel (+1,0 Zähler). So oder so: Damit wird die Bodenbildung der konjunkturellen Entwicklung weiter untermauert.

 

TESLA: Taktik bestimmt

 

TESLA läuft langsam in eine Fahnenstange! Mittlerweile fast 500 Dollar und hier heißt es also aus technischer Sicht nun Aufpassen. Denn obgleich die Meldungen sicher jede Menge Fantasie und Spielraum für höhere Kurse in den kommenden Jahren schaffen, ist der Speed eindeutig zu hoch. Jeder Börsianer kennt das: Erst die Euphorie, dann das Kasse machen. Wir differenzieren also zwischen der Story und dem kurstechnischen Bild:

Sollten 500 Dollar überschritten werden, raten wir zu engen Stoppkursen, um den Gewinn abzusichern. Rückschläge werden indes sofort genutzt, um wieder in Stellung zu gehen, denn an der Perspektive gibt es nichts auszusetzen, wohl aber zur Marktkapitalisierung. In diesem Zusammenhang auch bitte den chinesischen Konkurrenten NIO auf dem Radar behalten!

 

ZYNGA: Spannung steigt

 

Auch ZYNGA steht unmittelbar vor einem neuen Kaufsignal. Der weltweit führende Anbieter von interaktiver Unterhaltung sieht sich in der Mission, die Welt mithilfe von Computerspielen zu verbinden. Die bekanntesten sind CSR Racing, Empires & Puzzles, Words with Friends und Zynga Poker. Sie können weltweit über soziale Plattformen und mobile Geräte genutzt werden, worin auch eben die Erwartungen liegen. Der Kurs greift den Quartalsergebnissen, die für den 4. Februar avisiert sind, vor. Unser Rat: Bei einem erfolgten Ausbruch oberhalb 6,65 Dollar zukaufen!

 

Kursverlauf Zynga

 

EVOTEC: Millionenschwere Kooperation

 

Der deutsche Biotech-Wert EVOTEC liefert erneut ein Kaufargument. Denn wie das Unternehmen heute Morgen bekannt gab, will man die bisherige Zusammenarbeit mit dem Pharmagiganten BAYER im Bereich von Frauenerkrankungen in den kommenden fünf Jahren weiter ausbauen. Im Zentrum dieser Kooperation soll die Entwicklung von mehreren klinischen Medikamentenkandidaten zur Therapie des sogenannten polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) stehen. Diese Erkrankung soll inzwischen die häufigste endokrine Erkrankung bei Frauen sein, die im Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen gebracht wird und der häufigste Grund für weibliche Unfruchtbarkeit ist.

Auf finanzieller Ebene kann EVOTEC hierbei schon die ersten Zahlungseingänge verbuchen. So gibt es eine Vorabzahlung in Höhe von 6,5 Millionen Euro sowie rund 10 Millionen Euro an Forschungszahlungen über die nächsten fünf Jahre. Sollte EVOTEC verschiedene Meilensteine erreichen, winken weitere 330 Millionen Euro sowie eine potentielle Beteiligung an den späteren Nettoumsätzen. Das bringt der Aktie heute ein kräftiges Plus von über 3% ein. Damit ist die Aktie auf bestem Wege, die jüngste Konsolidierung nach dem technischen Ausbruch im Dezember abzuschließen und den Aufwärtstrend fortzuführen. Entsprechend würden wir hier weiter zum Kauf raten.

 

AIXTRON: Bald Ausbruch

 

Aus technischer Sicht interessant wird es auch bei AIXTRON. Der Maschinenbauer profitiert von einer Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe und kann sich heute mit einem Plus von über 7% mit an die Spitze der Tagesgewinner setzen. Hintergrund der Empfehlung ist, dass der zuständige Analyst erwartet, dass in diesem Jahr neue Wachstumstreiber auf den Plan treten. Außerdem rechnet er mit einer Entscheidung bezüglich des OLED-Geschäftes, was ebenfalls positive Impulse bringen könnte.

Charttechnisch bewegt sich AIXTRON damit auf die nächste Entscheidungssituation zu. Diese liegt im Bereich von rund 10,50/10,80 Euro mit einer entsprechenden Widerstandszone. Sollte ein Ausbruch gelingen, könnte es hier relativ schnell in den Bereich von 14/15 Euro gehen. Das ist natürlich noch alles sehr spekulativ. Wer entsprechende Risikoneigungen hat, kann hier sicherlich mit einer Anfangsposition dabei sein. Alle anderen warten auf den dargestellten Break.

 

Kursverlauf Aixtron

 

CANCOM mit Führungswechsel

 

Die rote Laterne am heutigen Tag hat der IT-Dienstleister CANCOM in der Hand. Für den Markt vollkommen überraschend tritt der Vorstandschef Thomas Volk zum Ende des Monats zurück. Und das nicht im Guten. Demnach sollen Differenzen über die zukünftige Strategie des Cloud-Spezialisten der Grund sein. Nachfolger wird der bisherige Vorstandskollege Rudolf Hotter. Dieser ist bereits seit 15 Jahren für das operative Geschäft von CANCOM verantwortlich. Deshalb ist eigentlich im Kerngeschäft kein abrupter Richtungswechsel zu befürchten. Dennoch:

Thomas Volk genoss im Markt großes Vertrauen, was sich auch darin widerspiegelte, dass die Aktie des Unternehmens unter seiner Führung rund 30% zulegen konnte. Nun müssen die Investoren erst mal wieder mit der neuen Führungsspitze warm werden. Für die Aktie selbst dürfte entscheidend sein, dass sie nicht unter die Unterstützungszone im Bereich von 46,50/47 Euro fällt. Wer investiert ist, sollte es vorerst bleiben, aber seine Position entsprechend den angegebenen Unterstützungsmarken absichern.

 

09.01.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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