Alibaba Aktien - geht die Korrektur weiter?
Alibaba macht alles richtig und bekommt dennoch keine Anerkennung
Die Börse würdigt die Bemühungen und Fortschritte von Alibaba nicht. Die Ergebnisse werden erst mittelfristig sichtbar, wofür in Hongkong niemand die Geduld hat. Die Aktien sind verdammt dazu, noch eine weitere Korrekturrunde einzulegen.
Alibaba (KYG017191142) feuert aus allen Rohren. Und kommt dennoch nicht voran. Die neuesten AI-Modelle aus der Qwen-Familie erfreuen sich grösster Beliebtheit, man hat ein eigenes AI-Modell (HappyShrimp) auf den Markt gebracht, das Musik schreibt, für das erfolgreiche Zahlungssystem Alipay eine neue AI-Agentenplattform an den Start gebracht und sich von der Gaming-Tochter Lingxi Games für 1,5 Mrd. US-Dollar getrennt, um sich noch stärker auf AI zu konzentrieren. Und der Aktienkurs? Steht unter Druck.
Was der Börse missfällt, sind die hohen Investitionen. Niemand schafft es derzeit an die Spitze des AI-Wettbewerbs ohne massive Investitionen im Milliardenbereich. Es ist kein Erfolg möglich, wenn man am Seitenrand bleibt und nur zusieht. Wer jedoch mitmachen möchte, hat das Problem, dass nur der Beste gewinnt und die Rangfolge sich nahezu im Wochentakt ändert. Alibaba setzt alles daran, bei diesem Wettbewerb mithalten zu können, und bezahlt vorab einen hohen Preis. Der Gewinn im 2. Quartal kollabierte regelrecht um -75 %, nachdem man das Capex-Budget auf fast 10 Mrd. US-Dollar erhöhte. Das sorgte am Donnerstag für lange Gesichter und das, obwohl Alibaba es gleichzeitig auch schaffte, den Umsatz deutlich um 9 % zu steigern.
Alibaba Aktien - geht die Korrektur weiter?
Eine Front hat Alibaba damit befriedet. Ich hatte Ihnen avisiert, dass sich die Aktien weiter Richtung Süden bewegen, solange die Capex-Ausgaben hoch bleiben und gleichzeitig der Umsatz nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich wächst. Die Hoffnung für das 2. Quartal war, dass sich das Umsatzwachstum wieder in den hohen einstelligen Prozentbereich bewegt. +8 % war der Konsens und Alibaba hat +9 % geliefert.
Das Wachstum stammt jedoch aus den neuen Geschäftsfeldern, nicht aus dem Kerngeschäft. Der E-Commerce bewegte sich „nur“ um 4 % auf 205,86 Mrd. Yuan (26,6 Mrd. Euro), wobei alle (!) Teilgeschäftsfelder ausser dem globalen Grosshandel (+7 %) und dem umkämpften Quick-Commerce (+45 %!) schrumpften. Überkompensiert wird der hart umkämpfte Handel mit den Erfolgen bei AI Cloud und den Rechendiensten. Hier ergab sich ein Umsatzwachstum von satten 45 % auf 48,43 (6,25 Mrd. Euro) und das bei hohen Margen. Im Kern transformiert sich Alibaba quasi in eine Amazon (US0231351067), wenn auch mit deutlicher Verzögerung.
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21.08.2026 - Mikey Fritz

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