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Aumann-Aktionäre ergreifen nach vorläufigen 2020er-Zahlen und schwachem Ausblick die Flucht

Fass ohne Boden

 

Der Autozulieferer Aumann (DE000A2DAM03) hat mit seinen vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 seine Aktionäre gleich doppelt geschockt. Wie die Westfalen jetzt mittels einer Ad-Hoc-Mitteilung bekannt gaben, wurden im Jahr 2021 lediglich Erlöse im Volumen von 172,8 Millionen Euro erzielt, während sich die Marktschätzungen zuvor auf 179 Millionen Euro beliefen. Auch wenn Aumann beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) nach der Bereinigung um Sondereffekte die prognostizierte Mini-Marge von 1,0 % erzielen konnte, so handelt es bei Aumann unserer Einschätzung nach um eine Firma, die auch künftig mit massiven Herausforderungen zu kämpfen haben dürfte. So belief sich der Auftragseingang im Jahr 2020 mit 157,3 Millionen Euro deutlich unter dem Umsatzniveau, weshalb die Gesellschaft weiterhin im Krisenmodus verharren dürfte.

Hierauf deutet auch der Ausblick für das Jahr 2021 hin, wobei das Aumann-Management für die laufende Zwölfmonatsperiode lediglich Erlöse von 160 Millionen Euro erwartet, was deutlich unterhalb der Analystenschätzungen von zuvor 195 Millionen Euro lag. Anlass für eine weitere Enttäuschung gab zudem auch der Ausblick für das 2021er-EBITDA, wobei jetzt die Firma eine Marge von – 2,5 % bis + 2,5 % erwartet, was im Mittelwert dieser Prognosespanne einem ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen entsprechen würde. Damit liegt Aumann auch hier signifikant unter den Expertenschätzungen, die für 2021 noch mit einem EBITDA in Höhe von 13,7 rechneten.

 

Aumann versucht Optimismus zu versprühen

 

Auch wenn die NRWler langfristig zuversichtlich bleiben und jetzt erste Anzeichen für eine Marktbelebung sehen, so bleiben wir skeptisch, ob die Firma nun endlich auf einen Erfolgskurs überwechselt. Vielmehr dürften auch die Analysten die Aussichten nach der neuen 2021er-Prognose weitaus kritischer einstufen, wobei jetzt auch die Schätzungen für die Jahre 2022 und 2023 nach unten revidiert werden dürften.

 

 

Insgesamt hat Aumann die Aktionäre seit dem Börsengang im Frühjahr 2017 mehrfach enttäuscht, was auch der Grund dafür ist, dass der Anteilschein eher ein Schattendasein im deutschen Nebenwertesegment führt. So erfüllten sich die Erwartungen, dass Aumann einer der großen Profiteure bei der Wende hin zur Elektromobilität sein wird, bislang kaum. Dies erklärt auch, warum der Kurs immer noch meilenweit von seinen Allzeithochs entfernt ist, während der DAX in der Nähe seines Rekordstands notiert.

 

Das Fazit:

 

Im Jahr 2021 dürfte Aumann auf Basis des Nettogewinns tiefrote Zahlen schreiben, weshalb sich kein positives 2021er-KGV prognostizieren lässt. Zugleich beläuft sich der Börsenwert bei Aumann immer noch auf rund 180 Millionen Euro, was deutlich über den Umsatzschätzungen für das laufende Jahr liegt. Unserer Meinung nach ist die Bewertung für einen Autozulieferer, der sich noch immer im Krisenmodus befindet, trotz des jüngsten Kursabschlags immer noch zu hoch.

 

14.04.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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