Alphabet setzt Nvidia weiterhin zu, AMD bleibt im Hintergrund und Microsoft bleibt seinem KI-Fokus treu
Trotz Sorgen um eine Blasenbildung setzt die Tech-Branche weiterhin voll und ganz auf KI
Schon seit ein paar Jahren ist es kaum noch möglich, einen Satz mit einem der großen Tech-Konzerne zu bilden, ohne dabei nicht auch den Begriff „KI“ zu verwenden. Einige Unternehmen sind schon dabei, ihre gesamtes Geschäftsmodell nur noch darauf auszurichten. Das hat sich für viele Aktionäre schwer gelohnt, doch werden die Sorgen größer, dass die Bewertungen vielleicht etwas aus dem Ruder gelaufen sein könnten.
Mit am wenigsten Gedanken scheinen sich die Börsianer in dieser Hinsicht um Alphabet (US02079K3059) zu machen. Der Google-Mutterkonzern bekam von zeitweisen Korrekturen im Segment wenig bis gar nichts mit und markierte erst in dieser Woche neue Bestmarken. Profitieren konnte die Aktie vom Einstieg von Warren Buffet und die Veröffentlichung des KI-Modells Gemini 3, welches in der Fachpresse viel Lob erhielt.
Aktuell sorgt Alphabet indes mit seinen eigenen Chips, den sogenannten Tensor Processing Units (TPU) für Aufsehen. Solche sind im Prinzip direkt auf die Nutzung im KI-Bereich ausgelegt, kommen aber aufgrund ihrer im Vergleich zu anderen Chips auf dem Markt eingeschränkten Leistung bislang fast nur in Googles eigenen Rechenzentren zum Einsatz. Gerüchteweise könnte aber ein großer Deal mit Meta bevorstehen, was die Branche in Aufruhr versetzte. Am Donnerstag blieben die US-Börsen zwar geschlossen. Hierzulande setzte sich der positive Trend bei der Alphabet-Aktie mit Aufschlägen von 1,5 Prozent auf 279 Euro aber fort.
Nvidia unter Druck?
Bei Nvidia (US67066G1040) ging es in die entgegengesetzte Richtung. Abschläge von 1,1 Prozent beförderten den Kurs des Chipherstellers auf 154,52 Euro zurück und der Abstand zum Allzeit-Hoch jenseits der 180-Euro-Marke ist hier deutlich größer als bei Alphabet. Einige Beobachter sprechen sogar schon davon, dass es eine Wachablösung beim Status der „Top-KI-Aktie“ geben könnte.
Die Anteilseigner von Nvidia blicken eher sorgenvoll darauf, dass Alphabet den Chipmarkt aufmischen könnte. Zwar verfügt Nvidia noch über einen enormen Vorsprung, wenn es um die Leistungsfähigkeit der Chips und die Software-Umgebung geht. Dafür sind die KI-Chips von Google eine ganze Ecke günstiger erhältlich, und das könnte wohl als Argument ausreichen, um ihnen gegenüber Hardware von Nvidia den Vorzug zu geben. Das betrifft insbesondere Anwendungsfälle außerhalb des KI-Trainings, wo Leistungsfähigkeit eine kleinere Rolle spielt.
AMD im Hintergrund
Google ist aber längst nicht der einzige Tech-Konzern, welcher Nvidia herausfordert. Der klassische Gegenspieler ist AMD (US0079031078), wo für das kommende Jahr bereits große Ankündigungen gemacht wurden. Erstmals sollen vollständige KI-Racks vermarktet werden, außerdem sollen neue Chips es auch in Sachen Leistung mit den Lösungen von Nvidia aufnehmen können. AMD rechnet mit einer enormen Nachfrage und stellt ein rapides Wachstum in Aussicht. Das könnte zu Lasten von Nvidias dominierender Stellung gehen.
All das ist an den Märkten aber schon wieder ein wenig untergegangen. Tatsächlich wurde der mutmaßliche Schwenk von Meta zu Alphabet sogar als Bedrohung wahrgenommen. Denn so gut neue Chips auch sein mögen: ohne entsprechende Kundschaft sind sie aus Anlegersicht wenig wert. Daher macht sich die Sorge breit, dass der Markt sich noch sehr viel weiter öffnen und dabei AMDs Wachstumsfantasien torpedieren könnte. Die Aktie fiel an den hiesigen Handelsplätzen gestern um 0,5 Prozent auf 183,36 Euro zurück.
Microsoft im Marathon
Über all dem schwebt noch immer die latente Sorge, dass wir es im KI-Bereich mit einer Blasenbildung zu tun haben könnten, die irgendwann noch ein unschönes Ende nimmt. Auf ein solches Szenario sprach das „Handelsblatt“ Microsoft-CEO Staya Nadella in einem Interview an. Gewohnt diplomatisch wollte Nadella weder klar von einer Blase sprechen noch die Existenz einer solchen kategorisch ausschließen.
Stattdessen sprach der Chef von Microsoft (US5949181045) von einem massiven Plattformwechsel, wie es ihn in der Branche etwa alle zehn Jahre gebe. Verglichen wurde die KI-Revolution etwa mit dem Internet und der Cloud-Welle, nur eben „mit Hyperantrieb“. Der Konzern geht aber klar davon aus, dass der Anteil der Technologie am Bruttosozialprodukt in jedem Fall zunehmen wird, weshalb das Unternehmen für einen langen Atem plädiert und auch weiterhin voll und ganz auf KI setzt. Die Microsoft-Aktie notierte zuletzt hoch, aber mit einigem Abstand zu ihren Bestmarken.
In Bewegung
Mit ziemlicher Sicherheit ausgehen können Anleger davon, dass die KI nicht mehr verschwinden wird. Dafür ist sie bereits in viel zu vielen Bereichen im Einsatz und selbst in der Bevölkerung ist die Technologie weit verbreitet. Die große Frage bleibt allerdings, wer als strahlender Gewinner dastehen wird und ob die massiven Gewinnerwartungen noch irgendetwas mit der Realität von morgen zu tun haben. Verlässliche Antworten darauf gibt aber leider auch der intensivste Blick in die Glaskugel nicht.
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28.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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