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Aumann reagiert mit Kapazitätsanpassungen auf schwache Kundennachfrage

Ist die Aumann-Aktie jetzt ein Kauf?

 

Als die Aumann AG (ISIN: DE000A2DAM03; WKN: A2DAM0) im März 2017 an die Börse ging, war die Euphorie für den Westfälischen Automobilzulieferer enorm. Hierbei bestand insbesondere die Hoffnung, dass das Unternehmen mit seiner Spulenwickeltechnik, die auch von Bedeutung für die Elektromobilität ist, weltweit das große Geschäft machen wird. Wurde der Titel damals zu 42 Euro an den Kapitalmarkt gebracht, so konnte sich dieser in der Spitze bis September 2017 mit einem Höchststand von 87,57 Euro mehr als verdoppeln.

Nachdem das Unternehmen aber die hohen Erwartungen des Kapitalmarktes nicht erfüllen konnte und sich die Euphorie wieder legte, nahm die Aktie ab Herbst 2017 ein Abwärtstrend auf, der sich mit der Veröffentlichung schwacher Fundamentaldaten im Zeitablauf immer mehr verstärkt. Zwar konnte sich das Papier von dem Tief bei 6,62 Euro im März vor allem auch dank der besseren allgemeinen Rahmenbedingungen am Aktienmarkt zunehmend wieder etwas erholen, allerdings gelang Aumann bislang keine nachhaltige Trendwende im operativen Geschäft.

 

Weitere Enttäuschung im November

 

Hatten viele Aktionäre im Herbst 2020 noch gehofft, dass der Anteilschein von Aumann aufgrund der Hausse bei E-Automobilherstellern wie Tesla und Nio wieder extrem starken Auftrieb bekommt, so wurden diese Erwartungen spätestens am 13. November 2020 bitter enttäuscht. An diesem Tag teilte die Firma mit, dass sich das Umsatzniveau in den ersten neun Monaten 2020 gegenüber der Vorjahresperiode um 38,4 % auf 123,7 Millionen Euro reduziert hat. Zwar schlug sich das Segment E-Mobility mit einem vergleichsweise geringen Erlösrückgang von knapp 7 % deutlich besser als das Gesamtunternehmen, dennoch ist die Entwicklung alles andere als zufriedenstellend für die Aktionäre.

 

 

Um der schwachen Geschäftsentwicklung Rechnung zu tragen, teilte Aumann Mitte Dezember eine Kapazitätsanpassung mit, wobei das Unternehmen die weitere Entlassung von 200 Mitarbeitern ankündigte. Dieser Schritt war notwendig, da sich der Zulieferer wegen der anhaltend schwachen Nachfrage seitens der Automobilindustrie auch kostenseitig verschlanken musste.

 

Kaum Besserung für Aumann in Sichtweite

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNachdem die Erlöse im Jahr 2020 von 260 Millionen Euro auf rund 179 Millionen Euro geschrumpft sein dürften, ist für die laufende Zwölfmonatsperiode eine relativ zurückhaltende Erholung auf ein Erlösvolumen von 195 Millionen Euro zu erwarten. Auch dürfte das EPS in diesem Jahr mit 0,21 Euro relativ verhalten ausfallen, woraus sich ein geschätztes 2021er-KGV von 57 ergibt. Auch wenn die Analysten für das Geschäftsjahr 2022 eine weitere kleine Belebung im operativen Geschäft erwarten, so ist die Aumann-Aktie kein Kauf, bis die Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität deutlich stärker an Wachstumsdynamik aufnehmen.

 

14.01.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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