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BÖRSE TO GO - mit Jenoptik, Deutsche Konsum REIT und Heineken

Wie stabil ist die Rally?

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Jenoptik, Deutsche Konsum REIT und Heineken

 

Guten Morgen,

das bemerkenswerte an der Rally an der Wall Street ist die Breite. Denn anders, als der rasche Blick über die Charts und die Zusammenstellung der Indices vermuten lässt, haben 2 von 3 Aktien an der Wall Street neue Höchstkurse erklommen. Es ist also bei weitem nicht so, dass nur  AMAZON, TESLA, APPLE, MICROSOFT oder NETFLIX verantwortlich für die Rekordstände sind. Diese Rally steht schon seit Monaten auf einem breiten Fundament und das ist einerseits beruhigend, andererseits aber auch ein Grund dafür, wachsam zu bleiben.

Das Positive: Je breiter ein Trend aufgebaut ist, desto solider ist er. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum trotz Coronavirus und anderen Themen die Märkte den Eindruck der Sorglosigkeit vermitteln. Das Gegenteil dürfte wohl eher der Fall sein. Denn die Berichtssaison hat gezeigt, dass von einer Überwertung der Aktienmärkte keine Rede sein kann. Zwar liegen die Bewertungen über dem historischen Durchschnitt, aber auch das Zinsniveau liegt weit unter den historischen Durchschnitten, was wiederrum eine höhere Bewertung der Aktienrendite rechtfertigt.

Das Negative: Wenn alle in einem Boot unterwegs sind, entsteht ein gewisses Klumpenrisiko in der Herde. Die Hausse treibt die Hausse und keiner will sie verpassen, so wie es 2019 der Fall war. Das führt dann rasch zu einer Übertreibung. Noch ist es, wie gesagt, nicht so weit, denn die Bewertungen lassen Spielraum nach oben offen. Also sollten die teilweise furchteinflößenden Charts niemanden aus der Fassung bringen. Und wir wissen: Wenn ein Zug schnell fährt, trauen sich nur wenige noch draufzuspringen. Aber jede Abbremsung wird sofort genutzt und es ist genau das, was wir in den vergangenen Wochen seit Ausbruch von Corona gesehen haben.

Fazit: Corona hin oder her – wenn die Märkte nach oben wollen, wollen wir dabei sein. Mit einem Mausklick können wir ja jederzeit wieder das Schiff verlassen.

 

JENOPTIK weiter im Aufwind

 

Kräftige Kursgewinne verbucht heute JENOPTIK. Der Technologiekonzern, der auch im Rüstungsbereich aktiv ist, konnte für das vergangene Jahr einen Umsatzanstieg um 2,5% (vorläufige Zahlen) melden. Dabei profitierte das Unternehmen insbesondere von Akquisitionen und einem besseren Geschäftsverlauf in der Halbleitersparte. Mit 855 Millionen Euro Umsatz traf das Unternehmen dabei seine eigenen Ziele, konnte aber sogar die Analystenerwartungen übertreffen. Das operative Ergebnis auf Basis EBITDA verbesserte sich um 5% auf rund 134 Millionen Euro.

Auch im Ausblick zeigt sich JENOPTIK durchaus optimistisch, wenngleich konkrete Zahlen fehlen. Das scheint es auch nicht zu stören, dass man im vergangenen Jahr nur einen Rückgang beim Auftragseingang von rund 7% melden konnte. JENOPTIK begründete dies mit einem vorgezogenen Auftrag in 2018 sowie den bekannten Problemen in der Automobilindustrie.

Die neuen Zahlen geben dabei auch charttechnisch interessanten Rückenwind. Denn mit dem heutigen Plus schafft es die Aktie, über ihren bisherigen Abwärtstrend, der immerhin seit April letzten Jahres galt, zu springen. Im Bereich von 29 Euro wartet zwar schon der nächste Widerstand. Spekulativ aufgestellte Investoren könnten hier allerdings sicherlich eine Trading-Position eingehen.

 

Kursverlauf Jenoptik

 

DEUTSCHE KONSUM REIT auf Shopping-Tour

 

Einen ordentlichen Aufschlag verbucht heute auch die DEUTSCHE KONSUM REIT. Der Immobilieninvestor teilte mit, dass man insgesamt 29 Einzelhandelsimmobilien erworben hat mit Schwerpunkt Lebensmitteleinzelhandel. Dabei ist der Einzelhandelsriese Edeka mit über 90% Hauptmieter in den insgesamt 27 Lebensmittel-Geschäften. DEUTSCHE KONSUM REIT hat dafür insgesamt 64 Millionen Euro ausgegeben. Damit beträgt die Ankaufsrendite (also Verhältnis geplante Einnahmen zum Kaufpreis) mehr als 8%.

Die DEUTSCHE KONSUM REIT setzt damit ihre Kaufwelle im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 weiter fort. Sie kommt auf inzwischen 44 neu gekaufte Immobilien mit einem Kaufvolumen von rund 170 Millionen Euro und einer Jahresmiete von rund 15,6 Millionen Euro. Der Gesamtbestand erhöht sich dadurch auf 166 Immobilien mit einer aktuellen Jahresmiete von rund 64,4 Millionen Euro. Weitere Akquisitionen sind geplant.

An der Börse kommen diese neuesten Aktivitäten gut an. Aktuell steckt die Aktie zwar noch in einem Seitwärtstrend, der zwischen rund 14,50 Euro im unteren Niveau und rund 16,50 Euro am oberen Rand verläuft. Sollte hier ein Ausbruch nach oben erfolgen, dürfte auch ein Ausbruch über das bisherige Allzeithoch bei 17 Euro auf dem Plan stehen. Die Aktie sollte also mindestens beobachtet werden.

 

Kursverlauf Deutsche Konsum REIT

 

HEINEKEN verkauft gut

 

Noch ein Blick ins europäische Ausland. Der in den Niederlanden beheimatete Bierbrauer HEINEKEN meldete die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr. Dabei überzeugte die Nummer zwei des Weltmarktes mit einem Umsatzplus von rund 6,4% auf 28,5 Milliarden Euro und einer Gewinnsteigerung um sogar 13% auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Grundlage dafür bot die Möglichkeit, die Bierpreise anzuheben. Dabei erreichte das Unternehmen insbesondere in seiner Kernmarke einen Zuwachs um 8,3%.

Auch für das neue Jahr zeigt sich HEINEKEN optimistisch. Zwar sieht das Unternehmen hier durchaus negative Einflüsse durch die derzeitige Coronavirus-Epidemie. Dennoch geht HEINEKEN davon aus, dass man im Gesamtjahr die Erlöse weiter steigern kann. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr verbuchte der asiatische Markt ein Umsatzplus von 12%. In allen anderen Märkten mit Ausnahme von Europa konnte HEINEKEN ebenfalls zulegen. Indes:

Für das laufende Jahr stehen dem Unternehmen trotzdem neue Herausforderungen ins Haus. Denn der bisherige Vorstandschef Jean-Francois van Boxmeer hatte in dieser Woche bereits angekündigt, im Sommer zurücktreten zu wollen. Das beschäftigt die Börse allerdings derzeit eher zweitrangig, so dass die Aktie auf bestem Wege ist, ihr Allzeithoch bei 104 Euro wieder zu erreichen. Mit einem geschätzten KGV von rund 20 für dieses Jahr scheint dabei angesichts der Wachstumsdynamik durchaus noch Luft nach oben zu sein. Für eine neue Positionierung würden wir allerdings einen Sprung über die bisherige Rekordmarke abwarten.

 

Kursverlauf Heineken

 

12.02.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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