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va-Q-tec kommt dank Corona ganz groß raus

Wette mit Potenzial

 

Aktuell profitieren nur sehr wenige deutsche Unternehmen von der sehr dynamischen zweiten Corona-Welle. Selbst bekannten Titeln wie CureVac und BioNTech ist es im Oktober bislang nicht gelungen, neue Allzeithochs zu markieren. Hingegen wird mit va-Q-tec AG (DE0006636681; 663668) ein kleines Unternehmen aus Würzburg gerade wieder von den Investoren neu entdeckt. Denn mit der großflächigen Markteinführung eines neuen Corona-Impfstoffes könnte bei der fränkischen Firma wortwörtlich die Post abgehen.

Die im Jahr 2001 gegründete va-Q-tec AG ist ein führender Pionier innerhalb der Isolationsbranche. So ermöglichen Produkte wie Thermo-Hochleistungsverpackungen, dass bestimmte Produkte über einen längeren Zeitraum warm oder kalt bleiben. Interessant ist diese Technologie vor allem für Kunden aus dem Pharmasektor, da mehr und mehr Medikamente auch beim Transport auf einem relativ konstanten Temperaturniveau gehalten werden müssen, um nicht an Wirksamkeit einzubüßen. Sicherlich ist va-Q-tec mit seinen Dienstleistungen immer noch in einer vergleichsweise kleinen Nische tätig. Dennoch eröffnet das weltweite Wachstum dieses Marktes dem Unternehmen ein riesiges Wachstumspotenzial. Zudem sind Nischen in der Regel noch nicht so hart im Wettbewerb umkämpft, weshalb va-Q-tec schon bald auskömmliche Margen erzielen dürfte.

 

Warten auf den Impfstoff

 

Das wirtschaftlich schwache Umfeld hat va-Q-tec im ersten Halbjahr kaum gespürt. Vielmehr konnte das Unternehmen seinen Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode sogar von 31,3 Mio. Euro auf 35,7 Mio. Euro steigern. Zeitgleich schnellte das EBITDA sogar von 4,4 Mio. Euro auf 6,3 Mio. Euro nach oben. Unter anderem profitierte das Management rund um CEO Joachim Kuhn von der Vermietung von Thermo-Containern für den weltweiten Versand von CoVid-19-Testkits. Entsprechend trug die relevante Geschäftssparte „TempChain-Logistik“ 77 % zu den Erlösen auf Konzernebene bei. Damit wurde der Vorjahreswert von 63 % drastisch ausgebaut.

Allerdings könnte bei va-Q-tec der Höhepunkt des aktuellen Wachstumsschubs bei Weitem noch nicht erreicht sein. Vielmehr bestehen gute Chancen, dass mit einem neuen Corona-Impfstoff der Rubel erst richtig anfängt zu rollen. Aktuell warten die Regierungen vieler Länder sehr ungeduldig auf ein geeignetes Produkt aus der Pharma-Industrie. Sollte eine Zulassung erfolgen, müsste dieses Mittel schnell weltweit und sicher verteilt werden. Momentan kann noch nicht prognostiziert werden, welcher Wirkstoff das Rennen macht. Dennoch sind die Chancen gut, dass ein Mittel gewinnt, das temperaturempfindlich ist. Da in einem solchen Szenario die Nachfrage nach Lösungen wie Thermoboxen rasant ansteigen und deutlich über dem Angebot auf dem Weltmarkt liegen dürfte, hätten Firmen wie va-Q-tec eine enorme Preissetzungsmacht. Dies könnte bei der Aktie, die bereits Anfang Oktober ein Allzeithoch erreichte, eine wirklich starke Welle der Euphorie auslösen.

 

 

Hohe Bewertung gerechtfertigt

 

Sicherlich würde sich das operative Geschäft nach einem möglichen Boom innerhalb einiger Quartale wieder normalisieren. Da sich die Firma aber schon vor Corona auf einem Wachstumspfad befand, ist mittelfristig auch nach einer möglichen Sonderkonjunktur eine weitere Firmenexpansion möglich. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 320 Mio. Euro ist va-Q-tec ein waschechter Nebenwert. Allerdings reichen bei relativ illiquiden Aktien schon relativ wenige Käufer aus, um die Kurse stark nach oben schnellen zu lassen.

Weltweit sind viele Aktien stark angesprungen, wenn Investoren Corona-Potenzial sahen. Dies könnte auch bei va-Q-tec passieren. Sehr spekulativ orientierte Investoren können daher ruhig ein paar Chips auf die noch unbekannte Aktie setzen, mit dem Ziel, die Stücke bei einer möglichen Euphorie wieder gewinnbringend zu verkaufen. Da der Titel aber mit einem geschätzten 2021er-KGV bereits schon hoch bewertet ist, sind die mit einem Investment verbundenen Risiken keinesfalls zu unterschätzen. Aufgrund des großen Kurspotenzials ist das Chance-Risiko-Verhältnis auf Sicht von drei bis sechs Monaten aber dennoch durchaus eine Wette wert.

 

23.10.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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