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Mit der Produktion des GLC in den USA lässt sich Mercedes-Benz etwas mehr Zeit, will aber Bemühungen zu mehr Regionalisierung grundsätzlich ausweiten

Die jüngsten Zolldrohungen der USA dürften Mercedes-Benz noch einmal bestätigen

NTG24 - Mit der Produktion des GLC in den USA lässt sich Mercedes-Benz etwas mehr Zeit, will aber Bemühungen zu mehr Regionalisierung grundsätzlich ausweiten

 

Kaum ein Autobauer exportiert mehr Autos von Deutschland in Richtung USA wie Mercedes-Benz. Daher sind die Schwaben von Zöllen auch besonders betroffen, die seit August bei 15 Prozent liegen. Nun kündigte US-Präsident Donald Trump bekanntlich weitere Aufschläge von zehn Prozent an, die im Sommer auf 25 Prozent steigen könnten. Es wird also nicht einfacher.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeInmitten dieser Entwicklung kündigte Mercedes-Benz (DE0007100000) laut einem Artikel im „Handelsblatt“ nun an, dass die Produktion des GLC in den USA sich wohl etwas verzögern wird. Ursprünglich sollten bereits im kommenden Jahr die ersten Fahrzeuge in Alabama vom Band laufen. Nun heißt es ohne festen Termin, dass es erst später so weit sein soll. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass die nächste Generation des GLC-Verbrenners noch stärker an die Wünsche der US-Kunden angepasst werden soll.

 

 

 

Solche Worte lassen erahnen, dass die aktuelle Variante des GLC wohl überhaupt nicht mehr in den USA gebaut werden soll. Stattdessen soll erst der Nachfolger des ursprünglich im Jahr 2022 vorgestellten Gefährts vor Ort hergestellt werden. Mercedes-Benz erhofft sich davon eine höhere Nachfrage. Einen Termin für einen Marktstart gibt es allerdings noch nicht. Experten rechnend damit frühestes 2028, halten aber auch einen Termin zu Anfang 2029 nicht für undenkbar.

 

Mercedes-Benz passt sich an

 

Bis dahin scheint Mercedes-Benz mit Zusagen und Investitionen um Wohlwollen in der US-Regierung zu werben. Dass hingegen irgendwelche Anpassungen als kurzfristige Reaktion auf aktuelle Entwicklungen anzusehen wären, will CEO Ola Källenius nicht gelten lassen. Investitionsentscheidungen würden für Jahrzehnte getroffen werden, wobei gewisse Volatilitäten in der Geopolitik in Kauf zu nehmen seien. Der Autobauer rechnet bei seinen Plänen auch nicht damit, dass die nächste US-Regierung bei den Zöllen nachlassen wird.

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Werbebanner EMH PM Trade Mercedes-Benz stellt sich stattdessen auf eine Welt ein, in der längerfristig auf eine Phase der Globalisierung eine Phase zunehmender Regionalisierung folgen könnte. Das beschränkt sich längst nicht nur auf die USA. Auch in China wird die Produktion ausgeweitet. Angestrebt wird dort, in einigen Jahren sämtliche vor Ort verkauften Fahrzeuge lokal herstellen zu lassen. Damit reagiert Mercedes letztlich auch auf maue Absatzzahlen im Reich der Mitte.

Die USA sind für den Konzern aktuell einer der größten Wachstumsmärkte, insbesondere bei Geländewagen mit Verbrennungsmotor. Der GLE verkauft sich in den USA besonders gut und nach dem Wegfall von Subventionen für Elektroautos nimmt die Bedeutung klassischer Verbrenner jenseits des Atlantiks weiter zu. Die Anpassung der Strategie bringt zwar auch enorme Kosten mit sich. Doch scheinen die Verantwortlichen davon auszugehen, dass sich dies auf lange Sicht dennoch rechnen wird.

 

Es bleibt bei Gegenwind

 

Für den Moment wird es Mercedes-Benz beim US-Geschäft nicht leicht gemacht. Zwar verfügt der Konzern seit Jahrzehnten über eine lokale Produktion. Einige der beliebtesten Modelle kommen aber nach wie vor aus Deutschland, beispielsweise aus Bremen. Die Zölle lasten schon jetzt auf dem Geschäft, da die Mehrkosten nicht gefahrlos an die Kunden weitergereicht werden können. Erhöhen die USA die Zölle nun noch zusätzlich, um einen Deal für einen Kauf von Grönland zu erzwingen, wird es freilich nicht einfacher.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenEben solche Überlegungen standen an der Börse zuletzt auch klar im Vordergrund. Am Montag ließen die Anleger sich eher nicht auf langfristige Spekulationen ein und gingen stattdessen lieber in Deckung. Die Mercedes-Benz-Aktie fiel um über zwei Prozent bis auf 57,54 Euro zurück. Heute Morgen ging es mit weiteren roten Vorzeichen in den frühen Handel. Die Branche befindet sich ohnehin bereits in der Krise, die nun noch einmal an Schärfe gewinnen könnte. Dass Mercedes-Benz mit Plänen zur Ausweitung der US-Produktion eine Sonderbehandlung erfahren könnte, darf eher bezweifelt werden.

 

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20.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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