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BÖRSE TO GO - mit Wirecard, Singulus und Continental

Was ist jetzt taktisch klug?

 

Guten Morgen,

vor dem Hintergrund der Worte von Fed-Chef Powell letzte Woche dürfte die neue Woche so versöhnlich beginnen wie die alte ausgeklungen war. Die Zeichen bleiben auf Herbstrally gestellt, hoffentlich aber im weiteren Verlauf nicht zu euphorisch. Die Entwicklungen im Brexit sind dabei bestenfalls Begleitmusik und für die Tendenz nicht entscheidend. Bedeutsamer werden wohl die nächsten Quartalsergebnisse, die im Oktober anstehen. Bis dahin ist zwar noch viel Zeit, aber schon jetzt werden die Schätzungen in alle Richtungen revidiert und entsprechend eingepreist.

Das Aufsammeln von „Fallobst“ bleibt bis dahin eine Ergänzung der Strategie. Selbst Titel wie AUMANN oder LEONI rücken hier in das Blickfeld, auch wenn es bislang keine Hinweise darauf gibt, wie diese Unternehmen sich im strukturellen Umfeld neu aufstellen. Es darf aber unterstellt werden, dass kein Manager tatenlos zusehen wird und die jüngsten Kursausschläge dieser beiden Beispiele zeigen, dass auch der Markt anfängt, die Turnaround-Gelegenheiten einzupreisen. Wer die nötigen Reserven hat, sollte hier kleine Anfangspositionen aufbauen, einfach, um den berühmten Fuß in der Tür zu haben, ohne dabei aber ein hohes Risiko einzugehen.

Umgekehrt: Sämtliche Titel, die dem Markt entlaufen sind, gehören abgesichert. Eine MTU ist zweifelsohne ein solider Titel mit Perspektive, aber nach der Indexanpassung ist hier kurzfristig mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Dies sind rein technische Fragen, aber für die Taktik bis Jahresende nicht ohne Bedeutung. Anders formuliert: Kaufen, was günstig ist, absichern, was teuer ist.

 

CONTINENTAL im Sparmodus

 

CONTINENTAL tritt auf die Kostenbremse. Wie Vorstandschef Degenhardt heute ankündigte, schließt der Automobilzulieferer beim Versuch, die Branchenrezession abzufedern, auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Sogar die Schließung ganzer Standorte soll in der Diskussion sein. Aktuell gibt es in einigen Betriebsteilen Kurzarbeit.

Welche Einsparungspläne hier es konkret geben könnte, bleibt bislang unbekannt. In einem heute recht positiven Wochenauftakt im DAX kann CONTINENTAL im Mittelfeld mitspielen und bleibt diesbezüglich natürlich eine Wette auf einen fortgesetzten technischen Rebound.

 

Kursverlauf Continental

 

SINGULUS warnt

 

Zu den großen Verlierern des heutigen Tages gehört der Maschinenbauer SINGULUS. Dieser musste heute Morgen mit der Nachricht herausrücken, dass man den bislang geplanten Umsatz bzw. Gewinn in diesem Jahr nicht erreichen wird. Schuld daran hat der chinesische Staatskonzern CNBM. Dieser hatte erst zum Jahresanfang seine Beteiligung an SINGULUS auf knapp 17 % aufgestockt und mit weiteren Aufträgen für Maschinen zur Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen gelockt. Darauf hatte auch SINGULUS seine Jahresprognose aufgebaut, die von weiteren Umsatz- und Ergebnissteigerungen ausging.

Nun die Rolle rückwärts. Denn CNBM hat darüber informiert, dass die Verträge über weitere Aufträge wohl erst im vierten Quartal unterzeichnet werden sollen. Entsprechende Einflüsse auf die Ertragssituation sind also frühestens 2020 zu erwarten. Wobei auch die aktuelle Ankündigung wohl eher unter Vorbehalt zu stellen ist. Entsprechend unter Druck steht heute die SINGULUS-Aktie. Wobei dies allerdings wohl kaum noch ins Gewicht fällt, da der Wert schon in den letzten zwölf Monaten seinen Wert rund gedrittelt hat.

 

Wirecard nähert sich Break-Chance

 

Wieder gut unterwegs ist heute WIRECARD. Der Zahlungsdienstleister hatte bekannt gegeben, dass man die bisherige Kooperation mit der in Malaysia tätigen AFFIN BANK ausgebaut hätte. In diesem Zusammenhang bietet WIRECARD den rund 300.000 Bankkunden eine ganze Palette von Produkten im Internet-Banking an. Das reicht von Dienstleistungen im E-Commerce bis mobile Zahlungsmöglichkeiten.

Damit setzt WIRECARD seinen positiven Newsflow der letzten Wochen weiter fort und das hebt auch zum Wochenbeginn die eigene Aktie erneut ein Stück weit nach oben. Womit es jetzt langsam richtig heiß wird, denn im Bereich von 161 Euro wartet der nächste Widerstand, der aus einer Spitze Ende Mai gebildet wurde. Gelänge hier WIRECARD der Ausbruch, dürfte sich wohl die Aufwärtsbewegung deutlich dynamisieren und entsprechende Anschlusskäufer anlocken. Kurzum: Bleiben Sie investiert.

 

09.09.2019 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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