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BÖRSE TO GO - mit Novartis, Daimler und Philips

Die Richtung stimmt weiter

 

Guten Morgen,

nach den Kursavancen und technischen Kaufsignalen der Vorwoche erwarten wir erst einmal eine Verschnaufpause. Wie schon geschrieben: drei Schritte vor, zwei zurück, aber im Trend stabil. Ohnehin stehen diese Woche einige Schwergewichte auf der Agenda der Berichtssaison: IBM heute, morgen folgen PROCTER & GAMBLE, COCA-COLA, NETFLIX und SAP, BOEING, ELI LILLY, CREDIT SUISSE und INTEL am Donnerstag, VISA und AMAZON am Freitag, um ein paar zu nennen. 

Morgen stehen zudem neuste Daten des ZEW auf dem Programm, einmal zu den Konjunkturerwartungen und einmal zur aktuellen Lage. Hier erwarten wir keine Überraschungen sondern gesunden Pessimismus und Zurückhaltung auf breiter Front. Das wäre gut, denn der ZEW läuft en Entwicklungen immer hinterher, noch nie waren die Daten verlässliche Frühindikatoren.

Ob und wie sich eine teilweise Lockerung der Kontaktsperren im Einzelhandel auf die Stimmung und das technische Bild des Markts auswirkt, wird gleichfalls von Bedeutung sein. Es geht der Börse schlicht um die Frage, wie eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität ablaufen wird und wie der Verbraucher sich verhält. Schon diese Woche wird es dafür einige Indikatoren geben. Dies allerdings nur zum Stimmungsbild.

 

Auf vollen Touren

 

An der Wall Street läuft die Erholung auf vollen Touren. Der Nasdaq notiert bereits wieder auf dem Stand von Anfang Januar, hat also beinahe den Corona-Crash vollkommen kompensiert. Natürlich ziehen Schwergewichte wie AMAZON, TESLA, NVIDIA oder AMD den Index nach oben, aber auch in der zweiten und dritten Reihe zeigen die Kursentwicklungen nach oben. Tatsächlich stellt sich hier mittlerweile eher die Frage nach technischen Double-Tops als die Frage nach der Fortsetzung der Rally! 

S&P 500 und DJI laufen hinterher, aber auch hier erfolgten vorige Woche neue technische Kaufsignale. Dazu passt das pessimistische Stimmungs- und Erwartungsbild der Profiinvestoren – sie dürften erneut auf breiter Front relativ gesehen unterinvestiert sein und laufen Gefahr, die gesamte Erholung zu verpassen. Dahinter steht zwar auch wieder der eine oder andere Algorithmus und das eine oder andere Regelwerk, aber am Ende bleibt es dabei: Die Trägheit des Systems ist hier keine Hilfe.

Fazit: Die Zeichen stehen unverändert auf Lockerung und Entspannung.

 

NOVARTIS testet

 

Für die Pharmabranche bleibt Corona das bestimmende Thema. Wie jetzt der Schweizer Pharmagigant NOVARTIS mitteilte, hat man in den USA die Genehmigung der dortigen Gesundheitsbehörde FDA erhalten, ein schon seit langem vorliegendes Malaria-Mittel auf die Einsetzbarkeit bei Covid-19-Erkrankungen zu testen. An diesem Test werden rund 440 infizierte Patienten teilnehmen. Zuvor hatte das entsprechende Malaria-Medikament durch die FDA eine Notfallzulassung zur Behandlung erhalten, allerdings liegen bisher keine wissenschaftlichen Beweise für die tatsächliche Wirksamkeit vor. Die Aktie von NOVARTIS kann von der Mitteilung heute leicht profitieren.

 

PHILIPS mit Auftragsboom

 

Aber auch in anderen Branchen bleibt die Pandemie das bestimmende Thema, inzwischen allerdings mehrheitlich mit erfreulicheren Vorzeichen. So beim niederländischen Medizintechnik-Konzern PHILIPS. Dieser konnte aufgrund der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal deutlich mehr Aufträge, insbesondere nach Monitor-System und Beatmungsgeräten, verzeichnen. Der Auftragseingang ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 23 % gestiegen.

Nachdem man schon im ersten Quartal die Produktionskapazitäten für Beatmungsgeräte erhöht hatte, will man die Produktion nun bis zum dritten Quartal vervierfachen. Konkret sollen im laufenden Jahr 43.000 Beatmungsgeräte für die Intensivpflege an die US-Regierung geliefert werden. Weitere sollen in andere Länder gehen. Die Börse honoriert diese Mitteilung heute mit einem robusten Plus von über 3 %, womit die bisherige Aufwärtsbewegung erst einmal weitergeht. Allerdings dürfte es jetzt etwas kritischer werden, da die Aktie auf dem aktuellen Niveau an einer deutlichen Widerstandszone angelangt ist. Neue Käufe sollten entsprechend erst getätigt werden, wenn diese überwunden wurde.

 

Chart Philips

 

DAIMLER fährt hoch

 

Ein Blick in die deutsche Automobilindustrie. Dort teilte der Premium-Hersteller DAIMLER mit, dass man nach inzwischen vier Wochen Shutdown seine Produktion ab diesem Montag im großen Teilen wieder hochfährt. Der Fokus liegt dabei auf Antriebs- und Getriebetechnik, auf die nicht nur die deutschen Werke, sondern auch vor allem die Dependancen im Ausland angewiesen sind. Damit liefert nun auch DAIMLER einen ersten Nachweis, dass es hier in Richtung einer vorsichtigen Normalisierung geht. Insgesamt ein gutes Zeichen, auch wenn wir jetzt explizit DAIMLER derzeit nicht unbedingt zum Kauf empfehlen.

 

20.04.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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