Amazon kappt Features beim bisherigen Prime-Angebot und koppelt Gratis-Versand für alle anderen an höhere Bestellsummen
Beim Service scheint Amazon sparen zu müssen
Steigende Kosten gingen in den vergangenen Jahren auch an Amazon nicht spurlos vorbei. Die Ausgabenfreude beim Thema KI-Rechenzentren trübt das kein bisschen. An anderer Stelle scheint der Internet-Gigant aber genauer hinzusehen. Direkte Preiserhöhungen, die in der Vergangenheit wenig populär waren, umschifft man derzeit. Für die Kunden werden die Kosten aber in vielen Fällen dennoch steigen.
Betroffen von neuen Plänen seitens Amazon (US0231351067) sind zunächst Prime-Kunden, die Inhalte in 4K-Auflösung bei Prime-Video genießen möchten. Bisher war das im Standard-Abo noch enthalten. Das wird sich in Zukunft ändern. Wie das Portal „Computerbase“ berichtet, werden Filme und Serien in 4K bzw. UHD zum Teil eines neuen Pakets namens „Prime Video Ultra“. Jenes ersetzt „Prime Video Ad Free“ und bietet zusätzlich das Streaming von Inhalten ohne Werbeunterbrechung.
Fällig werden dafür zusätzlich zum Prime-Abo 4,99 US-Dollar monatlich oder 49 Dollar jährlich bei entsprechender Zahlweise. In Kraft treten sollen die neuen Tarife ab dem 10. April. Bisherige Prime-Kunden erhalten dann für den gleichen Preis weniger Features, was sich defacto schon als Preiserhöhung titulieren lässt. So fühlte es sich für die meisten auch an, als Amazon im Jahr 2024 die Werbefreiheit beendete und seither dafür monatlich extra zur Kasse bittet.
Amazon kürzt beim Gratisversand
Vielleicht um das Ganze besser rechtfertigen zu können, stellt Amazon gewöhnlichen Prime-Nutzern ebenfalls ein wenig mehr in Aussicht. In Zukunft soll es bei diesem Tarif möglich sein, vier statt zwei Streams gleichzeitig zu nutzen. Außerdem soll der Download von mehr Inhalten ermöglicht werden. Ob das über den Verlust der höheren Auflösung hinwegtrösten mag, sei dahingestellt. Für Besitzer eines 4K-Fernsehers mit hochwertiger Sound-Anlage fühlt es sich zweifelloss nach einem Downgrade an.
Außerhalb der USA ändert sich erst einmal wenig. Die Erfahrung lehrt aber, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis die Neuerungen auch anderswo zum Tragen kommen. Derweil geht es beim Service auch etwas zurück, wenn es um Kunden ohne Prime-Abo geht. Gratisversand in solchen Fällen soll es künftig erst dann geben, wenn ein Einkauf die Schwelle von 49 Euro überschreitet. Zuvor war der Gratis-Versand an eine Schwelle von 39 Euro gekoppelt. Vor einigen Jahren reichten auch schon 20 Euro an Einkaufswert.
Experimentiert hat Amazon damit schon seit einer Weile, was sich aber nur vereinzelt bei Kunden bemerkbar machte. Gegenüber der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ bestätigte Amazon nun, dass die Änderung dauerhaft und für alle Nutzer eintreten wird. Begründet wird dies mit einem allgemeinen Anstieg der Lieferkosten. Die Entscheidung sei nicht leichtfertig gefallen und man behält sich weitere Anpassungen vor.
Ein schmaler Grat
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Kosten für Transport und Logistik in den letzten Jahren steil zugelegt haben. Von dieser Warte aus ist das Verhalten von Amazon nachzuvollziehen. Vermutlich sollen auf diesem Wege auch mehr Nutzer zum Abschluss von Prime-Abos gebracht werden, was wiederum deren Kundentreue in aller Regel merklich erhöht. Dennoch muss auch die Frage erlaubt sein, ob sich Amazon mit solchen Anpassungen wirklich einen Gefallen tut. Schließlich fußen die Erfolge aus der Vergangenheit nicht zuletzt auf dem guten Service, den die Nutzer stets zu schätzen wussten.
Ob jener noch im gleichen Maß wie in der Vergangenheit geboten wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. Klar ist aber, dass Kunden tiefer in die Tasche greifen müssen, um über die gleichen Features wie in früheren Tagen zu verfügen. Kritiker sprechen da auch von einer versteckten Preiserhöhung. Amazon gerät in seinem Kerngeschäft letztlich verstärkt unter Druck, was KI-Umsätze trotz der gigantischen Investitionen bislang nicht ausgleichen können. Auf Seiten der Anleger entsteht daher ein wenig Skepsis. Die Aktie ging mit 207,67 Dollar ins Wochenende und landete damit ein gutes Stück entfernt vom Allzeit-Hoch bei 258,60 Dollar.
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16.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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