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BÖRSE TO GO - mit Faurecia, Alstom, Bombardier und Wirecard

Fiskal-Maßnahmen in China schieben Börsen an

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Faurecia, Alstom, Bombardier und Wirecard

 

Guten Tag,

das kann man wohl einen gelungenen Wochenstart nennen. Nachdem schon in der Vorwoche die US-Börsen ein neues Allzeithoch markieren konnten, scheint die Fahrt auch in der neuen Woche weiterzugehen. Jedenfalls konnte der DAX heute Morgen schon ein neues Allzeithoch auf Intraday-Basis markieren. Dieses wurde mit 13.795 Punkten ausgewiesen.

Einer der Hauptgründe dafür dürfte sein, dass China zur Bewältigung der Epidemie-Folgen erneut die geldpolitische Schraube lockert und eine weitere expansive Fiskalpolitik angekündigt hat. Das dürfte zwar die Ergebnisse für das erste Quartal nicht wesentlich beeinflussen können. Doch für das zweite Quartal rechnen inzwischen immer mehr Marktteilnehmer zumindest mit einer kräftigen Erholung. Bekanntlich werden an der Börse Erwartungen gehandelt und wenn das Reich der Mitte trotz der noch längst nicht eingedämmten Epidemie solche Perspektiven liefert, springen die Anleger schnell drauf an.

 

Die wichtigsten Termine

 

Hinsichtlich der Berichtssaison ist spürbar, dass wir uns langsam dem Ende nähern. So konnte am Freitag das Online-Reisebüro EXPEDIA mit guten Zahlen glänzen und bekam dafür einen Kursaufschlag von 11%. Bestätigt wurde auch unsere positive Einschätzung zu NVIDIA, die Freitag nach den positiven Zahlen trotz eines etwas schwächeren Ausblicks um über 7% zulegen konnte. Für die neue Woche sind noch einige Highlights avisiert. So sollen beispielsweise in Amerika noch der Medizintechniker MEDTRONIC, der IT-Dienstleister HP ENTERPRISES und der Chiphersteller ANALOG DEVICES berichten.

In Europa, speziell Deutschland, schauen wir in dieser Woche insbesondere auf HEIDELBERGCEMENT, die DEUTSCHE TELEKOM und FRESENIUS/FMC. Darüber hinaus könnten sich auch neue Einschätzungen zu SARTORIUS, VARTA PUMA und KRONES ergeben. Im Blickfeld haben wir auch die Zahlen der Container-Reedereien HAPAG-LLOYD und AP MOLLER-MAERSK.

Insgesamt bestätigt sich unsere schon mehrfach geäußerte Einschätzung, dass insbesondere die Coronavirus-Epidemie an Schrecken für die Börse verliert. Entscheidend dafür ist natürlich, dass die Ausweitung der Ansteckungen und auch der Todesfälle nicht noch exponentiell ansteigt. Sollte der Markt das Gefühl haben, dass China trotz aller Schwierigkeiten die Sache halbwegs im Griff hat, wird dieses Thema zumindest bei den Kursen deutlich nach hinten rücken und damit den Weg für weitere Kursgewinne freimachen.

 

FAURECIA liefert positive Impulse

 

Im europäischen Fokus stehen heute Automobilhersteller und deren Zulieferer. Das liegt nicht nur an der Hoffnung, dass die fiskalischen Stimuli in China die Folgen für die Branche beherrschbar machen. Darüber hinaus sorgen aber auch Geschäftszahlen für neuen Optimismus. So lieferte der französische Zulieferer FAURECIA eine überraschende Gewinnsteigerung im letzten Jahr.

Konkret konnte der Umsatz um 1,4% auf 17,8 Milliarden Euro gesteigert werden, während das Unternehmen operativ 1,3 Milliarden Euro verdiente, ein Plus von 0,7% zum Vorjahr. Zwar hält FAURECIA das Branchenumfeld weiterhin für schwierig, ist allerdings etwas optimistischer bezüglich des neuen Jahres. So peilt man unter anderem eine operative Marge von 7,2% an, die über dem 2019er Wert liegen würde. Beim Free Cashflow werden mehr als 500 Million Euro eingeplant.

Das beschert nicht nur FAURECIA selbst ein ordentliches Plus, sondern hebt auch etliche andere Titel aus der Branche nach oben. Besonders profitiert davon heute CONTINENTAL mit einem Plus von zeitweise über 3 %. Andere Zulieferer wie HELLA und LEONI können ebenfalls zulegen, letztere sogar um über 9%.

 

Kursverlauf Faurecia

 

Ausverkauf bei BOMBARDIER

 

Interessant dürfte es nun bei einem anderen Transport-Thema werden. Denn Ende letzter Woche hatte der kanadische Zug- und Flugzeug-Hersteller BOMBARDIER grottenschlechte Jahreszahlen gemeldet, in diesem Zusammenhang aber den schon avisierten Rückzug aus dem A220-Programm mit AIRBUS verkündet. Zur neuen Woche bestätigte nun die französische ALSTOM, dass man in Gesprächen mit BOMBARDIER zur Übernahme der kompletten Zugsparte der Kanadier sei.

Für BOMBARDIER hieße ein erfolgreicher Verkauf faktisch die Zerschlagung. ALSTOM seinerseits könnte hier sicherlich ein deutliches Gegengewicht gegenüber der chinesischen Konkurrenz aufbauen. Das große Fragezeichen ist, ob diesmal die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Inzwischen würden wir hier dazu tendieren, es durchaus für möglich zu halten. Denn im Gegenteil zu der damals verbotenen Fusion von SIEMENS und ALSTOM würde ALSTOM mit der BOMBARDIER-Sparte kein Übergewicht bei Hochgeschwindigkeitszügen erreichen. Außerdem gibt es auch noch andere Geschäftsbereiche wie Signaltechnik, wo es keine Überlappungen geben würde.

Die Aktie vom BOMBARDIER hatte schon in den vergangenen Wochen diesem möglichen Aussichten eingepreist. Bei ALSTOM geht es heute kräftig aufwärts, womit allerdings lediglich der bestehende Aufwärtstrend auch bestätigt wird. Mit einem derzeitigen geschätzten KGV für dieses Jahr von knapp 25 erscheint uns die Aktie schon etwas teuer, weshalb wir hier keine Positionierung anstreben. Insgesamt sollte man allerdings dennoch den weiteren Fortgang der Fusionsgespräche im Blick halten.

 

Kursverlauf Bombardier

 

Wieder Gerüchte um WIRECARD

 

Und noch immer zurück nach Deutschland. Dort ist der Zahlungsdienstleister WIRECARD mal wieder für Schlagzeilen gut. Wie in Medien gemeldet wurde, fiel eine geplante Anhörung beim Verfahren gegen die britische Finanzzeitung Financial Times am 27. Januar auf Antrag des Unternehmens aus. Nun machen Spekulationen die Runde, dass der DAX-Konzern die Klage ausgesetzt oder sogar zurückgenommen habe. Das wurde vom Unternehmen dementiert, weitere Informationen allerdings mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht gegeben.

Wenn man davon ausgeht, dass sich Unternehmen und Zeitung wohl kaum auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt haben, lassen die neuesten Vorgänge natürlich wieder die Gerüchte sprießen. Die einen sehen es quasi als eine Art Schuldeingeständnis von WIRECARD an, dass die Financial Times wohl doch nicht so unrecht gehabt habe mit ihrer Berichterstattung. Andere wiederum spekulieren darauf, dass WIRECARD erst einmal das Ergebnis der Sonderprüfung durch KPMG abwarten wolle in der Hoffnung, dass sich daraus weitere Munition im Verfahren gegen die Zeitung ergeben könnte.

Wie es aber immer so ist: Ohne weitere Informationen wird derzeit in der Regel gegen WIRECARD geurteilt. Und das bedeutet heute, dass die Aktie erneut schwach läuft. Zwar alles noch im Rahmen, aber eben erneut unterdurchschnittlich bei einem Markt, der im Rekordmodus ist.

 

17.02.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 

 

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