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Die Bundesnetzagentur stellt ein Bußgeldverfahren gegen 1&1 ein und verschafft den Anlegern damit gute Laune

1&1 entgeht einer potenziellen Millionenstrafe

NTG24 - Die Bundesnetzagentur stellt ein Bußgeldverfahren gegen 1&1 ein und verschafft den Anlegern damit gute Laune

 

Die Bundesnetzagentur stellte vor einigen Jahren hohe Anforderungen an den Aufbaue von 5G-Netzen bei der Auktion entsprechender Frequenzen. Solche sicherte sich auch 1&1 und legte damit den Grundstein für ein eigenes Netz. Das Unternehmen verpflichtete sich dazu, bis Ende 2022 mindestens 1.000 Mobilfunkstandorte aus dem Boden zu stampfen. Tatsächlich vorhanden waren zum Stichtag aber bescheidene fünf Standorte. In der Folge drohten hohe Bußgelder.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeVorgesehen waren Strafen von bis zu 50.000 Euro, denen 1&1 (DE0005545503) mit seiner Argumentation rund um Schwierigkeiten mit Lieferanten wahrscheinlich kaum entkommen wäre. Die Strafe hätte sich insgesamt auf etwas weniger als 50 Millionen Euro belaufen können. Für den vergleichsweise kleinen Anbieter wäre das eine Stange Geld und ein zusätzliches Hindernis beim weiteren Ausbau. Allerdings wird man sich um das Thema in Zukunft keine Sorgen mehr machen müssen. Wie der „Spiegel“ berichtet wurde das Bußgeldverfahren durch die Bundesnetzagentur nun vollständig eingestellt.

 

 

 

Die Behörde begründet dieses Vorgehen mit rechtswidrigen Auktionsregeln bei der Vergabe von 5G-Frequenzen im Jahr 2019. Bereits im vergangenen Jahr urteilte das Verwaltungsgericht Köln, dass das Bundesverkehrsministerium unter Andreas Scheuer keinen Einfluss auf die Erarbeitung von Auktionsregeln hätte nehmen dürfen. Damit wurde die Unabhängigkeit der Bundenetzagentur befleckt. Das Urteil wurde kürzlich rechtskräftig. Darauf reagiert die Bundesnetzagentur nun mit einem Stopp des Bußgeldverfahrens.

 

Nochmal von vorn

 

In der Theorie hätte das Verfahren zwar weiterlaufen können, da die aktuelle Zuteilung weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Davon sieht die Behörde aber ab und verweist außerdem darauf, dass die Ausbauauflagen mittlerweile weitgehend von den Anbietern erfüllt wurden. 1&1 scheint also mit einem blauen Auge davonzukommen. Das kommt bei den Aktionären gut an. Die Aktie verbesserte sich am Donnerstag um 1,3 Prozent auf 23,55 Euro und erreichte kurzzeitig sogar ein neues 52-Wochen-Hoch bei 23,65 Euro.

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Werbebanner EMH PM TradeDas Frequenzverfahren bei 5G in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz soll nun neu aufgerollt werden. Details dazu stehen noch aus. Die Bundesnetzagentur verspricht aber ein objektives, transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass der aktuelle Verkehrsminister Patrick Schnieder sich aus der Angelegenheit möglichst heraushalten wird. Bis die Vergabe neu geregelt wurde, bleiben bisherige Frequenzzuteilungen bestehen. Auf diesem Wege soll vermieden werden, dass die Gerichtsurteile Auswirkungen auf die Nutzer haben. Denn ein plötzlicher Wegfall hätte dramatische Auswirkungen.

1&1 war beim Netzausbau recht fleißig und meldete im Sommer des laufenden Jahres, über 1.200 aktive Standorte errichtet zu haben. Damit legt das Unternehmen Stück für Stück die Basis für ein eigenes Netz. Es bleibt aber viel zu tun. Die Deutsche Telekom meldete erst gestern, 145 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb genommen zu haben. Die Gesamtanzahl der dortigen Mobilfunktürme beläuft sich auf schätzungsweise 36.000. Um diese klaffende Lücke zu schließen, setzt 1&1 auf National Roaming und wechselt dafür zum Jahreswechsel vollständig von O2 zu Vodafone.

 

1&1 im Aufwind

 

Ursprünglich begegneten die Märkte dem Vorhaben von 1&1 vor einigen Jahren noch mit Skepsis und die Aktie reagierte mit deutlichen Korrekturen auf das Engagement rund um ein eigenes Mobilfunknetz. Die enormen Investitionen dafür trieben manchem Anleger die Sorgenfalten auf die Stirn. Mittlerweile scheint der Blick aber sehr viel freundlicher zu werden. Die 1&1-Aktie konnte sich seit Jahresbeginn im Wert nahezu verdoppeln, wenngleich noch ein großer Abstand zu Höchstständen aus dem letzten Jahrzehnt besteht.

Nun fällt den Anlegern wohl ein weiterer Stein vom Herzen und der Blick kann noch mehr auf bestehende Wachstumschancen gelenkt werden. Mitverantwortlich für die positive Entwicklung ist auch eine gelungene Migration auf das eigene Mobilfunknetz, was 1&1 selbst als größte Kundenmigration der deutschen Mobilfunkgeschichte bezeichnete. Darüber hinaus sorgte der Mutterkonzern United Internet im Frühjahr für Rückenwind mit der Ankündigung, den eigenen Anteil an 1&1 von 81 auf 90 Prozent erhöhen zu wollen.

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28.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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