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BÖRSE TO GO - mit Nvidia, Commerzbank und RIB Software

Technische Ausgangslage der Märkte bleibt gut

 

Guten Tag,

die technischen Signale der Indices sind eindeutig. Das Coronavirus wird Tag für Tag weiter verarbeitet, auch wenn heute früh neue Infektionszahlen auf dem Tisch liegen, welche vorher in dem Ausmaß nicht bekannt waren. Aber welcher Zahl aus China können wir schon vertrauen. So oder so, das Parkett wendet sich mehr und mehr den vorliegenden Zahlen aus der Berichtssaison zu und es wird an allen Ecken und Enden neu gerechnet.

Das Positive: In der Mehrzahl liegen die Ergebnisse deutlich über den Erwartungen. Eine erste Auswertung der vorliegenden Zahlen zeigt: Rund 70% der S&P 500-Unternehmen haben mittlerweile ihre Ergebnisse für das vierte Quartal veröffentlicht und laut FactSet haben 71,1% der Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Umgekehrt werden Enttäuschungen auch erst einmal abgestraft, wie im Fall LYFT: -6% sind die Antwort auf steigende Umsätze, aber eine abflachende Gewinnentwicklung. Solche Kursabschläge sind denn auch genau zu prüfen, denn oft stellen sie eine optimale Kaufgelegenheit dar. Im Fall LYFT liegt die nächste Kaufbasis somit bei ca. 47/48 Dollar, also knapp an der 200-Tage-Linie.

 

NVIDIA: Auf der Lauer

 

Ganz anders sieht es bei einem unserer Favoriten der letzten Monate aus: NVIDIA. Die Zahlen für den Grafikkartenhersteller und zukünftigen Anbieter von Streamingspiele hatten wir bereits kommentiert und die Börse preist bereits die Erwartungen für das Gesamtjahr ein. 

Der Kurs notiert nun nur noch wenige Dollar unterhalb des alten Rekordkurses aus dem Jahr 2018 bei 293 Dollar. Ein Sprung über diese Marke ergibt das nächste Kaufsignal, aber es ist damit zu rechnen, dass bei Erreichen des Rekords erst einmal Gewinne einkassiert werden. Beobachten!

 

Kursverlauf Nvidia

 

TESLA: Shorties verunsichert

 

Die Shortseller trauen sich bei TESLA offensichtlich nicht mehr vor die Tür. Erstaunlich, denn nach dem Hype, der bis auf fast 1.000 Dollar reichte, und der anschließenden Korrektur sieht das Ganze eigentlich nach einem gefundenen Fressen für die Shorties aus. Unsere Vermutung: Nachdem die Shortseller über 8 Mrd. verloren hatten, müssen erst einmal alle ihre Wunden lecken. Denn unterschätzt wurde die allgemeine positive Grundstimmung gegenüber TESLA, nicht nur seitens des Verbrauchers, sondern auch seitens der Analysten. 

Was ist zu tun? Nichts. Denn: Noch immer macht TESLA mehr richtig als falsch und solange Elon Musk keine strategischen Fehler macht, bleibt es beim positiven Grundbild. Unser Rat: Ignorieren Sie die Volatilität (es sei denn, Sie zocken gerne damit) und lassen Sie die Kalifornier einfach ihren Job machen. 

 

COMMERZBANK: Besser als erwartet

 

An der deutschen Börse ist heute quasi COMMERZBANK-Tag. Denn die immer noch zweitgrößte Privatbank Deutschlands meldete ihre Ergebnisse sowohl für das Abschlussquartal 2019 als auch für das Gesamtjahr. Für das vierte Quartal wurde dabei ein Nettoverlust von 54 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte man hier noch 113 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften können. Allerdings: Analysten sollen hier eher einen Fehlbetrag von 99 Million Euro erwartet haben. Operativ konnte die Bank ihr Ergebnis um 4, % auf 52 Millionen Euro steigern.

Für das Gesamtjahr musste die COMMERZBANK erneut einen Gewinnrückgang melden. Dieser sackte um rund ein Viertel auf 644 Millionen Euro ab. Doch auch hier hatten die Analysten weitaus schlechtere Ergebnisse (Konsens 586 Millionen Euro) erwartet. Das bringt der Aktie heute deutlichen Rückenwind. So kann die COMMERZBANK über 4% zulegen. 

Was nun aus technischer Sicht eine äußerst interessante Ausgangslage bringt. Denn mit dem heutigen Zugewinn steigt der Wert über die Widerstandszone bei gut 6 Euro. Wenn sich das bestätigt und auch die Widerstandszone im Bereich von 6,60 Euro genommen werden kann, dürfte die Bodenbildung als abgeschlossen gelten, womit dann sicherlich als erstes der Bereich um 8 Euro in Angriff genommen werden kann. Sollte sich in den nächsten Tagen der Ausbruch über den aktuellen Widerstand bestätigen, würden wir hier zumindest mit einer Anfangsposition dabei sein.

 

Kursverlauf Commerzbank

 

RIB SOFTWARE: Übernahmeangebot

 

Eine Übernahme elektrisiert heute ebenfalls Börse. Denn die französische SCHNEIDER ELECTRIC hat bekannt gegeben, dass man für den deutschen Softwarehersteller RIB SOFTWARE insgesamt 1,5 Milliarden Euro bezahlen möchte. Das entspricht einem Preis von 29 Euro je Aktie. Die RIB SOFTWARE kann entsprechend heute um über 41% zulegen, zumal auch das Management das Übernahmeangebot unterstützt.

Einziger Haken: Es gibt eine Mindestannahmeschwelle von 50%. Angesichts des deutlichen Premiums, dass SCHNEIDER ELECTRIC bietet, ist allerdings die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Aktionäre von RIB das Angebot annehmen. Für uns stellt sich hierbei nun die Frage, wie man von dieser Transaktion noch profitieren kann?

Das naheliegendste wäre ein Investment in den Konkurrenten NEMETSCHEK. Durch das Kaufangebot konnte RIB, die zuletzt erneut einer Underperformance gegenüber NEMETSCHEK verzeichneten, wieder aufholen. Langfristig scheint allerdings NEMETSCHEK hier weiterhin beste Aussichten zu haben. Deshalb würden wir wieder stärker auf eine spekulative Kaufempfehlung für NEMETSCHEK aussprechen. Wer in RIB SOFTWARE investiert, sollte das Angebot annehmen.

 

Performancevergleich RIB Software gegen Nemetschek

 

13.02.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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